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Urteil am Landgericht Münster

Ehefrau erstochen und im Teich versenkt – Angeklagter muss lange hinter Gitter

Das Urteil ist gefallen: Ein 32-Jähriger hatte vergangenes Jahr seine Ehefrau getötet und sie in einem See in Heek versenkt. Jetzt muss er lange hinter Gitter.

Von Stefanie Masuch

Der Angeklagte aus Heek wurde am Freitag zu einer langen Haftstrafe verurteilt. (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa

Update: 17. Mai, 15.15 Uhr. Münster – Der Angeklagte, der bereits im Januar versucht hatte, sich in der JVA das Leben zu nehmen, sitzt am Freitag (17. Mai) fast schon teilnahmslos im Gerichtssaal in Münster. Ein Übersetzer dolmetscht jedes Wort für ihn. Bei der Urteilsverkündung – 11 Jahre und sechs Monate muss er in Haft –, verzieht er keine Miene.

Den Vorwurf, seine 23-jährige Ehefrau getötet zu haben, hatte er bereits im Dezember zugegeben. 17 Messerstiche wurden der jungen Mutter zugefügt, bevor ihr Mann ihre Leiche im Ententeich entsorgte. Währenddessen war der zwei Monate alte Säugling nur wenige Meter entfernt im Kinderwagen.

Das Gericht verhandelt nun in einem anderen Fall: Ein Mann brachte seinen 48-jährigen Bekannten in Gescher mit mehreren Messerstichen um. Nun wird ihm der Prozess gemacht.

Prozess in Münster: Opfer hatte Ehemann bedroht

Laut Aussage des Angeklagten während des Prozesses in Münster hatte die getötete Mariam M. ein Küchenmesser auf den Spaziergang mitgenommen. Mit den Worten "Entweder du tötest mich, oder ich töte dich" soll sie ihm dieses bei der Pause am Teich drohend entgegen gehalten haben.

Der Mann aus Dagestan, einer Republik im südlichen Teil Russlands, war ein solches Verhalten nicht gewohnt. "Mariam hat sich nicht so verhalten, wie Sie es von ihrer Ehefrau erwartet haben", folgerte die Staatsanwältin in Münster. Er fürchtete um das Ende seiner Rolle als Versorger und Ehemann. Der Familienvater nahm der 23-Jährigen das Messer ab. Obwohl sie nun, zwei Monate nach der Geburt ihres dritten Kindes und deutlich kleiner und leichter als er, keine Gefahr mehr für ihn darstellte, entschloss er sich, sie zu töten – und stach zu.

In der Region kam es kürzlich zu einer weiteren, grausamen Tat: Die Staatswanwaltschaft Münster ermittelt wegen eines Mordes in einem Altenheim in Emsdetten. Dort soll eine Bewohnerin von ihrem Ehemann getötet worden sein.

Angeklagter beleidigte Schwiegermutter bei Verhandlung in Münster

Ehre und Respekt, sagt der Anwalt der Nebenklage am letzten Verhandlungstag in Münster, seien dem 32-Jährigen sehr wichtig – zumindest solange sie ihn betreffen. Seiner Frau gegenüber habe er jedoch keinen Respekt gezeigt. Als sie mit dem Messer am Teich vor ihm stand, fürchtete er nicht um sein Leben, sondern nahm ihr Verhalten lediglich als respektlos wahr.

Während der Vernehmungen durch die Beamten der Mordkommission in Münster beleidigte der Dagestane immer wieder seine tote Frau mit derben Schimpfwörtern. Auch im Gerichtssaal wurde er ausfallend – und zwar gegenüber seiner Schwiegermutter.

Am letzten Verhandlungstag in Münster wurde entschieden, welche Strafe den 32-Jährigen aus Dagestan erwartet. (Symbolbild) Foto: picture alliance / dpa

Landgericht Münster: Ehepaar hatte häufig Streit

Ein Konflikt mit der Mutter des Opfers, bei der die drei Kinder des Paares inzwischen leben, war es auch, der den Angeklagten schließlich hinter Gitter brachte. Sie waren im September – einen Monat nach der Tat – wegen der Erziehung des ältesten Sohnes aneinander geraten. Die Situation drohte, zu eskalieren: Er drohte seiner Schwiegermutter, sie zu töten. Polizisten nahmen ihn in Gewahrsam, wo er anschließend auch blieb – nachdem die Frau den Verdacht geäußert hatte, dass er möglicherweise ihre Tochter ermordet hatte.

