1. www.hallo24.de
  2. >
  3. Bielefeld
  4. >
  5. Bielefeld: Alle Infos zur Booster-Impfung in NRW

  6. >

Auffrischung

Booster-Impfung in NRW: Was Sie jetzt wissen müssen

Bielefeld

Wer, wo, wann? Die Stiko und das Gesundheitsministerium fahren nun eine gemeinsame Linie in der Booster-Impfung. Alles, was Sie zur 3. Impfung in NRW und Bielefeld wissen müssen. 

Von Sven Haverkamp

Wo kann ich mich in Bielefeld zum dritten Mal impfen lassen? (Symbolbild). Foto: Friso Gentsch/dpa

Seit September wird in NRW und ganz Deutschland die dritte Impfung gegen das Corona-Virus, die sogenannte Booster-Impfung, angeboten. Doch es hapert an der Kommunikation. Während Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) alle Impfberechtigten (also alle Menschen ab 12 Jahren) dazu ermuntert, sich den Booster zu holen, schränken die Ständige Impfkommission (Stiko) und die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) ihre Empfehlung ein.

Die Uneinigkeiten scheinen seit dem 4. November jedoch beigelegt und es gibt eine klare Linie. Wer, wo, wann? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur dritten Impfung in Bielefeld und NRW.

Wer hat das Recht auf eine Booster-Impfung?

Nach der Impfverordung des Bundesgesundheitsministeriums hat jeder einen Anspruch auf die Booster-Impfung, dessen zweite Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Wegen der Zulassungen der Impfstoffe sind das in Deutschland alle Personen über 12 Jahren. Chronisch Kranke und über 80-Jährige werden in NRW bereits seit Anfang September mit der Booster-Impfung versorgt. Die Empfehlungen der Stiko und der GMK priorisieren zusätzlich folgende Personengruppen für die dritte Corona-Impfung: 

  • Menschen ab 60 Jahren (GMK) beziehungsweise ab 70 Jahren (Stiko)
  • Personen mit einer Immunschwäche oder Immunsuppression
  • Bewohnerinnen und Bewohner sowie Pflegekräfte in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für behinderte Menschen und allen Einrichtungen für "vulnerable" Personen.
  • Plegebedürftige, die noch zu Hause leben
  • Menschen, die regelmäßig in Kontakt mit infektiösen Menschen stehen, zum Beispiel "medizinisches Personal ambulant und stationär, Personal des Rettungsdienstes, mobile Impfteams"

Da es sich hier allerdings nur um Empfehlungen handelt, haben auch alle anderen ein Recht auf die dritte Impfung. Bei hoher Nachfrage ist es jedoch wahrscheinlich, dass die oben angeführten Personengruppen bevorzugt behandelt werden könnten. 

Haben Genesene Anspruch auf eine Booster-Impfung?

Von dem Coronavirus genesene Personen haben zwar auch ein Recht auf die Booster-Impfung, empfohlen wird sie aber nicht.

Wann habe ich Anspruch auf die Booster-Impfung?

Ein Recht auf die Booster-Impfung haben Personen, deren zweite Impfung mit den Impfstoffen von Moderna, Biontech oder Astrazeneca mindestens sechs Monate zurückliegt. Ausnahmen bildet jedoch die vorherige Impfung mit Johnson & Johnson. Hier kann bereits nach vier Wochen eine Booster-Impfung erfolgen, weshalb diese bereits seit dem 1. Oktober angeboten werden. Die dritte Corona-Impfung wird auf Empfehlung der Stiko hin nur mit den mRNA-Impfstoffen von Moderna oder Biontech durchgeführt.

Wo bekomme ich in Bielefeld eine Booster-Impfung? 

Wer sich die Booster-Impfung in Bielefeld verabreichen lassen möchte, wendet sich am besten an seinen Hausarzt. Je nach Auslastung kann man dort einen Termin für den Zeitpunkt vereinbaren, wenn die letzte Corona-Impfung sechs Monate zurückliegt.

Ebenso wie die reguläre Corona-Impfung werden mobile Impfteams auch die Booster-Impfung an verschiedenen Orten in Bielefeld durchführen. Eine Übersicht über die mobilen Impf-Aktionen in Bielefeld gibt es hier.

Muss ich für die Booster-Impfung bezahlen?

Nein. Nach der Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums durchgeführte Impfungen sind für die Patienten kostenlos. Dies gilt auch für die Booster-Impfung. 

Warum ist die Booster-Impfung nötig?

Folgeimpfungen sind bei Corona ebenso notwendig, wie bei anderen Krankheiten, etwa der Grippe. Grund ist, dass die Immunisierung "mit der Zeit insbesondere in Bezug auf die Verhinderung asymptomatischer Infektionen und milder Krankheitsverläufe nachlässt", wie die Stiko erklärt. Anja Martini, Wissenschaftsredakteurin der Tagesschau drückt es so aus, dass das Immunsystem des Menschen nach einer gewissen Zeit wieder angeregt und "erinnert" werden muss. 

Je älter ein Mensch, desto geringer fällt die Reaktion (Immunantwort) des Immunsystems auf die Impfung aus. Häufigere Impfdurchbrüche, also Erkrankungen trotz Immunisierung, können die Folge sein. Auch die Zeitspanne, bis das Immunsystem neu angeregt werden muss, verkürzt sich mit zunehmendem Alter. Deswegen auch die Empfehlungen von Stiko und GMK, ältere Personen für die Booster-Impfung zu priorisieren.

Wiedereröffnung der Impfzentren für die Booster-Impfung auch in Bielefeld unwahrscheinlich

Gesundheitsminister Jens Spahn sprach sich jüngst dafür aus, die im September geschlossenen Impfzentren für die anstehende vierte Corona-Welle wieder zu öffnen. So sollte an breiter front geimpft werden können, um die Welle so gut wie möglich einzudämmen. Ähnlich äußerte sich auch Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD).

Von vielen Seiten wurde dieser Vorschlag jedoch abgelehnt. Allen voran kritisierte der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, die Forderung aus mehreren Gründen, wie er gegenüber der Funke-Mediengruppe angab.

Frank Ulrich Montgomery

Er gab zusätzlich zu bedenken, dass der Betrieb von Impfzentren um ein Vielfaches teurer ist, als die Impfungen in Arztpraxen. Ausserdem sei die Hemmschwelle für Patienten, ihren Hausarzt für die Impfung auszusuchen, viel geringer, als in ein Impfzentrum zu gehen. Eine Wiedereröffnung des Impfzentrums in Bielefeld ist unwahrscheinlich. Dagegen sprachen sich sowohl lokale Hausärzte, der ehemalige Leiter des Impfzentrums Theodor Windhorst als auch das Land NRW im Allgemeinen aus. Die Ärzte und mobilen Impfteams könnten die Anfragen der Impfwilligen ausreichend abfangen. Ähnlich sieht die Situation auch in Münster aus.

Startseite
ANZEIGE