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Getränkelieferant in der Kritik

Mitarbeiter wegen zweiminütiger Verspätung abgemahnt? Flaschenpost äußert sich

Münster

Flaschenpost steht heftig in der Kritik. Ein Mitarbeiter soll abgemahnt worden sein, weil er zwei Minuten zu spät zu seiner Schicht erschienen ist. Jetzt hat sich das Unternehmen aus Münster geäußert.

Von Sohrab Dabir

Update: 21. Juni, 12.48 Uhr. Die Kritik war heftig, nachdem eine Abmahnung publik wurde, die ein Flaschenpost-Mitarbeiter bekommen hatte. Dieser wurde abgemahnt, weil er seine Schicht zwei Minuten zu spät begonnen hatte. Auf Anfrage hat sich das Unternehmen aus Münster jetzt zu dem Vorfall geäußert.

Unternehmens-Sprecher Martin Neipp bezeichnet die Abmahnung des Lieferanten als einen unglücklichen Vorfall, „der so nicht hätte passieren dürfen. Deshalb haben wir die Abmahnung nach interner Prüfung wieder zurückgezogen und uns bei dem betroffenen Mitarbeiter dafür entschuldigt“. Es entspräche nicht der Kultur von Flaschenpost, eine minimale Verzögerung beim Arbeitsantritt abzumahnen.

Jedoch betonte Neipp auch, dass dem Start-Up aus Münster ein pünktlicher Arbeitsbeginn sehr wichtig sei, „da sich alle Mitarbeitenden einer Schicht aufeinander verlassen können müssen und wir unser Kundenversprechen – die Lieferung innerhalb von 120 Minuten – auch nur durch das verlässliche Zusammenspiel aller Mitarbeitenden erfüllen können“. Auf Twitter hatte die Veröffentlichung der Abmahnung bei Flaschenpost heftige Kritik bis hin zu Boykottaufrufen ausgelöst.

Kritik an Flaschenpost nach Abmahnung

Erstmeldung: 21. Juni, 11.05 Uhr. Gute Nachrichten hat das Münsteraner Unternehmen Flaschenpost in den vergangenen Monaten selten schreiben können. Derzeit muss sich der Getränke-Lieferant einem gewaltigen Shitstorm auf Twitter stellen. Dabei geht es um eine angebliche Abmahnung eines Mitarbeiters.

„Falls sich jemand denkt: ‚Hey die Flaschenpost scheint gut zu wachsen und wirkt wie ein junges modernes Unternehmen, durch die Pandemie sind die Jobangebote eh begrenzt und die suchen Leute‘. Lasst es, kenne keine*n dort, der/die glücklich ist, da zu arbeiten“, heißt es dort in einem Posting. Angefügt ist ein Foto einer Abmahnung, die ein Mitarbeiter des Unternehmens aus Münster bekommen haben soll.

Boykott-Aufrufe gegen Flaschenpost nach Abmahnung

Sein Vergehen: Am vergangenen Dienstag (15. Juni) war der Mann um 14 Uhr zu einer Schicht eingeteilt, erschien jedoch „erst gegen 14.02 Uhr“ und war damit zwei Minuten zu spät, heißt es in dem Schreiben. Flaschenpost, das 2020 von Dr. Oetker aufgekauft wurde, erinnerte seinen Mitarbeiter daran, dass er „pünktlich zu erscheinen“ habe. Sollte der Lieferant erneut zu spät kommen, müsse er mit einer fristlosen Kündigung rechnen, heißt es in der Abmahnung weiter.

Die Abmahnung des Flaschenpost-Mitarbeiters hat in den sozialen Medien Empörung ausgelöst. „Zwei Minuten zu spät zur Arbeit gekommen. Zack, Abmahnung. Ich weiß, wo ich keine Getränke mehr bestelle“, schrieb ein Twitter-Nutzer aus Berlin, wo das Münsteraner Unternehmen ebenfalls ausliefert. „Der hochverdiente Shitstorm und der Imageschaden sind für #Flaschenpost nun so etwas wie eine Abmahnung durch ihre Kunden“, kommentiert WDR-Journalist Arnd Henze das Vorgehen. Niema Movassat, Bundestagsabgeordneter der Linksfraktion, bezeichnete Flaschenpost in dem Zusammenhang gar als „Drecksladen“.

Flaschenpost aus Münster in der Kritik: Nicht das erste Mal

„Purer Hass, aber die werden damit schon auf die Schnauze fallen, wir haben jede Schicht zu wenig Mitarbeiter, das kann auf Dauer nicht gut gehen“, lautet ein Kommentar eines Flaschenpost-Lieferanten. Die Boykottaufrufe gegenüber dem Unternehmen werden einmal mehr laut. An anderen Stellen wird hingegen auch die Echtheit der Abmahnung angezweifelt.

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder lautstarke Kritik am Unternehmen gegeben. So wurden neulich die schlechten Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter von Flaschenpost aus Münster publik. Lieferanten stünden unter enormen Zeitdruck, bekämen Überstunden nicht bezahlt und ihnen werde vorschnell gekündigt. Der jüngste Shitstorm fügt dem eh schon angekratzten Image des einst so hoffnungsvoll gestarteten Start-Ups einmal mehr erheblichen Schaden zu.

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