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Infektionslage

Inzidenz in Bielefeld steigt über 10 – Regel-Verschärfungen drohen

Bielefeld

Die Corona-Infektionen nehmen wieder zu, und das auch in der Ostwestfalen-Metropole. Wegen der steigenden Inzidenz drohen nun erneute Verschärfungen der Maßnahmen. 

Von Lea Wolfram

Auf einen Wert von 11,1 ist die Corona-Inzidenz in Bielefeld gestiegen, wie das Robert-Koch-Institut am Mittwoch (21. Juli) meldet. Zum Vergleich: Vor sieben Tagen lag der Inzidenzwert noch bei 4,2. Noch befindet sich die Stadt in Ostwestfalen trotz des Anstiegs in der Inzidenzstufe 0 – doch sollte der Wert an acht aufeinanderfolgenden Tagen weiterhin über 10 liegen, rutscht die Stadt in die Inzidenzstufe 1 zurück. Dann droht die Rückkehr erster, strengerer Corona-Maßnahmen.

Corona-Inzidenz steigt: Diese Regeln gelten in Bielefeld bei einer Inzidenzstufe 1

Wird in Bielefeld die Inzidenzstufe 1 wieder eingeführt, gelten zum Beispiel erneut Beschränkungen von Treffen im öffentlichen Raum. Dann dürfen sich nur noch Angehörige aus höchstens fünf Hausständen treffen – oder maximal 100 Personen aus beliebig vielen Haushalten, wenn ein Testkonzept besteht. Clubs und Diskotheken dürfen nur noch den Außenbereich für Gäste öffnen und Geschäfte im Einzelhandel mit einer Verkaufsfläche unter 800 Quadratmetern müssen die Anzahl der Kunden wieder begrenzen.

Eine Rückkehr zu den verschärften Regeln würde ab dem 30. Juli greifen, zwei Tage nach dem Überschreiten der 10er Inzidenz an acht aufeinanderfolgenden Tagen. In Münster wurde die Inzidenzstufe 1 bereits wieder eingeführt. Die Regeln, die dann wieder gelten, in der Übersicht:

  • Kontakte: Treffen im öffentlichen Raum ohne Begrenzung nur für Angehörige aus fünf Haushalten erlaubt; Treffen im öffentlichen Raum für maximal 100 Personen mit negativem Testnachweis aus beliebig vielen Haushalten erlaubt.
  • Kinder- und Jugendarbeit: Gruppenangebote innen mit maximal 30 und außen mit maximal 50 Menschen ohne Altersbegrenzung und ohne Test erlaubt; Ferienangebote und -reisen bleiben mit negativem Testnachweis oder beaufsichtigtem Selbsttest möglich.
  • Kultur: Veranstaltungen außen und innen, Theater, Oper, Kinos sind mit bis zu 1.000 Personen erlaubt, sofern ein Sitzplan, ein negativer Testnachweis sowie die Einhaltung des Mindestabstands oder eine Sitzordnung nach Schachbrettmuster vorhanden sind. Außen sind mehr als 1.000 Personen erlaubt, wenn ein genehmigtes Konzept vorliegt.
  • Sport: Kontaktsport innen und außen mit maximal 100 Personen; Nachweis eines negativen Tests und Rückverfolgung erforderlich; wenn in NRW Inzidenz unter 35 liegt, ist Sport ohne Negativtestnachweis zulässig, gegebenenfalls mit Mindestabstand; außen bis zu 25.000 Zuschauer erlaubt (maximal die Hälfte der Kapazität); bei mehr als 5000 Zuschauern sind negativer Test und genehmigtes Konzept erforderlich; innen bis zu 1000 Zuschauer (maximal ein Drittel der Kapazität) erlaubt, sofern negative Testnachweise, Sitzplan sowie  Mindestabstands oder Sitzordnung nach Schachtbrettmuster vorhanden sind.
  • Freizeit: weiterhin kein negativer Test für Freibäder und kleinere Außeneinrichtungen nötig; Ausflugsfahrten, zum Beispiel mit Schiffen, Kutschen, historischen Eisenbahnen, und Besuch von Spielbanken ohne Testnachweis, wenn die Landesinzidenz unter 35 liegt; für Bordelle negativer Testnachweis nötig.
  • Clubs und Diskotheken dürfen Außenbereich für maximal 250 Personen öffnen; negativer Test nötig.
  • Einzelhandel: Flächenbegrenzung für die Kundschaft bei Verkaufsfläche unter 800 Quadratmetern (gilt nur für Einzelhandel, der nicht der Grundversorgung dient); Maskenpflicht.
  • Private Veranstaltungen: Im Freien mit maximal 250 Gästen und innen mit maximal 100 Gästen; negativer Testnachweis und sichergestellte einfach Rückverfolgbarkeit vorausgesetzt; keine Maskenpflicht draußen und drinnen am Tisch, wenn die besondere Rückverfolgbarkeit sichergestellt ist.
  • Privatpartys: Partys und vergleichbare Feiern im Freien ohne Mindestabstand und ohne Maskenpflicht mit maximal 100 Gästen; innen mit maximal 50 Gästen, wenn negativer Testnachweis vorliegt und einfache Rückverfolgbarkeit sichergestellt ist.
  • Gastronomie:  Liegt die Gesamtinzidenz von NRW unter 35, ist auch für Innengastronomie kein negativer Testnachweis nötig.

Keinen neuen Lockdown? Stadt Bielefeld bereitet sich auf vierte Welle vor

Einige Regeln der Inzidenzstufe 1 sind auch an die Landesinzidenz in NRW gekoppelt. Diese ist in den vergangenen Tagen ebenfalls gestiegen: Am Mittwoch liegt sie bei 13,8. Sollte die Inzidenz weiter zunehmen und den Grenzwert von 35 übersteigen, werden weitere Ausnahmen zurückgenommen. (Die Regeln der vier Inzidenzstufen in NRW können Sie online beim Gesundheitsministerium von NRW einsehen.)

Nicht in nur Bielefeld – in vielen Ländern Europas steigt die Zahl der Corona-Infektionen wieder an. Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Die Stadt Bielefeld bereitet sich derweil auf die steigenden Corona-Zahlen vor, wie Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger dem Westfalen-Blatt gegenüber sagte. "Besonders Reiserückkehrer werden dafür sorgen." Dennoch sehe sich die Stadt gut gerüstet für eine kommende vierte Welle, unter anderem mit einer Kontaktnachverfolgung mithilfe der Software "Sormas".

Einschneidende Maßnahmen, wie sie während der zweiten und dritten Welle galten, hält Nürnberger nicht für zwingend angebracht, da er nicht von einer Überlastung des Gesundheitssystems ausgeht: "Ich kann mir die Notwendigkeit für einen neuen Lockdown nicht vorstellen." Quarantänen würden dagegen auch in Bielefeld weiterhin vonnöten sein.

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