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Corona-Impfung

Vorbild Köln: Bielefeld plant Corona-Impfmobil in Brennpunkten

Wie bereits in Köln geschehen, will auch Bielefeld anfangen, in sozialen Brennpunkten ein Impfmobil einzusetzen. Dies könnte auch die Arztpraxen entlasten.

Von Sven Haverkamp

Bielefeld – Die Impfkampagne in Deutschland lief lange Zeit schleppend. Allenthalben wurde Kritik an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)* laut, dass bundesweit zu langsam geimpft würde und die Impfpriorisierung die Kampagne unnötig verzögern würde. Auch die Beschaffung von zu geringen Impfstoffmengen wurde hart kritisiert. Mittlerweile hat sich das Tempo deutlich erhöht und fast täglich wird etwa 1 Prozent der Bevölkerung gegen Corona geimpft.

Dies hängt vor allem damit zusammen, dass nicht nur viel mehr Impfstoff zur Verfügung steht, sondern auch, dass die Hausärzte seit Ostern mit in die Impfkampagne integriert wurden. Mittlerweile ist bereits die Impf-Prio-Gruppe 3 an der Reihe und kann einen Termin zur Immunisierung gegen das Coronavirus vereinbaren.

Stadt Bielefeld
Einwohner334.195
BundeslandNRW

Bielefeld: Impfmobil soll besonders im Osten zum Einsatz kommen

Wie Radio Bielefeld berichtet, soll das Impfmobil vor allem im dicht besiedelten Osten der Stadt zum Einsatz kommen. Die Stadt beobachtet mittlerweile auch das Infektionsgeschehen in den einzelnen Stadtteilen, wodurch die Unterschiede in den Bezirken festgestellt werden konnten. Als Vorbild dienen große Städte wie Köln, wo das Impfmobil zuerst in Chorweiler Station machte und dort auf rege Teilnahme stieß.

Doch das Impfmobil in Bielefeld soll nicht nur immunisieren. Es übernimmt auch die wichtige Aufgabe, über die Corona-Pandemie* und das Impfangebot zu informieren – und das in mehreren Sprachen. So können auch Leute erreicht werden, die ansonsten weniger Nachrichten konsumieren, sei es im Internet oder im Fernsehen. Es ist vorgesehen, dass in dem Mobil hauptsächlich Johnson & Johnson verimpft werden soll, da hier nur eine Dosis nötig ist. Die Impfwilligen müssen dann nachweisen, dass sie in den jeweiligen Vierteln wohnen.

Stadt Bielefeld impft bereits Obdachlose

Mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson werden in Bielefeld auch bereits Obdachlose geimpft. Auch hier ist der entscheidende Grund, dass nur eine Dosis für den Impfschutz gebraucht wird. Sowohl in den städtischen Unterkünften als auch mit zwei mobilen Teams direkt vor Ort wird bereits geimpft.

Das Impfmobil in Bielefeld hat nicht nur den Vorteil, die Infektionslage in Ballungsräumen der Stadt zu entspannen, es könnte auch die lokalen Hausärzte entlasten. Denn seit die Impfpriorisierung für Astrazeneca aufgehoben wurde, ächzen Hausärzte unter den Terminanfragen. Jens Spahn machte im Interview mit dem WDR deutlich, dass er nicht empfehle, jetzt unmittelbar beim Hausarzt einen Impftermin zu vereinbaren. Vielmehr solle man sich einige Tage gedulden und versuchen, den Termin nicht telefonisch, sondern schriftlich anzufragen. So könnten die Praxen den Überblick behalten. Je mehr Menschen also das Impfmobil nutzen, desto weniger überlaufen werden die Arztpraxen sein. (*Msl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

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