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Konzept-Papier

Corona-Lösung? Neuer Stufenplan soll Konzerte und Großveranstaltungen ermöglichen

Könnten in Deutschland bald wieder Konzerte trotz Corona-Pandemie erlaubt werden? Veranstalter und Wissenschaftler haben einen Stufenplan entwickelt, der genau das ermöglichen soll.

Von Lea Sarah Wolfram

Deutschland – Konzerte, Sport-Veranstaltungen, Groß-Events aller Art – in Zeiten der Coronavirus-Pandemie sind sie schon seit Langem nicht mehr möglich. Doch das soll sich nun ändern: Vertreter von Wissenschaft sowie aus Sport- und Kulturverbänden haben sich zusammengetan und einen Drei-Stufen-Plan entwickelt.

In dem veröffentlichten, 21-seitigen Papier wird ein Plan vorgestellt, der auch während der noch immer grassierenden Corona-Pandemie den Besuch von Großveranstaltungen sicherer und somit wieder möglich machen solle. Entwickelt worden sei das Konzept von 20 WissenschaftlerInnen, wie die Zeit berichtet. Der Stufenplan soll erst am Montag veröffentlicht und vorgestellt werden, soll aber vorab der Deutschen Presseagentur vorgelegen haben. Auch Angela Merkel (CDU) forderte nun einen Corona-Stufenplan für die vorsichtige Öffnung von drei bestimmten Bereichen.

Drei-Stufen-Plan für Großveranstaltungen: So sieht das Konzept aus

Der vorgeschlagene Stufenplan für Großveranstaltungen in der Corona-Pandemie, von dem auch RUHR24.de* berichtet, wird von Verbänden wie dem Deutschen Fußballbund (DFB) und dem Deutschen Bühnenverein unterstützt. In dem Papier heißt es, dass „Infektionsschutz und Interessenlagen“ in Einklang gebracht werden müssten, da trotz Impfstoffen „kein zeitnahes Ende der Verbreitung des Erregers in Sicht“ sei. Der Drei-Stufen-Plan umfasse folgende Konzepte für die Ermöglichung von Konzerten, Sport-Veranstaltungen und anderen Events:

  • Stufe 1 – Basiskonzept drinnen. Für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen soll für jeden Veranstaltungsort ein Hygiene-, Lüftungs- und Infektionsschutzkonzept erarbeitet werden. Dies umfasse zum Beispiel Konzerthäuser, Theater, Opern, Hallen oder Arenen. So solle eine Belegung von 25 bis 30 Prozent ermöglicht werden. Pflicht wären dabei personalisierte Tickets, Ausweiskontrollen, Maskenpflicht, Mindestabstände sowie kein Speisen- und Getränkeverkauf. Stehplätze sind nur in markierten und nummerierten Zonen möglich und nebeneinander sitzen dürfen nur Angehörige desselben Haushalts.
  • Stufe 1 – Basiskonzept draußen. Im Freien soll eine höhere Besucherauslastung von vis zu 40 Prozent ermöglicht werden. Die Maskenpflicht gelte dann nur bis zum eigenen (Sitz)Platz, ein Alkoholausschank solle nur bei Veranstaltungen bis maximal 1000 Besuchern erlaubt werden.
  • Stufe 2 – Spezialkonzepte für größere Veranstaltungen. Für Events mit einer höheren Publikumszahl sollen Spezialkonzepte entwickelt werden. Dabei sollte jedoch ein unkontrollierter „Wildwuchs von Hygienekonzepten“ vermieden werden, indem man ein Hygienekonzept mit hohen Standards entwickle. Sollten moderne Veranstaltungsorte jedoch über moderne Luftfiltertechniken verfügen, sehe das Konzept weitere Möglichkeiten vor.
  • Stufe 3 – Maximal-Modell. Bei der letzten Stufe spielen Teststrategien und Kontaktnachverfolgung eine entscheidende Rolle. So wären vor jeder Veranstaltungen Antigen-Tests verpflichtend. Diese würden auch den Behörden gemeldet und Menschen gegebenenfalls der Eintritt verweigert. Dieses Modell sieht die Vollauslastung der Veranstaltungen vor.

Corona: Stufenplan für Großveranstaltungen – Hoffnung für das Vainstream in Münster?

Zu den Unterstützern des Stufenplans zählen laut der Zeit Infektiologen, Virologen, ExpertInnen aus der Raumlufttechnik und Gesundheitsökonomie sowie aus den Sport-, Kultur- und Rechtswissenschaften. Zudem hätten etliche Sportverbände, Theater und auch Hallen- und Arenen-Betreiber sowie Veranstalter von Festivals wie dem Hurricane, Wacken oder Rock am Ring das Papier mit unterschrieben. Auch für Events in Münster und dem gesamten Münsterland könnte ein Absegnen der Forderungen ein Wiederbeleben bedeuten.

Im vergangenen Jahr musste unter anderem das Vainstream in Münster wegen Corona abgesagt werden, auch das Stadtfest Münster Mittendrin wurde auf 2021 verschoben. Ein durchdachtes Hygienekonzept samt Teststrategie könnte den Besuch von Konzerten wie dem Rockfest in Münster wieder möglich machen. Doch ob angesichts der aktuellen Entwicklung der Coronavirus-Mutationen in Deutschland ein solcher Stufen-Plan für Großveranstaltungen in naher Zukunft realistisch ist, bleibt fraglich. Experten warnen bereits vor einer zweiten Pandemie durch die Coronavirus-Mutationen. (*RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

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