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Energiekrise

Drittes Entlastungspaket – diese Haushalte profitieren

Berlin/Münster

Die Bundesregierung hat ein drittes Entlastungspaket geschnürt. Doch wie sieht dies aus und wer erhält nun wie viel Geld vom Staat?

Mit einem dritten Entlastungspaket versucht die Bundesregierung den Menschen in Deutschland durch die Krise zu helfen. Foto: picture alliance / Lino Mirgeler/dpa

Die Ampel-Koalition hat sich nach langen Diskussionen auf ein drittes Entlastungspaket geeinigt und den Menschen in Deutschland damit weitere finanzielle Unterstützung zugesagt. "Alle Haushalte" sollen profitieren, erklärte Kanzler Olaf Scholz (SPD). Auch die Pläne für einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket wurden konkreter.

In der Beschlussvorlage der Bundesregierung heißt es, dass die Maßnahmen alle Haushalte - auch Rentnerinnen und Rentner, Studierende, Fachschülerinnen und Fachschüler sowie Auszubildende entlastet. Als Universitätsstadt dürften sich damit beispielsweise auch viele junge Menschen in Münster auf Geld vom Staat freuen. 

Drittes Entlastungspaket: So sieht es im Detail aus

Das dritte Entlastungspaket soll ein Gesamtvolumen von mehr als 65 Milliarden Euro haben. Laut Olaf Scholz wurde damit mehr Geld in die Hand genommen, als bei den beiden vorherigen Paketen zusammen. Mit den hier aufgelisteten Maßnahmen soll der Geldbeutel der Bürgerinnen und Bürgern weniger belastet werden: 

  • Energiepauschale für Rentner: Zum 1. Dezember 2022 bekommen Seniorinnen und Senioren eine Einmalzahlung von 300 Euro.
  • Auch Studierende bekommen eine Einmalzahlung: Einmalig erhalten Studentinnen und Studenten 200 Euro. (Arbeitnehmer profitieren bereits von der Energiepauschale). 
  • Familien mit Kindern: Das Kindergeld für das erste und zweite Kind wird zum Jahresbeginn um 18 Euro erhöht. Des Weiteren wird der Höchstbetrag des Kinderzuschlages zum 1. Januar 2023 von jetzt 229 Euro auf dann 250 Euro monatlich angehoben.
  • Nachfolger für das 9-Euro-Ticket: Um ein bundesweites, digital buchbares Nahverkehrsticket realisieren zu können, das in die Fußstapfen des 9-Euro-Tickets treten soll, stellt die Bundesregierung etwa 1,5 Milliarden bereit. Das geplante Ticket wird vermutlich zwischen 49 und 69 Euro kosten und ist damit deutlich teurer als sein Vorgänger.
  • Erhöhung der Regelsätze für Bedürftige: Mit der Einführung des Bürgergelds sollen Anfang 2023 die Regelsätze für Bedürftige auf rund 500 Euro erhöht werden.
  • Das Wohngeld wird zum 1. Januar 2023 erneuert: Im Zuge der Anpassung sollen eine Klimakomponente und eine Heizkostenkomponente eingebaut werden. Wohngeldberechtigte erhalten zudem einen einmaligen Heizkosten-Zuschuss von 415 Euro für einen 1-Personen-Haushalt (540 Euro für zwei Personen; für jede weitere Person zusätzliche 100 Euro). Mieter, die ihre Betriebskostenvorauszahlung nicht leisten können, sollen laut Beschlusspapier „angemessen geschützt“ werden. 
  • Mehr Netto vom Brutto: Es wird zusätzliche steuerliche Entlastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben. So sollen beispielsweise Rentenbeiträge ab dem 1. Januar 2022 vollständig von der Steuer absetzbar sein. Des Weiteren können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern wegen der Inflation eine Einmalzahlung bis zu 3000 Euro steuerfrei auszahlen.
  • Weitere Entlastungen für Arbeitnehmer: Bei der Einkommensteuer wird der Arbeitnehmerpauschbetrag um 200 Euro auf 1200 Euro angehoben. Die Entfernungspauschale für Fernpendler ist befristet bis 2026 von 35 auf 38 Cent erhöht worden. Zudem wird die Homeoffice-Pauschale entfristet. Pro Homeoffice-Tag ist ein Werbungskostenabzug bei der Einkommensteuer von fünf Euro, maximal 600 Euro jährlich, möglich.
  • Vergünstigter Preis für Basisverbrauch an Strom: Künftig soll ein vergünstigter Strompreis für den Basisverbrauch gelten. Für einen zusätzlichen Verbrauch darüber hinaus wäre der Preis nicht begrenzt.
  • So sollen "alle" profitieren: 2023 wird die EEG-Umlage dauerhaft abgeschafft und Stromlieferanten sind verpflichtet, den Wegfall an die Kunden weiterzugeben. Außerdem möchte die Ampel eine Strompreisbremse durch Gewinnabschöpfung bei Energiefirmen finanzieren, die davon profitieren, dass der teure Preis für Gas den Strompreis bestimmt.
  • Für den Gasverbrauch gilt ab Oktober 2022 bis Ende März 2024 statt des normalen Steuersatzes von 19 Prozent ein ermäßigter Steuersatz von sieben Prozent.
Das Bundeskabinett hat wegen der stark gestiegenen Energiepreise ein milliardenschweres Entlastungspaket beschlossen. Geplant ist auch ein Nachfolger für das 9-Euro-Monatsticket. Foto: Uwe Anspach/dpa

"Deutschland steht zusammen in einer schwierigen Zeit. Wir werden als Land durch diese schwierige Zeit kommen", sagte Olaf Scholz am Sonntag (4. September), als er und weitere Vertreter der Bundesregierung das dritte Entlastungspaket vorstellten. Weil innerhalb der Bevölkerung die Ängste, Sorgen und Nöte angesichts der Energiekrise riesig sind, betonte der Bundeskanzler erneut, dass die Ampel-Koalition diese sehr ernst nehme: "You‘ll never walk alone, wir werden niemanden alleine lassen", so der SPD-Politiker. 

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