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Verweigerung der Maskenpflicht

Nach Corona-Eklat im Rathaus: Bielefelder AfD-Abgeordnete muss doppelte Strafe zahlen

Bielefeld

Im Februar dieses Jahres sorgte die AfD-Abgeordnete Irina Gross für unschöne Szenen im Rathaus von Bielefeld, nachdem sie sich unter anderem geweigert hatte, eine Maske zu tragen. Nun wird sie für ihr Verhalten zur Kasse gebeten.  

Von Sven Haverkamp

Im Februar kam es zu einem Eklat im Bielefelder Rathaus. Foto: Sven Haverkamp/hallo24

Irina Gross, ihres Zeichens sachkundige Bürgerin der Alternative für Deutschland (AfD) Bielefeld, weigerte sich im Februar 2021 während einer Sitzung im Rathaus eine Maske zu tragen. 

Gross behauptete bereits in einer vorherigen Sitzung in Bielefeld, ein ärztliches Attest zu besitzen, welches sie von der Maskenpflicht befreie. Vorzeigen wollte sie dieses Attest jedoch nur einem Richter. Damit die AfD-Abgeordnete dennoch teilnehmen konnte, stand bei der folgenden Sitzung ein Team bereit, welches einen Corona-Test bei Gross durchführen sollte. Auch diesen verweigerte sie jedoch. Danach folgte eine überraschende Szene.

AfD-Abgeordnete wirft sich in Bielefelder Rathaus auf den Boden

Der Vorsitzende des Ausschusses in Bielefeld, Sven Frischemeier (SPD), verwies die AfD-Vertreterin daraufhin des Saals. Sie hinauszubeleiten sollte die Stadtwache übernehmen. Irene Gross schmiss sich jedoch auf den Boden und verlangte nach der Polizei. Als diese eintraf, turgen sie die Beamten aus dem Saal. 

Bemerkenswert ist, dass Irene Gross laut Zeugenaussagen zuvor am Eingang des Rathauses sehr wohl einen Mund-Nasen-Schutz getragen hatte. Ihr Argument, sie könne die Maske aus gesundheitlichen Gründen nicht tragen, scheint also mindestens fragwürdig.

Bielefeld: Irene Gross (AfD) erwartet Geldstrafe und Gerichtsverfahren

Nun hat die Sache für die Abgeordnete ein Nachspiel: Irene Gross muss 100 Euro Bußgeld zahlen, wie das Bielefelder Amtsgericht urteilte. Damit wurde die ursprüngliche Strafe von 50 Euro, gegen die Gross zuvor Einspruch eingelegt hatte, nun verdoppelt. Doch möglicherweise wird es für die AfD-Frau noch um einiges teurer, wie Radio Bielefeld berichtet.

Aufgrund des Attests zur Befrieung von der Maskenpflicht muss sich Irene Gross vermutlich vor Gericht wegen Urkundenfälschung verantworten. Es besteht der Verdacht, dass dieses Attest gefälscht ist. Die Staatsanwaltschaft prüft den Fall. Ein auffällig ähnliches Verhalten legte auch der AfD-Ratsherr Alexander Lex in Paderborn an den Tag, der sich ebenfalls im Rathaus auf den Boden geworfen hatte.

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