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Experten-Ratschläge

Empfehlungen und Nebenwirkungen: Alle Infos zum Coronavirus-Impfstoff von Biontech

Seit Dezember werden auch Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Doch manche Personen müssen unter Umständen bei der Impfung vorsichtig sein.

Von Lea Sarah Wolfram

NRW – Kurz vor Weihnachten wurde der Impfstoff von Biontech und Pfizer in der EU zugelassen, wenige Tage später erhielten die ersten Menschen in Deutschland die Impfung mit dem Vakzin, das den Namen BNT162b2 trägt. Nicht zuletzt wegen der kürzlich entdeckten Coronavirus-Mutation in Großbritannien setzen führende Forscher und Politiker vor allem auf Schutzimpfungen, wenn es um die Rückkehr zur Normalität geht. Doch noch steht die Immunisierung der Bevölkerung bevor – und viele Personen haben Fragen zum mRNA-Wirkstoff, möglichen Nebenwirkungen und Impf-Empfehlungen. Erfahren Sie mehr dazu auf msl24.de.

Info:Der Impfstoff von BioNTech, Fosun Pharma, Pfizer soll vor COVID-19 schützen.
Hersteller/Entwickler:BioNTech, Fosun Pharma, Pfizer
Art des Impfstoffs:mRNA
Art der Verabreichung:Intramuskuläre Injektion

Coronavirus-Impfung: So wirkt der mRNA-Wirkstoff von Biontech/Pfizer

Der Impfstoff der Unternehmen Biontech und Pfizer wurde in der EU unter dem Namen „Comirnaty“ zugelassen. Der Wirkstoff beruht auf einer neuen Technologie, denn er nutzt mRNA, also „messenger Ribonukleinsäure“. Normalerweise dient sie dazu, die Bauanleitungen für jedes einzelne Eiweiß im menschlichen Körper zu transportieren. Es handelt sich dabei jedoch nicht um DNA – der Erbinformation des Menschen.

Der Impfstoff enthält nun also ein sogenanntes „Spikeprotein“ des Coronavirus‘ – quasi die Bauanleitung für ein einziges Virus-Eiweiß. Mit der mRNA wird diese Bauanleitung bei der Impfung in den Körper transportiert und soll dafür sorgen, dass Antikörper und -zellen gebildet werden. Die mRNA wird danach abgebaut. Insgesamt muss der Impfstoff zweimal gespritzt werden. Bei msl24.de erfahren Sie mehr über die unterschiedlichen Coronavirus-Impfstoffe.

Wie sicher ist der Coronavirus-Impfstoff von Biontech und Pfizer?

Nicht zuletzt aufgrund der schnellen Entwicklung und Zulassung des Biontech-Impfstoffes kam des Öfteren die Frage auf, ob das Vakzin wirklich sicher sei. Die Landesregierung NRW erklärte in diesem Zusammenhang auf der Homepage der Staatskanzlei NRW, dass auch der mRNA-Wirkstoff von Biontech und Pfizer – so wie alle anderen Impfstoffe auch – in den drei üblichen Studienphasen überprüft worden seien. Dabei habe besonderes Augenmerk auf der dritten Phase gelesen, der klinischen Phase. Dabei wurde die Schutzwirkung des Impfstoffes bei mehr als 10.000 Menschen mit hohem Ansteckungsrisiko getestet. Zudem würden auch nach der Zulassung weitere Untersuchungen durchgeführt.

Coronavirus-Impfung: Verändert der mRNA-Impfstoff das Erbgut?

Nein – die Sorge, dass der Biontech-Impfstoff, der mit mRNA arbeitet, Einfluss auf das Erbgut nehmen könnte, ist unbegründet. Die mRNA ist wie ein Briefumschlag zu verstehen, der Informationen weiterträgt. Im Anschluss wird sie im Körper abgebaut – und das schon innerhalb von Stunden. Dies erklärt Ingmar Hoerr, CureVac-Gründer und Erfinder der neuen Impftechnologie, bei seinem Auftritt bei der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ Ende November. Der mRNA-Impfstoff von Biontech ist selbst auch nicht infektiös, wie das Robert-Koch-Institut in einem Aufklärungsbogen berichtet.

Wie wirksam ist der mRNA-Impfstoff gegen eine Corona-Ansteckung? Wann setzt die Wirkung ein?

Die Wirksamkeit des mRNA-Impfstoffes setzt etwa 7 Tage nach der 2. Impfung ein und liegt nach derzeitigen Studienergebnissen bei 95 Prozent. Etwa 95 von 100 Menschen sind nach der Impfung mit dem Biontech-Vakzin also immun gegen das Coronavirus. Wie lange die Immunantwort des Körpers bestehen bleibt, ist bisher noch unklar. Hoerr schließt nicht aus, dass die Coronavirus-Impfung auch jährlich aufgefrischt werden müsse. Dies müsse aber erst in weiteren, wissenschaftlichen Studien geklärt werden.

