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5500 neue Fälle

Warnung für NRW? Corona-Zahlen in den Niederlanden steigen dramatisch

Münster/NRW

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in den Niederlanden explosionsartig gestiegen. Zuvor hatte es umfangreiche Lockerungen gegeben, die nun zum Großteil auch in Nordrhein-Westfalen gelten.

Von Dario Teschner

Am Freitag (9. Juli) treten in Nordrhein-Westfalen überall da, wo die Corona-Zahlen stabil auf einem niedrigen Niveau sind, Lockerungen in Kraft. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann führte gemeinsam mit der Landesregierung die "Inzidenzstufe Null" ein. Damit können nun beispielsweise in Bielefeld Clubs und Diskotheken unter Corona-Auflagen wieder öffnen. Doch die neugewonnenen Freiheiten bringen auch Gefahren mit sich. Da die Delta-Variante weltweit auf dem Vormarsch ist, kann sich die Corona-Lage rasch ändern. Großbritannien und Portugal mussten nach ihren Öffnungsschritten mitansehen, wie sich das Coronavirus wieder ausgebreitet hat. Aktuell steigen auch in den Niederlanden die Neuinfektionen dramatisch.  

NRW: Nachbarland verzeichnet 5500 neue Corona Fälle

In den Niederlanden wurden am Donnerstag (8. Juli) rund 5500 Fälle gemeldet. So viele Neuinfektionen mit dem Coronavirus hatte es hier bereits sei dem 14. Mai nicht mehr gegeben, wie das nationale Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM erklärte. Vor sieben Tagen lag die Zahl noch bei etwa 800 Fällen innerhalb von 24 Stunden. Die Öffnungsschritte der Regierung haben offenbar zu dem explosionsartigen Anstieg geführt.

Am Freitag (9. Juli) weisen die Niederlande eine Inzidenz von 94,1 auf. Vor allem viele junge Menschen haben sich offensichtlich in Clubs und Diskotheken mit der Delta-Variante des Coronavirus infiziert. Einen Massenausbruch gab es beispielsweise in Enschede. Auch in Deutschland ist der Inzidenzwert in den vergangenen Tagen leicht gestiegen. Er liegt derzeit aber noch bei 5,5. Aufgrund der niedrigen Zahlen hat Nordrhein-Westfalen die "Inzidenzstufe Null" eingeführt. 

Niederlande beraten über strengere Corona-Regeln

Die weitreichenden Lockerungen in NRW, die beispielsweise in Münster in Kraft treten, hält Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nicht für richtig. Der SPD-Politiker sieht diesen Schritt kritisch. Nach dem explosionsartigen Anstieg der Corona-Zahlen berät die niederländische Regierung kurz vor der Sommerpause über neue Maßnahmen, um das Virus einzudämmen. Zum 26. Juni hatte das Land fast alle Corona-Regeln aufgehoben. Die Maskenpflicht galt in weiten Teilen nicht mehr und an die Abstandsregel von 1,5 Metern hielten sich wohl zunehmend weniger Menschen. 

Der Anstieg der Neuinfektionen wird mit der Verbreitung der Delta-Variante begründet. Noch führte das aber nicht zu mehr Patienten in den Krankenhäusern. Die Erfahrungen im Nachbarland dürften auch für Deutschlands bevölkerungsreichste Bundesland ein Warnzeichen sein, denn in NRW gelten jetzt nahezu die gleichen Freiheiten, solange die Inzidenz in Nordrhein-Westfalen sowie in der jeweiligen Kommune unter zehn liegt (der Inzidenzwert in Münster beträgt aktuell 4,2).

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