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Missbrauch durch Arzt

Patientinnen vergewaltigt: Ermittlungen gegen Klinikum Bethel wieder aufgenommen

Bielefeld/Düsseldorf

Nachdem die Ermittlungen gegen das Klinikum Bethel wegen Beihilfe zur Vergewaltigung durch Unterlassen eingestellt worden waren, greift das Justizministerium NRW nun ein und öffnet die Akte wieder. 

Von Lea Wolfram

Blick auf das evangelische Klinikum Bethel. Foto: Friso Gentsch/dpa

Eigentlich war die Akte bereits geschlossen, doch nun kommt wieder Bewegung in die Ermittlungen um die Vergewaltigungsfälle, die sich in dem Evangelischen Klinikum Bethel in Bielefeld zugetragen haben. Unter anderem in diesem Krankenhaus hatte der dort praktizierende Neurologe G. mehrere seiner Patientinnen bei Behandlungen sediert und vergewaltigt.

Er filmte seine Taten, 80 Videodateien wurden während der Ermittlungen sichergestellt. Nachdem der beschuldigte Arzt in Untersuchungshaft gekommen war, beging er dort Suizid.

Als im Anschluss die Ermittlungen gegen das Krankenhaus Bethel wegen Beihilfe zur Vergewaltigung durch Unterlassen von der Staatsanwaltschaft Bielefeld eingestellt worden waren, legten zwei der Opfer des Mediziners Beschwerde ein. Jedoch erfolglos: Die Generalstaatsanwaltschaft Hamm lehnte die Beschwerde der Frauen ab und somit wurden das Verfahren gegen das Klinikum Bethel in Bielefeld eingestellt – doch nun interveniert das Justizministerium NRW und rollt den Fall neu auf.

Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt in Vergewaltigungsfällen im Klinikum Bethel

Wie unter anderem das Westfalen-Blatt berichtet, öffnete das Justizministerium unter Peter Biesenbach (CDU) die Ermittlungsakte zum Fall Bethel wieder und übertrug ihn der Staatsanwaltschaft Duisburg. Diese muss sich nun mit der Frage beschäftigen, ob die Vorgesetzten des Arztes im Klinikum Bethel früher hätte eingreifen können und müssen, um die Taten des Neurologen zu stoppen.

Die beiden Frauen, die gegen die Einstellung des Verfahrens Beschwerde eingelegt hatten, hätten laut eigenen Angaben die Krankenhausleitung in Bielefeld frühzeitig auf das sonderbare Verhalten des Arztes hingewiesen. „Für mich ist das eine rein politische Entscheidung“, soll sich Rechtsanwalt Georg Schulze, Verteidiger des Chefarztes des Klinikums, laut WB zu dem Sachverhalt geäußert haben. Der Chefarzt soll, so der Vorwurf, Hinweise von Patientinnen auf den Neurologen G. nicht ernstgenommen haben. Stefanie Höke, Rechtsanwältin eines der Opfer, begrüßte hingegen die Entscheidung der Wiederaufnahme. 

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