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Proteste am Kesselbrink

Nach Corona-Demos in Bielefeld: Staatsschutz ermittelt gegen Neonazi – OB kritisiert Teilnehmer

Bielefeld

Mehrere Rechtsextreme tummelten sich unter den Demo-Teilnehmern vor einer Woche in Bielefeld. Die Polizei räumt nun Fehler ein und OB Pit Clausen hat eine deutliche Ansage an die Querdenker.

Von Sohrab Dabir

Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker wähnen sich in einer Diktatur, in der sie ihre Meinung, zum Leidwesen aller, offen kundtun dürfen. (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa

Die Corona-Demos, die in den vergangenen Tagen am Bielefelder Kesselbrink stattgefunden hatten, sorgten im Nachhinein für viel Zündstoff. Im Rahmen der Proteste am vergangenen Freitag (17. Dezember) und Montag (20. Dezember) kam es vereinzelt zu Tumulten. Mehrere Teilnehmer mussten festgenommen werden.

Unter den Demonstranten in Bielefeld tummelten sich, wie sich im Nachgang herausstellte, auch einige Rechsextreme. Gegen einen aus Osnabrück stammenden Neonazi, der an der Corona-Demo am vergangenen Freitag teilgenommen hatte, ermittelt nun der Staatsschutz. Insgesamt wird gegen 14 Teilnehmer vom Kesselbrink ermittelt. Bei den Tumulten wurden zwei Polizisten verletzt. 

"Nun ist es mal langsam gut": Bielefelds OB kritisiert Querdenker

Der Protest am Kesselbrink zählte deutlich mehr Teilnehmer, als angenommen. Daher musste die Stadt Bielefeld kurzerhand die 3G-Regel vor Ort einführen. Nachdem der Veranstalter die Demo daraufhin für beendet erklärt hatte, artete die Situation vor Ort aus. Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere sprach dennoch von einer zum Großteil friedlichen Demonstration – musste jedoch eigene Fehler eingestehen.  "Wir waren nicht ausreichend vorbereitet", so Giere. Für die kommenden Proteste wolle man Gewalt frühzeitig unterbinden und für mehr Sicherheit sorgen.

Derweil fand Oberbürgermeister Pit Clausen deutliche Worte, die er an die Teilnehmer der Corona-Demos in Bielefeld richtete. Diese würden angesichts der derzeitigen Lage in den Krankenhäusern die Realität noch immer nicht wahrnehmen. Man müsse diesen Menschen sagen: "Leute, nun ist es mal langsam gut", wie er gegenüber Radio Bielefeld betonte. Um die Pandemie endlich zu bekämpfen, sei allem Anschein nach eine Impfpflicht notwendig. 

Eine für Freitag (7. Januar) geplante Großdemo von Corona-Skeptikern in Bielefeld wurde hingegen abgesagt. Die Auflagen wie 3G oder Maskenpflicht seien nicht umsetzbar, begründeten die Veranstalter ihre Entscheidung in einer Stellungnahme auf Telegram. Zuvor war ein Bielefelder Ratsmitglied mit NS-Kriegsverbrecher Heinrich Himmler verglichen worden. Der betroffene Grünen-Politiker hatte gemeinsam mit der Initiative "Bielefeld stellt sich quer - Bündnis gegen Rechts" einer Online-Petition ins Leben gerufen, die sich gegen die "Corona-Spaziergänge" ausspricht.

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