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Impfkampagne 2022

Curevac-Aus! Diese Corona-Impfstoffe will Spahn stattdessen einsetzen

Berlin/Bielefeld

Gesundheitsminister Jens Spahn bereitet sich für die Corona-Impfung in 2022 vor. Noch ist zwar nicht sicher, ob und wie viele Nachimpfungen nötig sind. Klar ist hingegen, dass der Wirkstoff von Curevac durch andere Vakzine ersetzt werden soll.

Von Dario Teschner

Eine Ärztin impft einen Mann mit einem Corona-Impfstoff. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Die Corona-Impfung in Deutschland schreitet voran. Inzwischen gab es in der Bundesrepublik mehr Erstimpfungen als in den USA. Dennoch wurden hierzulande bislang (Stand: Donnerstag, 1. Juli) erst 30.986.128 Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht gerade einmal rund 37,3 Prozent der deutschen Bevölkerung. In Bielefeld haben bis jetzt 200.000 Einwohner die erste Dosis erhalten. Während viele Impfwillige noch auf ihre erste Spritze warten, arbeitet die Bundesregierung bereits an der Impfstrategie für das kommende Jahr. 

Spahn bestellt über 200 Millionen Impfdosen

Für eventuelle Corona-Nachimpfungen ist Deutschland nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums gut vorbereitet. Jens Spahn (CDU) möchte sicherheitshalber 204 Millionen Impfdosen für das kommende Jahr sichern. Die empfohlene Gesamtmenge würde damit sogar übertroffen werden, berichtet der WDR. Ob und wie viele davon aber überhaupt gebracht werden, ist jetzt noch nicht abzusehen. Für 2022 stehe damit so viel Impfstoff bereit, dass jeder Bundesbürger zweimal geimpft werden könnte. 

Bei den Corona-Impfstoffen, die in Zukunft in Deutschland zum Einsatz kommen sollen, plant der Bundesgesundheitsminister jedoch um. Auf die Vakzine von Astrazeneca und Curevac wird man in 2022 nicht zurückgreifen. In Tests erzielte der Wirkstoff von Curevac nur eine Wirksamkeit von etwa 48 Prozent. Der Bund hatte den Impfstoff, der in Deutschland hergestellt wird, finanziell unterstützt und zunächst als einen wichtigen Baustein in der Impfkampagne betrachtet. Doch nun setzt Spahn auf andere Hersteller.

Bielefeld: Diese Corona-Impfstoffe sollen 2022 zum Einsatz kommen

Neben den bereits etablierten Wirkstoffen von Biontech-Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson sollen demnächst drei weitere Vakzine in Deutschland verimpft werden dürfen. Es handelt sich dabei um die Corona-Impfstoffe von folgenden Herstellern:

  • Novavax 
  • Sanofi 
  • Valneva

Aktuellen Studien zufolge soll der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Novavax, der zweimal verabreicht werden muss, eine Wirksamkeit von über 90 Prozent haben. Er enthält winzige Partikel von Spike-Proteinen des Sars-CoV-2-Virus, die im Labor hergestellt werden. Im Gegensatz zu anderen Vakzinen soll es sich hierbei weder um einen vektorbasierten, noch um einen mRNA-Impfstoff handeln. Darüber hinaus ist er leichter zu transportieren und zu lagern als beispielsweise der Wirkstoff von Biontech. 

Novavax, Sanofi und Valneva ersetzen Curevac

Im dritten Quartal 2021 könnte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) den Corona-Impfstoff von Novavax zulassen. Sollte dies gelingen, könnte auch die Impfkampagne in Deutschland weiter vorangetrieben werden. Zuletzt hatte sich beispielsweise in den Impfzentren in Münster und Bielefeld Ernüchterung breit gemacht, da deutlich weniger Impfampullen geliefert wurden als erwartet.

Das Vakzin des französischen Herstellers Sanofi, das proteinbasiert ist und bereits fertige Antigene enthält, soll bald ebenfalls in Deutschland verabreicht werden. Der Corona-Impfstoff wird mit dem Bestandteil eines Arzneimittels des Herstellers Glaxosmithkline angereichert, das die Wirkung verstärken soll. Im Juni starte die letzte Testphase des Wirkstoffs. Eine neue Studie wurde nun noch in Auftrag gegeben, um zu erforschen, ob Sanofi als Auffrischung gegen neue Virusvarianten geeignet ist.

Genauso wie der Wirkstoff von Novavax muss auch der Sanofi-Impfstoff zweimal verabreicht werden. Die Aufbewahrung gestaltet sich auch hier unkompliziert. Die Zulassung durch die EMA könnte ebenfalls noch 2022 erfolgen. Zu guter Letzt setzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch auf den französisch-österreichischen Hersteller Valneva. Momentan wird in Großbritannien noch eine Studie durchgeführt, in der der Impfstoff mit dem Vakzin von Astrazeneca verglichen wird. Nach erfolgreicher Prüfung soll hier im Herbst die Zulassung auf den Weg gebracht werden. Aktuell verbreitet sich die Delta-Mutation besonders stark, weshalb am Donnerstag (1. Juli) Bielefelds Krisenstab über die Corona-Regeln für Reiserückkehrer informierte.

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