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Impfung gegen Corona

Mehr Transparenz gefordert: Bielefeld soll Zahl nicht genutzter Impfdosen veröffentlichen

In Bielefeld (NRW) wird noch lange nicht so viel gegen Corona geimpft wie es möglich wäre. Deshalb wird nun mehr Mitspracherecht für Impfzentrum-Mitarbeiter gefordert. Derweil verlangt die Politik nach mehr Transparenz – und mehr Impfstoff.

Von Sven Haverkamp

Update: 4. März. Im Sozial- und Gesundheitsausschuss der Stadt Bielefeld stellte die FDP nun einen Antrag, dass die Verwaltung zukünftig die Anzahl der nicht genutzten Impfdosen veröffentlichen solle. Dem folgte die Mehrheit des Ausschusses. Die Linke enthielt sich, die AfD stimmte dagegen.

Laut dem FDP-Vorsitzenden Maik Schlifter beinhalte der Antrag zudem die Forderung, dass die Stadt Bielefeld zukünftig die für die Stadt vorgesehene Höchstmenge an Impfstoff bestelle.

Bielefeld: Mehr Mitspracherecht für Impfzentrum-Mitarbeiter gefordert

Bielefeld – Seit Dezember 2020 wird bereits gegen das Coronavirus* geimpft. Doch erst jetzt, drei Monate später, scheint langsam Bewegung in die Massenimpfung zu kommen. Aktuell heißt das Problem jedoch nicht zu wenig Impfstoff, sondern Astrazeneca. Das Imageproblem des Mittels, welches eine Wirksamkeit von 70 bis 80 Prozent aufweist, führt dazu, dass viele Impfberechtigte ihre Termine absagen. Offenbar hoffen sie, zu einem späteren Zeitpunkt mit Moderna oder Biontech (Wirksamkeit 90 bis 95 Prozent) geimpft werden zu können.

Das Image von Astrazeneca ist so schlecht, dass ein Immunologe nun vorschlug, Bundeskanzlerin Angela (CDU) solle sich live im TV damit impfen lassen, wie merkur.de* berichtet. Doch sind solche Aktionen wirklich nötig? Vermutlich nicht. Denn die leeren Impfstraßen, wie es sie eben auch im Impfzentrum Bielefeld gibt, könnten auch anders gefüllt werden. Der Meinung ist auch der organisatorische Leiter vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Ingo Schlotterbeck. Er fordert ganz einfach mehr Mitspracherecht für die Impfzentrum-Mitarbeiter bei der Vergabe von Terminen.

StadtBielefeld
Einwohner334.195
BundeslandNRW

Impfzentrum Bielefeld: Klügere Terminvergabe gefordert

Am Montag (1. März) wurde im Impfzentrum Bielefeld auf vier Straßen der Impfstoff von Biontech an über 80-Jährige ausgegeben. Die Wartebereiche hier waren voll. Auf zwei weiteren Impfstraßen – denen, wo Astrazeneca an unter 65-Jährige verimpft wurde – herrschte stellenweise Leere. Viele Termine waren schlichtweg nicht genutzt worden, was denen sauer aufstößt, die bereitwillig auf einen Termin warten.

Der Leiter des Impfzentrums Bielefeld Dr. Theodor Windhorst sagt, dass deutlich mehr Menschen hier geimpft werden könnten. Die Kapazitäten sind da. Von 1.800 Impfterminen seien in dieser Woche nur 600 vergeben. Eine unnötige Verzögerung auf dem Weg in Richtung Herdenimmunität. Eine Lösung des Problems wäre, dass das Land NRW der Stadt Bielefeld mehr Freiheiten bei der Vergabe der Termine lässt. Denn viele Menschen seien durchaus bereit, sich mit Astrazeneca impfen zu lassen. Die strenge Impfreihenfolge verhindere dies jedoch und mache den Alltag für die Mitarbeiter vor Ort unnötig kompliziert. ASB-Leiter Schlotterbeck sagt, man könne vor Ort verantwortungsvoll darüber entscheiden, niedriger priorisierte Gruppen vorzuziehen und so ungenutzte Termine vermeiden.

Bielefeld: Impfzentrum könnte schon bald ausgelasteter sein

Ein Schritt in die richtige Richtung, um die Impfzentren in OWL und ganz NRW stärker auszulasten, soll ab der kommenden Woche (8. März) erfolgen. Ein Erlass soll auch in Bielefeld mehr Gruppen die Möglichkeit geben, einen Impftermin zu vereinbaren. Auch Menschen mit bestimmten Krankheitsbildern sollen schnell folgen. Die Impfberechtigung wurde auf folgende Personengruppen ausgeweitet:

  • MitarbeiterInnen von Kindergärten, Grund- und Förderschulen
  • PolizistInnen
  • Beschäftigte in Arztpraxen
  • Menschen mit Behinderung aus dem Bereich der Eingliederungshilfe
  • Menschen mit Diabetes, Demenz, Leber- und Nierenerkrankungen
  • Menschen mit anderen nicht gelisteten schwerwiegenden Erkrankungen (mit ärztlichem Zeugnis)
  • Menschen bei denen etwa eine schwere Operation ansteht (nach Antrag bei der Stadt oder der Rentenversicherung)

In letzter Zeit machten im Zuge der Impftermin-Misere auch immer wieder sogenannte Impfdrängler von sich reden. So ließ etwa ein AfD-Fraktionschef nicht nur sich, sondern auch seine Familie vorzeitig impfen. Solcherlei Verhalten trifft nicht nur in der Öffentlichkeit auf Unverständnis. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisierte Impfdrängler in der Lokalpolitik* Wegen des Mangels an Impfstoff ist die Corona-Impfung beim Hausarzt* noch nicht möglich. (*Merkur.de und msl24.de sind Angebote von IPPEN MEDIA.)

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