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Urteil wird erwartet

Kommentar zum Missbrauchsprozess: Alles andere als Höchststrafe wäre eine Farce

Münster

Abscheuliches mussten mehrere Kinder in Münster erleiden. Der Missbrauchsprozess nähert sich dem Ende. Dabei kann es nur ein Urteil geben. Ein Kommentar.

Von Sohrab Dabir

Der Hauptangeklagte Adrian V. (vorne rechts) vor dem Prozessbeginn in Münster Foto: Rolf Vennenbernd/dpa-Pool/dpa

Das Grauen, welches die Kinder monatelang durchmachen mussten, ist für jeden halbwegs klar denkenden Menschen wohl kaum zu begreifen. Sie wurden vergewaltigt, gequält, unter Drogen gesetzt und dabei gefilmt, wie fremde Männer sich an ihnen vergehen. Der Missbrauchsfall aus Münster hat menschliche Abgründe ans Tageslicht gebracht, die in dieser Form nicht vorstellbar waren.

Adrian V: Der Name steht wie kein zweiter in Münster für das Abscheuliche, das sich über lange Zeit unbemerkt von der Öffentlichkeit in einer beschaulichen Kleingartenanlage in Münster abgespielt hat. Alleine die Berichterstattung über die Taten löste unbändige Wut und Abscheu in einem aus. Kaum vorzustellen, wie es den Kindern erging. Wieso tut ein Mensch unschuldigen Kindern solches Leid an? Dies ist eine Frage, an der vermutlich die besten Psychologen scheitern.

Banges Warten auf das Urteil in Münster

46 Tage wurde vor dem Landgericht verhandelt. Neben Adrian V. standen auch drei weitere Männer sowie die Mutter des Hauptangeklagten vor Gericht. Die ehemalige Kindergärtnerin soll von den Taten gewusst und sie gebilligt haben. Die Lebensgefährtin des 27-Jährigen aus Münster soll sich sogar am Missbrauch ihres eigenen Kindes beteiligt haben.

Nun steht also in Kürze das Urteil an. Gespannt wird über die Grenzen Münsters hinaus auf das geschaut, was schon bald im Gerichtssaal des Landgerichts passieren wird. Bekommen Adrian V. und die anderen Kinderschänder ihre gerechte Strafe? Und kann es bei solch abscheulichen Taten überhaupt eine Gerechtigkeit geben? Vermutlich nicht. Die Jungen sind für ihre Leben gezeichnet. Sie wurden von der Gesellschaft und auch vom Jugendamt kläglich im Stich gelassen. Aber für die Männer kann es nur ein Urteil geben: 15 Jahre Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Alles andere wäre eine Farce und ein Schlag ins Gesicht für die Opfer. Menschen wie Adrian V., der sich zu den Taten bis heute nicht geäußert hat, dürfen nicht mehr auf die Gesellschaft losgelassen werden.

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