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Niedrige Corona-Zahlen

Maskenpflicht abschaffen? Debatte nimmt in NRW Fahrt auf

NRW

Sollte die Maskenpflicht bald abgeschafft werden? Und wenn ja, in welchem Rahmen. Darüber wird mittlerweile in der Politik diskutiert – auch in NRW.

Von Sohrab Dabir

Die weitgehende Aufhebung der Maskenpflicht in Dänemark befeuert auch in Deutschland die Diskussion über den Sinn des Mund-Nasen-Schutzes. Foto: Peter Kneffel/dpa

Die Corona-Zahlen sinken und somit auch die 7-Tage-Inzidenz. Derzeit steigt die Anzahl der Personen, die gegen das Coronavirus geimpft werden weiter an. In diesem Rahmen wird nun darüber debattiert, ob die Maskenpflicht komplett oder zum Teil abgeschafft werden sollte.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plädierte jüngst für eine schrittweise Lockerung der Maskenpflicht: „Bei den fallenden Inzidenzen sollten wir gestuft vorgehen: In einem ersten Schritt kann die Maskenpflicht draußen grundsätzlich entfallen“, sagte er gegenüber der Funke Mediengruppe. In Regionen wie Münster, die eine geringe Inzidenz sowie eine hohe Impfquote aufweisen, könnte die Maskenpflicht drinnen auch fallen.

Maskenpflicht in NRW-Schulen aufheben? SPD ist dagegen

„Als Empfehlung bleibt in jedem Fall eine einfache Regel: im Zweifel mit Maske, besonders beim Reisen und bei Treffen in Innenräumen. Mehr Sicherheit gibt es nur, wenn alle Anwesenden entweder geimpft oder regelmäßig getestet sind“, sagte der aus dem Münsterland stammende Minister weiter. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) forderte indes eine komplette Aufhebung der Maskenpflicht. Bei einer klaren Inzidenz unter 35 dürfe der Staat „gar keine Grundrechte pauschal für alle Bürger einschränken“, betonte er.

Auch in NRW hat die Debatte nun Fahrt aufgenommen. Für die SPD-Landtagsfraktion kommt die Aufhebung der Maskenpflicht in Schulen noch zu früh. Bis zum Beginn der Sommerferien am 5. Juli sei es noch sinnvoll, so Bildungsexperte Jochen Ott, die Regel in den Klassenräumen beizubehalten. Über eine Lockerung im Freien könne hingegen schon vorher gesprochen werde, sagte der SPD-Politiker am Montag (14. Juni).

Lehrerverband sieht Aufhebung der Maskenpflicht in NRW kritisch

In einigen Bereichen wurde die Maskenpflicht bereits aufgehoben. So muss seit dem Wochenende auf Spielplätzen in Münster kein Mund- und Nasenschutz mehr getragen werden. In der Innenstadt ist die Pflicht zum Tragen eines Corona-Schutzes seit Fronleichnam bereits aufgehoben. Auch im Nahverkehr wurde die Regel nun gelockert. Hier muss in ganz NRW ab sofort keine FFP2-Maske mehr getragen werden – eine OP-Maske reicht.

Der Deutsche Lehrerverband warnt indes vor einer voreiligen Aufhebung der Maskenpflicht. Gegenüber der Rheinischen Post zeigte sich Andreas Bartsch, Präsident des NRW-Lehrerverbands, besorgt ob der aufkommenden Debatte. „Ich bin skeptisch und halte den Vorstoß aus der Bundespolitik für völlig unverantwortlich. Hoffentlich kommt niemand hier in NRW auf die Idee, dass man noch für die letzten drei Wochen vor den Ferien die Maskenpflicht an den Schulen abschafft.“

Ziel müsse es sein, auch nach den Sommerferien im August Präsenzunterricht in den Schulen zu gewährleisten. „Dazu zählt meines Erachtens das Aufrechterhalten der Testinfrastruktur sowie das Maskentragen. Wir müssen uns doch klarmachen, dass 30 bis 32 Kinder ohne Abstand in einem geschlossenen Raum über längere Zeit nebeneinander sitzen“, so Bartsch weiter.

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