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Coronavirus-Impfung

Astrazeneca-Aus für Personen unter 60: Was passiert mit der Zweitimpfung?

Bielefeld hat die Corona-Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca für Personen unter 60 Jahren gestoppt. Doch wie geht es mit der Zweitimpfung in Deutschland weiter?

Von Dario Teschner

Bielefeld – Männer und Frauen unter 60 Jahren sollen überwiegend nicht mehr mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca* immunisiert werden. Auch in der NRW-Stadt Bielefeld kam es am Dienstagabend (30. März) zu einem Impfstopp, nachdem es in Deutschland weitere Fälle von Hirnvenenthrombose gegeben hatte.

Berlin, Brandenburg und NRW setzten die Corona-Impfung mit dem umstrittenen Vakzin für Menschen unter 60 Jahren aus. Wenig später empfahl die ständige Impfkommission (Stiko) dieses Vorgehen für ganz Deutschland. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)* und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) traten am selben Abend noch vor die Kameras und erklärten in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin, dass jüngere Menschen sich nur noch unter eigener Risikoabwägung mit Astrazeneca impfen lassen sollten.

Corona-ImpfstoffAstrazeneca
HerkunftUniversität Oxford (Vereinigtes Königreich)
Zulassung in der EU1. Februar 2021

Astrazeneca: Erneuter Impfstopp in Bielefeld – Stiko mit neuer Impfempfehlung

Die Stiko änderte die Impfempfehlung zu Astrazeneca*, nachdem in Verbindung von Impfungen mit dem besagten Wirkstoff in einigen Fällen Hirnvenenthrombosen mit einem Mangel an Blutplättchen festgestellt worden waren. Wie das Paul-Ehrlich-Institut mitteilte, gibt es in Bezug auf das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers „eine auffällige Häufung“, die kurz nach der Verabreichung des Serums festgestellt worden war. Man sei daher zu dem Entschluss gekommen, Astrazeneca nur noch Personen über 60 Jahren zu verabreichen.

Jüngere Menschen, die jedoch weiterhin auf den Wirkstoff aus dem Vereinigtes Königreich setzen wollen, sollen diesen nach einer ärztlichen Beratung auch weiterhin bekommen dürfen. Kurz nach dem erneuten Astranzeneca-Impfstopp sprach der medizinische Leiter des Impfzentrums in Bielefeld, Theodor Windhorst, von einer Vorsichtsmaßnahme. Schon am frühen Nachmittag waren in der kreisfreien Stadt in Ostwestfalen* die Impfungen bei Frauen unter 55 gestoppt worden. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) fordert jetzt einen U-55-Impfstopp in Deutschland, da das Risiko größer geworden zu sein scheint*, berichtet merkur.de. Was sie über das Vakzin von Astrazeneca wissen sollten*, lesen Sie bei msl24.de.

Astrazeneca: Wie geht es mit der Zweitimpfung in Deutschland weiter?

Im Kampf gegen das Coronavirus* sei die neue Empfehlung der Stiko „ohne Frage ein Rückschlag“ betonten Angela Merkel und Jens Spahn bei ihrer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstagabend. Wie geht es mit der Zweitimpfung in Deutschland weiter? Laut Beschluss der Gesundheitsminister stehen den Betroffenen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Wer bereits mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft worden ist, kann den Wirkstoff auch bei der Zweitimpfung erhalten, wenn dies gewünscht wird. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte dazu: "Bei den Jüngeren kann jede und jeder mit einem Arzt selbst die Entscheidung abwägen, ob er mit Astrazeneca geimpft werden will."

Etwa 2,2 Millionen Menschen unter 60 Jahren sind in Deutschland bis jetzt mit dem Serum geimpft worden. In wenigen Fällen ist es bislang zu schweren Begleiterscheinungen gekommen. Das Risiko einer Thrombose als Nebenwirkung sei "statistisch gering, aber ernstzunehmend", sagte Jens Spahn. Wer bei der Zweitimpfung auf einen der anderen zugelassenen Corona-Impfstoffe* setzen möchte, dürfe dies ebenfalls tun. Infrage kommt beispielsweise der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer*. In diesem Zusammenhang informierte das Paul-Ehrlich-Institut, dass zwar bereits Studien zur Verträglichkeit der Impfstoffe laufen, Ergebnisse werden aber nicht vor Juni 2021 erwartet.

Dennoch soll es Ende April eine erste Empfehlung geben. Der empfohlene Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfdosis von Astrazeneca liegt bei zwölf Wochen. Viel Zeit bleibt also nicht. Bereits die Erstimpfung mit Astrazeneca würde jedoch einen guten Schutz gegen einen schweren Covid-19-Verlauf bieten, sagen Gesundheitsexperten. In Bielefeld sollen Betroffene zukünftig zunächst mit dem Mittel des Herstellers Biontech geimpft werden, berichtete Radio Bielefeld.

Am 9. März 2020 ist in einer Stadt in Ostwestfalen ein junger Mensch verstorben. Die Person wurde rund zwölf Tage vorher geimpft. Ein Gutachten der Uni Münster* und der Uni Greifswald ergab nun, dass der Tod der 32-jährigen Frau aus Herford im Zusammenhang mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca steht. (*msl24 und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.)

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