Biontech/Pfizer: Diese Nebenwirkungen können bei der Impfung mit mRNA-Impfstoff auftreten

Während der Zulassungsphase traten bei den Probanden, die den mRNA-Impfstoff von Pfizer und Biontech verabreicht bekamen, keine schweren Nebenwirkungen auf. Es wurden jedoch typische Impfreaktionen festgestellt, die auch bei Schutzimpfungen mit anderen Wirkstoffen auftreten können. Diese waren meist nur leicht bis mäßig und klangen innerhalb weniger Tage wieder ab.

  • Schmerzen an der Einstichstelle (über 80 Prozent)
  • Müdigkeit (über 60 Prozent)
  • Kopfschmerzen (über 50 Prozent)
  • Muskelschmerzen (über 30 Prozent)
  • Schüttelfrost (über 30 Prozent)
  • Gelenkschmerzen (über 20 Prozent)
  • Fieber und Schwellung der Einstichstelle (über 10 Prozent)

Seitdem das Vakzin im Einsatz ist, traten jedoch auch selten ernstere Nebenwirkungen auf, wie auch die Deutsche Welle berichtete. Wenige Patienten, die Allergiker sind, berichteten von starken allergischen Reaktionen nach der Impfung mit dem Biontech-Wirkstoff. Drei weitere Menschen, eine Person in den USA und zwei weitere in Großbritannien, erlitten einen anaphylaktischen Schock samt Hautrötungen und Atemnot. Bei diesen Personen waren keine Allergien oder Vorerkrankungen bekannt.

Biontech/Pfizer mRNA-Impfstoff: Besondere Vorsicht gilt für Allergiker

Wie bereits bei den Nebenwirkungen deutlich wurde, gab es bereits allergische Reaktionen bei einigen wenigen Menschen nach einer Impfung mit dem mRNA-Vakzin. Deswegen ist für Allergiker Vorsicht geboten: Bei einer Überempfindlichkeit bei einem bestimmten Wirkstoff-Bestandteil sollte keine Impfung durchgeführt werden. Ebenso ist von einer Coronavirus-Impfung mit BNT162b2 abzusehen, wenn der Patient bereits in der Vergangenheit einen anaphylaktischen Schock hatte. Die Wirkstoff-Bestandteile sind folgende:

  • ALC-0315 = (4-Hydroxybutyl) azandiyl) bis (hexan-6,1-diyl) bis (2-hexyldecanoat)
  • ALC-0159 = 2-[(Polyethylenglykol)-2000]-N,N-Ditetradecylacetamid
  • 1,2-Distearoyl-sn-glycero-3-phosphocholin
  • Cholesterol
  • Kaliumchlorid
  • Kaliumdihydrogenphosphat
  • Natriumchlorid
  • Dinatriumhydrogenphosphatdihydrat
  • Saccharose

Impfung mit dem Biontech-Impfstoff: Was gilt für Schwangere, Kinder und in der Stillzeit?

Bisher gibt es keine oder nur wenige Daten zur Anwendung des Coronavirus-Impfstoffes von Biontech bei Schwangeren. Deswegen wird eine Impfung nicht empfohlen. Bei einer Impfung sollte deswegen auch sichergestellt werden, dass keine Schwangerschaft vorliegt. Zudem wird Frauen im gebärfähigen Alter davon abgeraten, in den zwei Monaten nach der zweiten Impfung schwanger zu werden, wie aus dem Pharmaindex hervorgeht.

Auch bei Kindern unter 16 Jahren wurde die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes BNT162b2 noch nicht nachgewiesen. Es ist ebenso noch nicht bekannt, ob sich der Impfstoff auf die Muttermilch auswirkt, weshalb auch während der Stillzeit von einer Coronavirus-Impfung mit dem mRNA-Vakzin abgeraten wird.

Fieber, Blutverdünnern und Herz-Patienten – Vorsicht bei Coronavirus-Impfung mit Biontech-Vakzin

Neben Schwangeren und Kinder unter 16 Jahren werden zudem keine Personen gegen das Coronavirus geimpft, die akut Fieber haben oder kürzlich eine andere Impfung erhalten haben. Zudem müssen Herz-Patienten aufpassen, wenn sie Blutgerinnungshemmer zu sich nehmen, zum Beispiel Marcumar oder Pradaxa. Hier sei eine Injektion in die Muskulatur eigentlich ausgeschlossen, wie der Pharmaindex anzeigt. Eine Impfung wird jedoch empfohlen, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt. Auch die Deutsche Herzstiftung empfiehlt Herz-Kreislauf-Patienten eine Coronavirus-Impfung.

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