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Rockfest in Münster

Vainstream fällt auch 2021 aus – Veranstalter planen etwas „ganz besonderes“ für den Sommer

Konzert-Veranstalter haben es seit einem Jahr nicht leicht. Seit zwölf Monaten finden keine Großevents statt. Zum zweiten Mal musste nun das Vainstream abgesagt werden. Wir haben mit dem Veranstalter gesprochen.

Von Sohrab Dabir

Münster – Wie geht es für die Kulturbranche weiter? Eine Frage, die sich Millionen Menschen, die dort arbeiten, seit einem Jahr stellen. Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie mussten sämtliche Großevents abgesagt werden – auch für 2021 sieht es bisher nicht gut aus. Von einer erneuten Absage ist nun auch das Vainstream in Münster betroffen.

Die derzeitige Corona-Lage macht ein Festival in dieser Größenordnung noch nicht realisierbar. „Dass wir dieses Jahr erneut nicht zusammenkommen und gemeinsam mit unserer Familie den 15. Geburtstag des Festivals nachfeiern können, trifft uns wirklich hart in die Magengrube“, teilte der Veranstalter am Dienstag (16. März) mit. Bereits im vergangenen Jahr wurde das Vainstream in Münster verschoben.

FestivalVainstream Rockfest
OrtAm Hawerkamp (Münster)
Gründung2006

„Der März 2020 war ein Schock“: Interview mit Vainstream-Veranstalter

Vergangene Woche mussten sieben große Festivals in Deutschland ihre Termine für 2021 absagen – unter anderem „Rock am Ring“ und das „Hurricane Festival“. Auch große Touren wie die von Rammstein stehen auf der Kippe. Ein neuer Termin für das Vainstream in Münster steht immerschin schon fest.

Am 25. Juni 2022 soll die 15. Auflage des Vainstream Rockfest am Hawerkamp in Münster über die Bühne gehen. Dann aber wirklich. „Auch diese Zeit wird vorübergehen und schon bald werden wir wieder zusammen den Hawerkamp mit Schweiß, Sonnencreme, Bier und guter Laune überfluten“, heißt es. Wir haben mit Tom Naber, der mit „Kingstar“ Veranstalter des Festivals ist, über die derzeitige Lage in seiner Branche und die Aussichten des Vainstreams gesprochen.

Hallo Tom, wie ist die Stimmung derzeit bei euch bei Kingstar?

Tom Naber: Die Stimmung war sicher schon mal besser. Die Tatsache, dass fast alle im Team untereinander befreundet sind, hilft in diesen Zeiten schon sehr. Ich würde sogar sagen, dass das Team durch diese besondere Zeit nochmal enger zusammengerückt ist. Das ist schon positiv und wir versuchen auch alle positiv zu bleiben – das klappt, wie bei vermutlich jedem Menschen in dieser Zeit, mal besser mal schlechter.

Das Virus hat vor allem die Veranstaltungsbranche seit einem Jahr fest im Griff. Gib uns doch mal einen Einblick in die vergangenen Monate. Was waren die größten Hürden, die ihr zu bewältigen hattet?

Naber: Der März 2020 war natürlich ein Schock. Da wurde einem klar, dass man nichts mehr tun konnte. Unser Unternehmen und generell die Veranstaltungsbranche war ja bis dato eine Branche, die immer mehr gewachsen ist, die nie auf irgendwelche Subventionen angewiesen war, sondern eine sehr, sehr gesunde Branche war. Dass von einem auf den anderen Tag nichts mehr ging, war natürlich extrem hart. Damit umzugehen war wohl die größte „Hürde“. Die eigentlich 800 geplanten Konzerte & Festivals von uns zu verschieben (bzw. immer wieder zu verschieben), war natürlich auch keine Arbeit, die Spaß gemacht hat. Da aber in der Branche alle gleich betroffen waren, war und ist da schon ein Zusammenhalt zu spüren. Das hat die Arbeit untereinander erleichtert.

Vainstream plant für Münster ein Event im Sommer

Das Vainstream Rockfest musste für 2021 nun erneut abgesagt werden. Ist die Zukunft des Festivals in Gefahr?

Naber: Die Zukunft des Vainstreams ist nicht in Gefahr. Wir haben ja schon einen Termin für 2022 – den 25. Juni 2022. Wir planen für das kommende Jahr aber noch etwas ganz besonderes für unsere Vainstream-Familie.

Was habt ihr geplant?

Naber: Wir sind gerade in der Planung von Coronakonformen Veranstaltungen für den Sommer. Wir würden gerne den Münsteranern*innen wieder die Möglichkeit bieten, bei Open-Air-Live-Musik ein paar schöne Stunden zu verbringen. Für solche Ziele gibt das Team bei uns Vollgas. Hoffentlich können beziehungsweise dürfen wir unsere Konzepte auch umsetzen.

Nach 2020 fällt das Vainstream auch 2021 flach – jetzt hoffen alle Fans auf 2022. Foto: Sohrab Dabir/msl24.de

Müsste die Politik deiner Meinung nach mehr tun, um die Kulturbranche wieder ans Laufen zu bringen? Und was für Ansätze wären deiner Meinung nach gefragt?

Naber: Erstmal möchte ich hier sagen, dass es schon toll ist, dass es Unterstützung für Kulturschaffende gibt. Diese Unterstützung ist ja momentan in erster Linie Geld. Was man aber auch gemerkt hat, ist, dass die Kulturszene jetzt nicht ganz oben bei der Politik auf dem Zettel steht. Politiker schmücken sich gerne mit dieser, aber letzten Endes hat man so gut wie keine Lobby. Trifft natürlich auch nicht auf alle Politiker zu. Generell kann man sagen, dass die Bürokratie kein Herz für uns hat. Aber das Thema Bürokratie scheint ja gerade auch generell ein Problem in Deutschland zu sein.

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