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Friedhofsmord

Bielefelder mit 100 Messerstichen getötet: Urteil gegen Paar gefallen

Ein brutaler Mord spielte sich vergangenes Jahr in Hannover ab. Ein Paar tötete einen 24-Jährigen aus Bielefeld auf brutale Weise. Jetzt wurde das Urteil gesprochen.

Von Sohrab Dabir

Bielefeld/Hannover – Es war ein grausiger Fund, den ein Mitarbeiter eines Friedhofs in Hannover im April 2020 machte. Eine Leiche wurde dort in einem der Gräber verscharrt. Schnell stellte sich heraus, dass der Unbekannte getötet und dort abgelegt worden war.

Ein Pärchen (24 und 26) aus der niedersächsischen Hauptstadt geriet schnell ins Visier der Ermittler. Die Frau soll den 28-Jährigen aus Bielefeld zunächst im Internet kennengelernt haben. Nachdem der Mann aus Ostwestfalen* die Beziehung zu Tanja W. beendet hatte, zeigte sie ihn wegen Vergewaltigung an. Das Verfahren wurde jedoch wieder eingestellt.

OrtBielefeld
Einwohner334.195
BundeslandNRW

Mann aus Bielefeld mit 100 Messerstichen getötet

Schließlich lockte die Frau das spätere Opfer Kadir A. gemeinsam mit ihrem Freund nach Hannover. „Sie haben ihm eine Falle gestellt“, erklärte der Richter des Landgerichts. Die 24-Jährige bot dem Mann aus Bielefeld an, ihn von der Straßenbahn abzuholen. Anschließend brachte sie den Mann in die Wohnung ihres Verlobten.

Dieser hatte sich zuvor ein japanisches Kurzschwert besorgt und überwältigte sein Opfer zunächst mit Pfefferspray in seiner Wohnung in Hannover. Anschließend tötete er den Mann aus Bielefeld – mit mehr als 100 Messerstichen in dessen Oberkörper und Hals. Alleine die Zahl der Stiche sei ein eindeutiges Anzeichen dafür, so der Richter, dass der Täter nicht aus Notwehr gehandelt habe, wie dieser zuvor behauptet hatte.

Nach Mord an Bielefelder: Hohe Haftstrafen für Paar aus Hannover

In einem Koffer brachte das Pärchen den getöteten Kadir A. zu einem Friedhof nach Hannover und verscharrte dort die Leiche des Mannes. Nun wurden die beiden Angeklagten verurteilt. Der 24-jährige Emre A. wird wegen Mordes für 14 Jahre in eine psychiatrische Anstalt untergebracht, weil er als gemeingefährlich gilt. „Sie sind rigide, unnachgiebig, gnadenlos. Für Sie war immer klar, welchen Weg das nehmen wird“, sagte der Richter während der einstündigen Urteilsverkündung.

Tanja W. wurde zu einer Gefängnisstrafe von neun Jahren verurteilt. „Sie sind unterwürfig, abhängig, passiv. Ihnen fiel es schwer, „Nein“ zu sagen“, beschrieb der Richter die Verlobte des verurteilten Mörders. Beide leiden unter dem Asperger-Syndrom und wurden aufgrund ihrer Krankheit als vermindert schuldfähig eingestuft.

Der Richter sprach in seiner Urteilsverkündung zudem von „Tötungsfantasien übelster Art“ sowie massive Drohungen gegen das spätere Opfer aus Bielefeld, die das Paar in gemeinsamen Chats geäußert hatte. Der Verurteilte sei aufgrund seines gescheiterten Berufswunsches, IT-Fachmann zu werden, voller Hass und auf Rache aus gewesen. Das Paar hatte während des Prozesses am Landgericht Hannover keine Reue oder Mitleid mit dem Opfer gezeigt. (*msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

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