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Erste Impfungen

Coronavirus: So verlief der Impfstart in Münster

Die ersten Menschen in Münster wurden gegen das Coronavirus geimpft. Wie die Stadt mitteilt, verlief der Impfstart reibungslos – und OB Markus Lewe fand emotionale Worte.

Von Lea Sarah Wolfram

Münster – Am 27. Dezember, kurz nach Weihnachten, wurden die ersten Menschen in Deutschland und der EU gegen das Coronavirus geimpft. Auch in Münster erhielten nach Eintreffen des Biontech-Wirkstoffes Bewohner und Personal in Pflegeheimen ihre erste von insgesamt zwei Schutzimpfungen. Zuerst wurden 138 BewohnerInnen der Pflegeheime Johanniter-Stift und Handorfer Hof sowie 42 dort angestellte Pflegekräfte gegen das Coronavirus geimpft.

Stadt:Münster
Einwohner:315.293 (Stand: 31. Dezember 2019)
Bundesland:NRW

Münster (NRW): Impfstart geglückt – über 1000 Corona-Impfungen in den nächsten Tagen

Beinahe zeitgleich erhielten die ersten Pflegeheimbewohner in Münster ihre Corona-Impfung. Im Johanniter-Stift war als erste Impf-Patientin Maria Nienhaus an der Reihe. Die 101-Jährige zeigte sich entspannt, aber auch entschlossen, als Dr. Peter Münster die Nadel mit dem Biontech-Impfstoff ansetzte. „Es ist ja wichtig für alle Menschen“, sagte sie, „dieser Virus kann nur von allen gemeinsam bekämpft werden.“ Im Seniorenzentrum Handorfer Hof erhielt Elisabeth Kruse (87) als Erste eine Corona-Schutzimpfung.

Nach dem gelungenen Auftakt zeigt sich Dr. Münster optimistisch: „Was uns überaus zuversichtlich stimmt, ist die Tatsache, dass wir in den nächsten Tagen bei über 1000 Impflingen die Nadel ansetzen werden. Über 2000 uns zur Verfügung stehende Dosen fordern wir in diesem Jahr noch an. Und wir haben bereits von über 3000 Impflingen die Zustimmung vorliegen.“ Der Arzt leitet gemeinsam mit Dr. Hendrik Oen (Leiter der KVWL-Bezirksstelle Münster) das Impfzentrum Münster.

Impfstart in Münster: Impfbereitschaft in Pflegeheimen groß

Auch Wolfgang Heuer, Leiter des Corona-Krisenstabs in Münster, lobte den Beginn der Impfungen – auch angesichts der Bereitschaft in den Pflegeheimen: „Der Impfstart ist wie ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk, wunderbar. Die Menschen hier in den Einrichtungen sind sehr offen und interessiert am Thema, machen mit – besser hätte es heute einfach nicht laufen können. Und trotz der immensen Belastung auch über die Weihnachtsfeiertage sind bereits zahlreiche weitere Bereitmeldungen aus den Einrichtungen erfolgt.“ Die Pflegeheime hätten zudem gute Vorarbeit geleistet. „Das bedeutet, dass wir hier zügig durchkommen, aber auch individuell genug Zeit haben für jede Bewohnerin und jeden Bewohner“, sagte Dr. Münster.

Insgesamt sei die Impfbereitschaft der Pflegeheimbewohner und Mitarbeiter groß gewesen, wie die Stadt Münster berichtet. Dies liege zum einen an dem großen Druck, der seit Monaten auf allen Beteiligten liege. Zum anderen sei der Wunsch nach einer schnellen Rückkehr zum Alltag sehr groß: „Ich bin erleichtert, dass es endlich einen Impfstoff für uns gibt – für uns ist es ein guter Tag“, sagt Maria Christina Prüsse (77), die am Nachmittag geimpft worden war. Und Josef Weidner (88) scherzte nach seiner Impfung: „Das war schon alles? Ohmannomann. Kann ich nicht verstehen, dass Leute da so eine Angst vor haben!“

Impfzentrum in Münster steht bereit

Wie die Stadt berichtet, verlief der Impfstart in Münster problemlos. „Ich bin sehr froh, dass wir nun endlich starten konnten und der Auftakt so reibungslos wie erwartet geglückt ist“, sagt Oberbürgermeister Markus Lewe. Damit liegen zwischen der ersten Impfung und der ersten nachweislichen Infektion mit dem Coronavirus in der Domstadt genau 302 Tage. OB Lewe sieht angesichts der positiven Entwicklung durch den Beginn der Impfungen optimistisch in das kommende Jahr.

Nicht nur in Münster, auch in ganz NRW scheint der Impfstart geglückt. Zu Beginn stehen dem Bundesland 10.000 Impfdosen zur Verfügung. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bezeichnete den Tag als einen „Tag der Hoffnung“. Derweil beschlossen mehrere Kommunen in NRW eine Ausgangssperre.

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