Immer wieder kam es zwischen dem Ehepaar zu Streitigkeiten – der Angeklagte hegte den Verdacht, dass seine Frau, mit der er nicht zusammenlebte, ihm fremdgehe. Um seine Vermutung zu überprüfen, trug er seinem siebenjährigen Sohn auf, das Verhalten seiner Mutter zu beobachten. Obwohl sie selbst es wiederholt schaffte, ihren Ehemann zu beruhigen, kam sein Bedürfnis nach Kontrolle immer wieder hoch. So anscheinend auch am Abend der Tat, wie sich während des Prozesses in Münster herausstellte.

Letzter Prozesstag in Münster: "Ich bereue das"

Obwohl der Angeklagte die Tat zugegeben hat, bleibt er nach wie vor dabei, dass er nur drei Mal zugestochen habe – anstatt der 17 Stiche, die der Gerichtsmediziner festgestellt hatte. Die Ehefrau verblutete schließlich – aber erst, nachdem ihr Mann ihr einen letzten Schnitt am Hals zugefügt hatte: "So, als hätte ich sie richtig tot machen wollen", sagte er während des Prozesses in Münster.

Zuletzt äußerte sich der Angeklagte selbst zu seiner Tat: "Es tut mir leid, dass ich den Kindern die Mutter genommen habe. Ich bereue das." Seiner Aussage zufolge hatte er sich Monate zuvor das Leben nehmen wollen, als ihm klar wurde, dass seine Kinder nun wissen, dass er für den Tod seiner Frau verantwortlich ist.

Gericht in Münster beschließt lange Haftstrafe nach Totschlag

Die Staatsanwältin plädierte auf 12 Jahre und 6 Monate Freiheitsstrafe. Auch der Anwalt der Nebenklage hielt dieses Strafmaß für angemessen. Die Anwältin des Angeklagten stellte keine konkrete Forderung – sie legte das Strafmaß in das Ermessen des Gerichts in Münster – unter der Berücksichtigung seines traditionell geprägten Weltbilds und dass er in Deutschland nie "richtig angekommen sei".

Obwohl der Angeklagte am Tag der Tat noch Kokain zu sich genommen hatte, wird er als schuldfähig angesehen. Dafür spricht sein logisches und organisiertes Vorgehen nach der Tat. Das Landgericht Münster hielt schließlich die Strafe von 11 Jahren und sechs Monaten für angemessen.

Der 32-Jährige muss eine Haftstrafe von 11 Jahren und sechs Monaten absitzen. (Symbolbild) Foto: picture alliance / Friso Gentsch

Darin berücksichtigt ist nicht nur der Totschlag, sondern auch die Bedrohung, die er gegenüber der Mutter des Opfers ausgesprochen hatte. Beinhaltet ist zudem eine Strafe nach einem Übergriff auf zwei Frauen in Düsseldorf, für die dem 32-Jährigen eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verhängt wurden.

Derzeit kommt es auch zu diesem Prozess: Der Streit um die Mopsdame Edda aus Ahlen wird nun vor dem Landgericht Münster ausgetragen. Die neue Besitzerin verklagt die Stadt auf Schadensersatz.

Ehefrau erstochen und im Teich versenkt – Angeklagter muss lange hinter Gitter

Erstmeldung: 17. Mai, 12.57 Uhr. Münster – Es war eine äußerst brutale Tat: Im August vergangenen Jahres hat ein 32-Jähriger seine Ehefrau getötet – im Beisein des gemeinsamen Säuglings. Wenig später versenkte er die Frau in einem Teich in Heek (Kreis Borken).

Münster: Ehemann zu langer Haftstrafe verurteilt

Seit März lief am Landgericht Münster der Prozess gegen den Mann. Nun ist das Urteil gefallen: Der Angeklagte muss für 11 Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor darauf plädiert, den Mann nach dem Mord in Heek zu einer Haftstrafe von 12 Jahre und sechs Monaten zu verurteilen. Ein ausführlicher Bericht zum letzten Prozesstag folgt in Kürze.

Zum Prozess könnte es bald gegen einen Musiker aus der Domstadt kommen: Der 38-Jährige aus Münster sitzt seit März in U-Haft, weil er Kinder missbraucht hat. Es gibt mittlerweile vier Tatverdächtige. Zudem wird es zum Prozess gegen einen Messerstecher kommen: Ein Mann hat Ende des vergangenen Jahres in Rheine auf zwei Menschen eingestochen.

Derzeit gibt es eine weitere Verhandlung vor dem Landgericht: Nach einer Bluttat in Westerkappeln im April, steht nun der Vater eines bereits Verklagten vor Gericht.

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