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Lange Haftstrafe droht

Tochter fast 80 Mal missbraucht? Prozess gegen Vater gestartet

Bielefeld/Steinhagen

Ein Mann (58) aus Steinhagen soll sich jahrelang an seinem Kind vergangen haben. In einem Prozess am Landgericht Bielefeld muss er sich nun verantworten.

Von Dario Teschner

Prozess in Bielefeld Neben einer langjährigen Haftstrafe droht dem Angeklagten die anschließende Sicherungsverwahrung. (Symbolbild). Foto: picture alliance / dpa

Neun Jahre lang soll sich ein Vater an seiner Tochter vergangen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 58-Jährigen 78 Missbrauchsfälle vor. Des Weiteren wird er beschuldigt in Besitz von 18 kinderpornografischen Fotos zu sein. Am Montag (27. Dezember) begann der Prozess gegen den Mann aus Steinhagen, dem im Falle einer Verurteilung eine langjährige Haftstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung droht.

Kindesmissbrauch: Taten sollen in Bielefeld und Steinhagen verübt worden sein

In der Zeit von 2012 bis Anfang Juni 2021 soll es zu den sexuellen Übergriffen in Steinhagen und Bielefeld gekommen sein. Das Opfer war zu Beginn der Taten erst sieben Jahre alt. Der Beschuldigte ist bereits polizeilich bekannt, denn er musste bereits wegen eines anderen Deliktes für 20 Monate ins Gefängnis.

Aus der damaligen Familienwohnung in Bielefeld-Quelle zog der Mann nach der Trennung von der Kindesmutter aus. Fortan wohnte er in Steinhagen, wo ihn seine Tochter an jedem zweiten Wochenende besuchte. Das Kind soll bei den Treffen regelmäßig von dem Vater missbraucht worden sein, berichtete das Westfalen-Blatt. Ein weiterer Tatort soll die Wohnung der Familie in Bielefeld-Senne gewesen sein.

Bielefeld: Vater äußert sich nicht zu den Missbrauchsvorwürfen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die sexuellen Übergriffe auf das Opfer mit der Zeit immer brutaler geworden sein. Erst am 4. Juni 2021 fiel der Missbrauch auf. Die Ermittler der Kripo hatten damals die Wohnung des Angeklagten durchsucht und zwei Laptops beschlagnahmt. Auf den Rechnern fanden die Beamten 18 kinderpornografische Fotos. Seit dem 30. Juni sitzt der Steinhagener in Untersuchungshaft.

Beim Prozessauftakt in Bielefeld versuchte der Vorsitzende Richter mehrfach den Angeklagten dazu zu bewegen, ein Geständnis abzulegen. Doch der 58-Jährige wollte sich zu den Missbrauchsvorwürfen nicht äußern. Eine Strafmilderung, die dadurch zunächst in Betracht gezogen wurde, scheint somit vom Tisch zu sein. 

Bielefeld: Wegen Kindesmissbrauch – Mann droht lange Haftstrafe

Dem Vater droht bei einer Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs nicht nur eine lange Gefängnisstrafe: Ein Gerichtsgutachten könnte bewirken, dass der Mann auch nach Absitzen der Haft nicht wieder frei kommt. Am 13. Januar 2022 wird der Prozess in Bielefeld gegen den Steinhagener fortgesetzt. In einer nicht öffentlichen Sitzung wird dann auch seine heute 16 Jahre alte Tochter aussagen müssen.

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