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Bundesjustizminister äußert sich

Sommer-Send ohne "Layla"? Debatte um Schlagersong reißt nicht ab

Münster

Der Schlagersong "Layla", der vor allem am Ballermann gespielt wird, hat eine Sexismusdebatte entfacht. Jetzt hat auch die Stadt Münster reagiert.

Von Dario Teschner

Während einige Veranstalter den Partyhit „Layla“ verbieten, bittet auch die Stadt Münster den Schaustellerverband Münsterland auf den umstrittenen Song zu verzichten. Foto: Patrick Pleul/dpa

Nachdem die Veranstalter von Volksfesten in Städten wie Würzburg und Düsseldorf auf den Ballermann-Hit "Layla" von DJ Robin und Schlagersänger Schürze gänzlich verzichten wollen, hat die Debatte um den Songtext nun auch das Münsterland erreicht. In Münster, wo am Donnerstag (14. Juli) der Sommer-Send startet, soll das Lied jetzt ebenfalls nicht gespielt werden. 

Mit dieser Entscheidung kommt der Schaustellerverband Münsterland einer Bitte der Stadt Münster nach. Es handle sich in diesem Fall jedoch nicht um ein Verbot, den Song "Layla" zu spielen, erklärte Sprecher Arno Heitmann in einem WN-Bericht. 

Münster verzichtet auf "Layla": Bundesjustizminister nimmt Stellung

Zum Ballermann-Hit "Layla" wird auf Spaniens beliebter Ferieninsel Mallorca getanzt und gefeiert. Doch in Deutschland sorgt der Songtext, in dem es um die "Puffmama Layla" geht, die laut Refrain "schöner, jünger, geiler" ist, für Gesprächsstoff und Diskussionen. Wegen der als sexistisch angesehenen Textzeilen haben mehrere Veranstalter von Volksfesten angekündigt, das Schlagerlied in ihren Zelten nicht spielen zu wollen. 

Der Ballermann-Hit von DJ Robin & Schürze, der seit Wochen Platz 1 in den deutschen Single-Charts belegt, hat bundesweit eine Sexismusdebatte ausgelöst. In diese hat sich jetzt auch Bundesjustizminister Marco Buschmann eingeschaltet: "Man muss Schlagertexte nicht mögen. Man kann sie sogar doof oder geschmacklos finden. Sie aber behördlich zu verbieten, finde ich, ist eins zu viel", äußerte sich der FDP-Politiker. 

"Layla": Das sagt Mickie Krause zum Partyhit

In der Debatte um den Song "Layla" meldete sich auch Mickie Krause im WDR-Interview zu Wort. Seiner Meinung sollten derartige Partyhits nicht überbewertet werden. Text sei nicht das Wichtigste, so der Schlagersänger. Warum Verbote ausgesprochen werden, kann der Sänger aus Wettringen (Kreis Steinfurt) nicht verstehen. 

Mickie Krause glaubt, dass die aktuelle Debatte um "Layla" zum Erfolg des Lieds beitragen werde. "Alles, was verboten wird, macht uns ja noch schärfer", so der Münsterländer, der seinen Durchbruch als Schlagersänger 1999 mit dem Song "10 nackte Friseusen" feierte. Doch in der Musikbranche gibt es auch andere Meinungen. 

Rapperin Sookee spricht sich für "Layla"-Verbot aus

Rapperin Sookee (alias Nora Hantzsch) widerspricht Mickie Krause und befürwortet die ausgesprochenen Verbote der Städte Würzburg und Düsseldorf. "Hier geht es lediglich um eine Fleischbeschau", sagte sie dem Bayerischen Rundfunk. Für Sookee, die sich seit Jahren gegen Geschlechterdiskriminierung einsetzt, zählt in diesem Fall auch nicht das Argument der Kunstfreiheit.

"Wie wenig Anspruch hat eine Gesellschaft an sich selber, dass sie die Kunstfreiheit bemühen will, als hohes Gut, um so einen Song zu rechtfertigen und zu schützen?", so die Rapperin. Ihrer Auffassung nach sei Kunstfreiheit dazu da, Minderheiten zu schützen und nicht dafür, jeden "stumpfen gesellschaftlichen Diskriminierungs-Move auch noch in die Charts zu pushen". Ob der umstrittene Ballermann-Hit auch auf anderen Veranstaltungen im Münsterland von der Playlist gestrichen wird, bleibt abzuwarten. 

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