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Beschwerde abgelehnt

Arzt vergewaltigte Patientinnen: Keine Anklage gegen Krankenhaus – "ein Debakel"

Bielefeld

In einem Bielefelder Krankenhaus hatte ein Arzt mehrere Frauen betäubt und danach vergewaltigt. Zwei der Opfer hatten daraufhin die Klinik verklagen wollen – jedoch erfolglos. 

Von Sohrab Dabir

Blick auf den Eingang des evangelischen Klinikums Bethel. Foto: Friso Gentsch

Vergangenen Herbst wurde eine Vergewaltigungsserie aufgedeckt, die sich im Evangelischen Klinikum Bethel in Bielefeld zugetragen hatte. Wie sich herausstellte, hatte ein dort praktizierender Arzt mehrere Frauen betäubt, sie vergewaltigt und die Taten gefilmt. 80 Videodateien wurden im Rahmen der Ermittungen gefunden. Nachdem der beschuldigte Mediziner festgenommen wurde, hatte er sich das Leben genommen.

Die Ermittlungen gegen die Klinik wegen Beihilfe zur Vergewaltigung durch Unterlassen wurden eingestellt – daraufhin hatten zwei der Opfer des Mannes Beschwerde eingelegt. Damit wollten die Frauen klären lassen, ob das Klinikum Bethel früher hätte einschreiten und somit viele Taten verhindern können. Denn sie hatten die Krankenhausleitung damals frühzeitig auf das merkwürdige Verhalten des Mannes hingewiesen. Nun hat die Generalstaatsanwaltschaft Hamm diese Beschwerden abgewiesen. 

Bielefelder Krankenhaus kommt straffrei davon

Die Vermutungen der beiden Frauen gegen das Krankenhaus in Bielefeld hätten nicht ausgereicht, um der Sache weiter nachzugehen, heißt es in der Begründung der Generalstaatsanwaltschaft. Die Anwälte der Opfer bezeichneten diese Entscheidung als "ein Debakel". Ob die Klinik früher hätte einschreiten können, bleibt somit ungeklärt. Genauso wie die Frage nach der Anzahl der Frauen, die dem Mann zum Opfer gefallen sind. Das Krankenhaus kommt bei der Sache somit endgültig straffrei davon.

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