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Treffpunkt für das Feiervolk

Parties, Müllberge und Gewalt: Stadt Münster verschärft Maßnahmen am Aasee

Münster

Angriffe auf Ordnungskräfte, laute Parties, Müllberge: Seit einigen Wochen ist der Aasee in Münster zur Festwiese geworden. Nun will die Stadt durchgreifen.

Von Sven Haverkamp

Ausnahmezustand in Münster: Müll und Parties rund um den Aasee. Foto: Sohrab Dabir

„Dass die Menschen nach einer langen Zeit des Verzichts nun das hervorragende Wetter zum Feiern nutzen wollen, ist nachvollziehbar. Die Freiheit der einen darf aber nicht zu Lasten der anderen, hier insbesondere Anwohnende und Erholungssuchende, gehen,“ sagt Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer mit Bezug auf die Ausnahmezustände am Aasee in Münster an den vergangenen Wochenenden. Damit spricht er vermutlich den meisten Münsteranern und vor allem den Anwohnern rund um den Aasee aus der Seele. „Und über aggressives Verhalten brauchen wir gar nicht zu diskutieren.“

Nach verbalen und tätlichen Angriffen auf Ordnungskräfte, exzessivem Alkoholkonsum und enormer Müllproduktion sieht sich die Stadt Münster gezwungen, nun eine neue Allgemeinverfügung am Aasee umzusetzen. Unter anderem gilt dann ein Glasverbot zwischen der Torminbrücke und der Weseler Straße. Die Neuregelung soll zunächst Freitagsabends und Samstagsabends jeweils bis in den folgenden Morgen gelten. Damit werden nun Konsequenzen gezogen, die bereits im Vorfeld von Münsters OB Markus Lewe angekündigt worden waren.

Ausnahmezustand am Aasee in Münster: Stadt ergeift Maßnahmen

Bislang beschränkten sich die Kontrollen der Ordnungskräfte rund um den Aasee hauptsächlich auf die Einhaltung der Corona-Regeln. Doch nun, wo die Inzidenz in Münster immer weiter sinkt und somit vielerlei Lockerungen in Kraft getreten sind, führten die großen Menschenansammlungen dazu, dass die Lage außer Kontrolle geriet. Wie die Stadt Münster mitteilt, wurden dabei „Ordnungskräfte und auch Reinigungskräfte der AWM verbal und körperlich attackiert. Zudem kam es zu Auseinandersetzungen unter den Feiernden und jeder Menge Müll.“

Die Müllberge am Aasee in Münster sind nicht das einzige Problem. Foto: Sohrab Dabir

Nach einer intensiven Analyse der Lage am beliebten Erholungsgebiet in der Innenstadt von Münster haben Stadt und Polizei folgende Maßnahmen beschlossen:

  • Glasverbot: Die Abfallwirtschaftsbetriebe hatten nach Partynächten nicht nur tonnenweise Müll entsorgt, sondern auch zahllose Glasscherben in der Fläche aufsammeln müssen. Das Glasverbot soll die weitere Gefährdung von Erholungssuchenden verhindern.
  • Laute Musik und störendes Grillen: Zum Schutz der Parkanlagen und der Anwohnerschaft, aber auch zur Vermeidung weiterer erheblicher Müllmengen, wird das Grillen eingeschränkt oder, wo nötig, untersagt. Auch übermäßig laute Musik wird fortan nicht mehr geduldet, die Nachtruhe umgesetzt.
  • Zutritt: Teile der Fußwegeverbindungen am Aasee und zu den Aaseekugeln werden abgesperrt.
  • Kontrollen: Ordnungskräfte von Stadt und Polizei werden rund um den Aasee verstärkt kontrollieren.
  • Autoverkehr: Da sich im Aasee-nahen Umfeld auch die sogenannte „Poser-, Raser- und Tuningszene“ in störender Weise präsentiert, werden Parkverbotsschilder aufgestellt und Zuwiderhandlungen konsequent geahndet. Außerdem wird mit einer Fahrbahnschikane und einer Schranke in der Annette-Allee der motorisierte Verkehr ausgebremst - nicht zuletzt, um störendes Verhalten der NRW-weit präsenten Szene zu unterbinden.

Wolgang Heuer bittet in der Situation rund um den Aasee alle Beteiligten um Nachsicht: „Wir sind aufgrund der aktuellen Entwicklung gezwungen, die Spielregeln für ein gutes Miteinander aller Beteiligten neu zu bestimmen. Junge Menschen sollen sich hier weiterhin treffen können, aber Anliegende haben auch ein Recht auf Nachtruhe. Das weitere Miteinander entscheidet über die Maßnahmen und deren Dauer.“

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