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Schwerpunkt in NRW

Nach Razzia – Seehofer verbietet Rockergruppe Bandidos West Central

Berlin/Münster

Das Bundesinnenministerium hat die Rockergruppe Bandidos "Federation West Central" und ihre Teilorganisationen aufgelöst. Über 100 Objekte von mutmaßlichen Mitgliedern wurden durchsucht, darunter auch Gebäude im Münsterland. Dabei tauchte jede Menge Beweismaterial auf.

Von Dario Teschner

Die Rockergruppe „Bandidos MC deration West Central“, die vor allem in NRW ansässig ist, wurde jetzt auf veranlassung von Bundesinnenminister Horst Seehofer aufgelöst. In Abstimmung mit den Innenministern von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz veröffentlichte der CSU-Politiker am Montag (12. Juli) die Verbotsverfügung. Zuvor hatten Anfang Juli etwa 1800 Polizisten mehrere Vereinshäuser und Wohnungen von mutmaßlichen Bandidos-Mitgliedern in fünf Bundesländern durchsucht. Bei dem Einsatz, der unter anderem auch im Münsterland stattfand, wurden Waffen, Munition, Drogen, Motorräder, Speichermedien und größere Mengen Bargeld von den Ermittlern beschlagnahmt. 

Machtkampf zwischen Bandidos und Hells Angels in NRW

Bei ihren polizeilichen Ermittlungen fanden die Beamten heraus, wie die gewaltbereite Rockergruppe strukturiert ist und welche Ziele sie mutmaßlich verfolgt. Sichergestellte Westen mit Abzeichen, sogenannte Kutten, wurden von der Polizei genau unter die Lupe genommen. Laut Bundesinnenministerium kam man zu dem Ergebnis, dass Straftaten von Mitgliedern der „Bandidos MC Federation West Central“ innerhalb des Vereins nicht nur geduldet, sondern sogar mit verschiedenen Aufnähern belohnt werden. Anhand dieser soll sich demnach ermitteln lassen, wie viele Straftaten ein Bandidos-Mitglied bereits begangen hat.

Bundesinnenminister Seehofer geht nach den Ermittlungen der Polizei davon aus, dass die Rockergruppe "einen territorialen und finanziellen Machtzuwachs" innerhalb der Rockerszene anstrebt. Um dieses Ziel zu erreichen, würden die Mitglieder notfalls auch Gewalt anwenden. Schwere Körperverletzung sowie versuchte und vollendete Tötungsdelikte gehören demnach zu den Straftaten, die ihnen vorgeworfen werden. Anfang 2019 eskalierte bereits ein Machtkampf zwischen den Bandidos und den Hells Angels: Mitten in der Kölner Innenstadt war es zu einer Schießerei gekommen.

NRW: Infos über den Rockerverein Bandidos 

  • Seit 1966 gibt es den Rockerclub „Bandidos MC“. 
  • Der Verein wurde in Texas (USA) von Donald Eugene Chambers gegründet. 
  • In Deutschland ist die Gruppierung seit 1999 vertreten. 
  • Der Motorrad- und Rockerclub hat weltweit Mitglieder, die typischerweise Harley-Davidson-Motorräder fahren.
  • Die Rockergruppe hat ihren Schwerpunkt in NRW und ist auch im Münsterland vertreten.
  • Nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums geht es den Bandidos aber nicht, wie in den Statuten des Vereins behauptet, vor allem um gemeinsames Motorradfahren, sondern darum, ihre Macht und ihren Einfluss auszubauen.

Verschärftes „Kuttenverbot“ für kriminelle Bandidos-Rocker

Schon seit einiger Zeit arbeitet das Bundesinnenministerum daran, den Mitgliedern der Bandidos auf die Schliche zu kommen. Wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung mussten sich führende Mitglieder eines bereits verbotenen „Chapters“ der Bandidos vor dem Landgericht Hagen in einem Prozess verantworten. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) brachte Verbotsverfügungen gegen die Rocker auf den Weg. 

Ein verschärftes „Kuttenverbot“ für kriminelle Rocker hatte das Bundesverfassungsgericht im vergangenen Jahr bestätigt. Motorradclubs müssen es nach der Entscheidung hinnehmen, dass die Logos verbotener Gruppen nicht von anderen Rockern in leicht abgewandelter Form getragen werden dürfen. Klagen gegen das „Kuttenverbot“ wiesen die Karlsruher Richter ab.

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