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Coroanvirus

Inzidenz in Münster steigt auf 84: Droht die Ausgangssperre?

In Münster steigt die 7-Tages-Inzidenz weiter an. Der Wert liegt derzeit so hoch wie seit Monaten nicht mehr. Das könnte drastische Auswirkungen haben.

Von Sohrab Dabir

Münster – Viel hat sich in den vergangenen Wochen in der Domstadt verändert: Die Stadt galt aufgrund der geringen Infektionszahlen lange Zeit als Paradebeispiel für einen gelungenen Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland. Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster, durfte sogar bei Markus Lanz im ZDF von den Erfolgen der Stadt berichten. Doch seitdem hat sich vieles zum Negativen entwickelt.

Die Corona-Zahlen steigen in Münster seit mehreren Wochen kontinuierlich an. Am Montag (22. März) vermeldete die Stadtverwaltung von Münster eine 7-Tage-Inzidenz von 84,2. Derzeit gelten 403 Personen in der Fahrradstadt als infiziert. Der kritische Wert von 100 ist demnach nicht mehr weit – und könnte im Hinblick auf den Corona-Gipfel weitreichende Auswirkungen haben.

StadtMünster
Einwohner313.000
BundeslandNRW

Coronavirus in Münster: Droht eine Ausgangssperre?

In einer Beschlussvorlage zum Corona-Gipfel am Montag wird über eine örtliche und nächtliche Ausgangssperre für Landkreise beziehungsweise kreisfreie Städte, dazu zählt auch Münster, debattiert. Diese soll greifen, sollte die lokale Inzidenz über 100 liegen. „Angesichts des deutlich exponentiellen Wachstums muss darüber hinaus durch zusätzliche Maßnahmen dafür Sorge getragen werden, dass die Neuinfektionszahlen wieder verlässlich sinken“, heißt es in der Vorlage von Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

In vielen Kreisen Deutschlands liegt die 7-Tages-Inzidenz bereits weit über 100 – der Kreis Düren vermeldet sogar einen Wert von über 200. Sollten die Infektionen mit dem Coronavirus in Münster in den kommenden Tagen weiter ansteigen, droht auch in der Domstadt eine Ausgangssperre. Gegen die Pläne aus dem Kanzleramt gibt es jedoch jetzt schon Widerstand.

Münster: Kommt die regionale Ausgangssperre? SPD-Politiker dagegen

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz betrachtet die geplante Ausgangssperre mit großer Skepsis. Auch Lars Klingbeil, Generalsekretär der Sozialdemokraten, ist gegen die Pläne aus dem Kanzleramt, wie er gegenüber „Bild“, betonte: „Ich halte davon nichts. Die Ausgangssperre ist ein Instrument, das in meinen Augen nicht greift.“ Der bevorstehende Corona-Gipfel mit der Kanzlerin und den 16 Länderchefs am Nachmittag wird daher mit Spannung erwartet – wohl auch in Münster.

Derweil wurde am selben Tag eine andere weitreichende Entscheidung gefällt: Das OVG Münster hat die Corona-Beschränkungen für den Einzelhandel in NRW gekippt. Sämtliche Geschäfte dürfen demnach ab sofort wieder öffnen, ohne auf eine Mindestanzahl an Kunden achten zu müssen. Das Gericht begründete die Entscheidung damit, da die vorherrschenden Corona-Regeln zum Einzelhandel gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstießen. So waren bislang Buchläden, Gartenmärkte und Schreibwarengeschäfte als einzige von den Regelungen ausgenommen.

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