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37-Jähriger in U-Haft

Kindesmissbrauch in Münster zieht weitere Kreise: Erneute Festnahme

Die Ermittlungen im großen Missbrauchskomplex von Münster sind noch lange nicht abgeschlossen. Immer mehr Verdächtige kommen ans Tageslicht – jetzt wurde erneut ein Mann festgenommen.

Von Sohrab Dabir

Münster/Mainfranken – Seit vergangenem November läuft in Münster der Kindesmissbrauchs-Prozess gegen den Hauptangeklagten Adrian V. und vier weitere Personen. Sie sollen im Zeitraum von mehreren Monaten Jungen in einer Gartenlaube im Stadtteil Kinderhaus schwer missbraucht und die Taten gefilmt haben.

Im Rahmen der Ermittlungen zum Missbrauchsfall in Münster gab es immer wieder neue Festnahmen. Nun konnte eine weitere Person ermittelt werden, die unter Verdacht steht, in den Fall verwickelt zu sein. Dies teilte die Polizei Münster am Freitag (29. Januar) mit.

OrtMünster
Einwohner315.293
BundeslandNRW

Missbrauch in Münster: Mann aus Kreis Würzburg festgenommen

„Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Würzburg wurde gegen einen 37-Jährigen ein Haftbefehl erlassen“, berichtet die Polizei Münster. Dem Mann wird unter anderem Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch an Kindern vorgeworfen. Bereits Anfang Januar wurde der Verdächtige einem Haftrichter vorgeführt – mittlerweile befindet er sich in Untersuchungshaft.

Im Rahmen der Ermittlungen „EK Rose“ konnte zunächst festgestellt werden, dass der Hauptangeklagte Adrian V. aus Münster Kontakt zu einer Person aus Unterfranken gehabt und mit ihr kinderpornografisches Material geteilt hatte. Zudem soll sich der Verdächtigte am Missbrauch von Kindern beteiligt haben.

Mann aus Unterfranken live zum Missbrauch in Münster zugeschaltet

Die Ergebnisse der Ermittlungen konnten aus ermittlungstaktischen Gründen erst jetzt veröffentlicht werden, teilt die Polizei mit. Konkret wird dem Festgenommenen aus Unterfranken vorgeworfen, von Adrian V. per Live-Stream zugeschaltet worden zu sein, als sich dieser an einem Kind in der Gartenlaube in Münster verging.

Der 37-Jährige soll weiterhin Kinderpornografie besessen und diese verbreitet haben, so der Tatvorwurf. Noch am Tag seiner Festnahme wurde der Beschuldigte einem Haftrichter vorgeführt. Wegen Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch an Kindern und Besitz kinderpornografischer Schriften wird er sich bald vor Gericht verantworten müssen. Derweil wurde der Prozess am Landgericht Münster am Donnerstag (28. Januar) fortgesetzt. Dort ging es auch um die Mutter von Adrian V., die als Erzieherin in einer Kita gearbeitet hatte und Besitzerin der Gartenlaube in Kinderhaus war.

Münster: Kitaleiterin sagt im Missbrauchs-Prozess aus

Im Prozess in Münster sagte nun die Kitaleiterin aus, die mit Carina V., der Mutter des Hauptangeklagten, zusammen gearbeitet hatte. Sie lobte den Umgang der Beschuldigten mit den Kindern. Zudem wurden im Gerichtssaal mehrere Fotos gezeigt, die Adrian V. beim Spielen im Bällebad der Kita zeigen. Ebenfalls waren Kinder auf dem Bild zu sehen, die als mutmaßliche Opfer im Missbrauchskomplex gelten.

Die Kitaleiterin aus Münster gab an, dass sie von den Besuchen des Hauptangeklagten außerhalb der Besuchszeiten nichts gewusst habe. Auch gebe es keine Hinweise darauf, dass es in der Einrichtung zum Missbrauch an Kindern gekommen sein könnte. Die beiden auf den Bilder zu sehenden Jungen seien, so bestätigte es der vorsitzende Richter, keine Kinder aus der Kita gewesen.

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