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Auffrischungs-Impfung in NRW

Alle Infos zur Booster-Impfung in Münster

Münster

Die Booster-Impfung kommt: Die Stiko und das Gesundheitsministerium fahren nun eine gemeinsame Linie zur Auffrischung in NRW. Die Infos dazu finden Sie hier. 

Von Sven Haverkamp

NRW: Die Kampagne zur Booster-Impfung soll Fahrt aufnehmen (Symbolbild). Foto: Sven Hoppe/dpa

Seit September sind in NRW und ganz Deutschland die dritten Impfungen gegen das Corona-Virus, die sogenannten Booster-Impfungen, angelaufen. Zunächst herrschte Uneinigkeit: Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ermunterte alle Impfberechtigten (also alle Menschen ab 12 Jahren) dazu, sich den Booster zu holen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) und die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) schränkten ihre Empfehlungen jedoch ein. 

Seit dem 4. November scheint jedoch Einigkeit zu herrschen und es wird eine relativ klare Linie gefahren. Wer, wo, wann? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Booster-Impfung in Münster und NRW.

Wer hat ein Recht auf die Booster-Impfung?

Die Impfverordung des Bundesgesundheitsministeriums besagt: Jeder hat einen Anspruch auf die Booster-Impfung, dessen zweite Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt. In Deutschland sind das, aufgrund der Zulassungen der Impfstoffe, alle Menschen über 12 Jahren. Chronisch Kranke und über 80-Jährige werden in Münster und NRW schon seit Anfang September zum dritten Mal geimpft. Laut den Empfehlungen der Stiko und der GMK sollen zusätzlich folgende Gruppen bei der Booster-Impfung priorisiert werden: 

  • Menschen ab 60 Jahren (GMK) beziehungsweise ab 70 Jahren (Stiko)
  • Personen mit einer Immunschwäche oder Immunsuppression
  • Bewohnerinnen und Bewohner sowie Pflegekräfte in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für behinderte Menschen und allen Einrichtungen für "vulnerable" Personen.
  • Plegebedürftige, die noch zu Hause leben
  • Menschen, die regelmäßig in Kontakt mit infektiösen Menschen stehen, zum Beispiel "medizinisches Personal ambulant und stationär, Personal des Rettungsdienstes, mobile Impfteams"

Da es sich hier allerdings nur um Empfehlungen handelt, haben auch alle übrigen Menschen in NRW das Recht auf die Booster-Impfung. Bei hoher Nachfrage ist es jedoch wahrscheinlich, dass die oben angeführten Personengruppen bevorzugt behandelt werden.

Haben Genesene einen Anspruch auf die Booster-Impfung?

Von dem Coronavirus genesene Personen haben zwar auch einen Anspruch auf die Booster-Impfung, empfohlen wird sie aber nicht.

Booster-Impfung in Münster: Wann bin ich dran?

Ein Recht auf die Booster-Impfung haben alle, deren zweite Impfung mit den Impfstoffen von Moderna, Biontech oder Astrazeneca mindestens sechs Monate zurückliegt. Ab diesem Zeitpunkt kann also ein Impftermin verinbart werden.

Eine Ausnahme bildet jedoch die vorherige Impfung mit Johnson & Johnson. In diesem Fall können sich Patienten bereits nach vier Wochen die Booster-Impfung abholen. Diese wird für mit dem Vakzin Janssen geimpfte Personen bereits seit dem 1. Oktober angeboten. Auf Empfehlung der Stiko hin wird die dritte Corona-Impfung nur mit den mRNA-Impfstoffen von Moderna oder Biontech durchgeführt.

Wo bekomme ich in Münster die Booster-Impfung?

Wer sich die Booster-Impfung in Münster abholen möchte, wendet sich am besten an seinen Hausarzt. Je nach Auslastung kann man dort schon vorab einen Termin für den Zeitpunkt vereinbaren, wenn die letzte Corona-Impfung sechs Monate zurückliegt.

Ebenso wie die reguläre Corona-Impfung werden mobile Impfteams auch die Booster-Impfung an verschiedenen Orten in Münster durchführen. Wo in Münster mobil geimpft wird, erfahren Sie unter anderem hier

Ist die Booster-Impfung kostenpflichtig?

Nein. Nach der Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums durchgeführte Impfungen sind für die Bevölkerung kostenlos. Dies gilt auch für die Booster-Impfung.

Ist die Booster-Impfung überhaupt nötig?

Ja. Folgeimpfungen sind bei Corona ebenso notwendig wie bei diversen anderen Krankheiten, etwa der Grippe. Der Grund ist, dass die Immunisierung "mit der Zeit insbesondere in Bezug auf die Verhinderung asymptomatischer Infektionen und milder Krankheitsverläufe nachlässt", erklärt die Stiko. Anja Martini, Wissenschaftsredakteurin der Tagesschau, drückt es so aus, dass das Immunsystem des Menschen nach einer gewissen Zeit wieder angeregt und "erinnert" werden muss.

Mit zunehmendem Alter fällt die Reaktion (Immunantwort) des Körpers auf die Impfung immer geringer aus. Häufigere Impfdurchbrüche, also Erkrankungen trotz Immunisierung, können die Folge sein. Auch die Zeitspanne, bis das Immunsystem neu angeregt werden muss, verkürzt sich mit fortgeschrittenem Alter. Daraus resultieren auch die Empfehlungen von Stiko und GMK, ältere und kranke Personen für die Booster-Impfung zu priorisieren.

Trotz Booster-Impfung: Impfzentrum Münster bleibt geschlossen

Gesundheitsminister Jens Spahn sprach sich jüngst dafür aus, die im September geschlossenen Impfzentren nun in der vierten Corona-Welle wieder zu öffnen. So sollte an breiter Front geimpft werden können, um die Welle so gut wie möglich einzudämmen. Eine ähnliche Empfehlung gab auch Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) ab.

Dieser Vorschlag stieß jedoch auf viel Kritik. Auch der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sprach sich gegenüber der Funke-Mediengruppe aus mehreren Gründen gegen diesen Plan aus: 

Frank Ulrich Montgomery

Die Impfungen in den Arztpraxen seien in Kombination mit den mobilen Impfteams ausreichend, zusätzlich sei die Wiedereröffnung der Impfzentren ein enormer Kostenfaktor, so Montgomery. Das Impfzentrum Münster wird jedenfalls allem Anschein nach nicht wieder öffnen.

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