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Mehrere Festnahmen

Corona-Demo in Bielefeld artet aus – Neonazis unter den Teilnehmern

Bielefeld

Deutlich mehr Teilnehmer als angekündigt nahmen in Bielefeld an einer Corona-Demo teil. Daher musste die Veranstaltung aufgelöst werden. Die Situation eskalierte.

Von Sohrab Dabir

Bei einer Corona-Demo in Bielefeld kam es zu Festnahmen. (Symbolbild) Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Unter dem Motto "Bielefeld steht auf" kamen am Freitagnachmittag (17. Dezember) knapp 2000 Menschen zum Kesselbrink, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Gleichzeitig kam es auch zu einer Gegendemonstration.

Da für den Corona-Protest in Bielefeld im Vorfeld nur 1000 Personen angemeldet worden waren, musste die Veranstaltung kurze Zeit später aufgelöst werden. Die Stadt hatte aufgrund der hohen Anzahl kurzerhand eine 3G-Regel vor Ort eingeführt, die nicht mehr eingehalten werden konnte. Als die Demo vom Veranstalter beendet wurde, eskalierte die Situation.

Corona-Demo in Bielefeld: Verletzte und Festnahmen

Unbeirrt vom offiziellen Ende der Corona-Demo zogen dennoch weiterhin einige Menschen durch die Stadt, marschierten vor das Bielefelder Rathaus und skandierten dabei Parolen. Als die Demonstranten einige Absperrungen der Polizei durchbrachen, kam es zu Tumulten. Vier Personen mussten daraufhin festgenommen werden. Es wurden zudem sieben Strafanzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, fünf wegen Beleidigung und wiederum zwei wegen Körperverletzung erstattet.

Zwei Polizisten und ein Demoteilnehmer wurden außerdem bei einem Widerstand auf der Renteistraße in Bielefeld verletzt. Gegen 21.15 Uhr löste sich die Veranstaltung dann schließlich auf. Wie die Polizei im Nachgang bestätigte, war bei dem Protest in Bielefeld auch ein bekannter Rechtsradikaler anwesend. Laut dem Recherche Kollektiv OWL sollen jedoch mehrere Neonazis unter den Demonstranten am Kesselbrink gewesen sein. Die Beratung gegen Rechtsextremismus OWL wirft den Beamten vor, die Lage im Vorfeld trotz ausreichender Hinweise nicht richtig eingeschätzt zu haben. Auch nach der Corona-Demo in Münster hatte es Kritik am Verhalten der Polizei gegeben.

Eine für Freitag (7. Januar) geplante Großdemo von Corona-Skeptikern in Bielefeld wurde hingegen abgesagt. Die Auflagen wie 3G oder Maskenpflicht seien nicht umsetzbar, begründeten die Veranstalter ihre Entscheidung in einer Stellungnahme auf Telegram. Zuvor war ein Bielefelder Ratsmitglied mit NS-Kriegsverbrecher Heinrich Himmler verglichen worden. Der betroffene Grünen-Politiker hatte gemeinsam mit der Initiative "Bielefeld stellt sich quer - Bündnis gegen Rechts" einer Online-Petition ins Leben gerufen, die sich gegen die "Corona-Spaziergänge" ausspricht.

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