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Initiative des Bündnisses „Städte Sicherer Häfen“

Nach Machtübernahme durch Taliban: Münster will afghanische Ortskräfte aufnehmen

Münster

Millionen Menschen in Afghanistan bangen derzeit um ihr Leben. Durch die Machtergreifung der die Taliban sind sie vom Tode bedroht. Die Stadt Münster will nun helfen.

Von Sohrab Dabir

20 Jahre nach den Luftangriffen als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 haben die Taliban die Macht in Afghanistan zurückerobert. Die teils dramatischen Bilder der vergangenen Tage gingen um die Welt und sorgten für Entsetzen und Bestürzung.

Nicht nur Frauen und Kinder sind derzeit vom Tode bedroht, sondern auch zahlreiche afghanische Ortskräfte, die die deutschen Kräfte seit Jahren beim Aufbau des Landes unterstützt haben. Die Stadt Münster will diesen Menschen nun eine Perspektive bieten.

Münster bietet unbürokratische Hilfe für afghanische Ortskräfte

Als Mitgliedstadt des Bündnisses "„Städte Sicherer Häfen" schließt sich Münster einer Initiative der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam an und signalisiert die klare Bereitschaft, Ortskräfte aufzunehmen. "Die Ortshelfer in Afghanistan haben sich seit 2001 solidarisch gezeigt mit ihrer Unterstützung der deutschen Sicherheitskräfte. Nun ist es selbstverständlich, dass wir uns mit ihnen solidarisch zeigen und ihnen unbürokratisch unsere Hilfe anbieten", erklärt Oberbürgermeister Markus Lewe. 

Bereits vergangenes Jahr hatte der Stadtrat beschlossen, im Rahmen der Seenotrettung zusätzlich 60 erwachsene Geflüchtete und 20 unbegleitete Minderjährige aufzunehmen. "Dieses Kontingent wurde nicht ausgeschöpft, so dass die Stadt Münster zahlreiche aus Afghanistan fliehende Ortskräfte aufnehmen kann. Wir werden in dem starken Städtebündnis niemanden abweisen müssen“, sagt Stadtdirektor Thomas Paal, Koordinator des Bündnisses „Städte Sicherer Häfen“ für Münster

Ende 2020 zählte die Domstadt 680 Menschen mit afghanischer Staatsangehörigkeit. Vor allem seit 2015 ist die Zahl deutlich gestiegen. Zwischen 2004 und 2014 waren es nur knapp 200 Menschen. Mit Blick auf die dramatische Situation in Afghanistan hatte bereits die CDU Münster rasche Hilfe gefordert. Hendrik Grau, Vorsitzender der Christdemokraten, forderte: "Wir müssen schnell eine Lösung finden, wie wir den Menschen, die unsere Einsatzkräfte vor Ort bei der Friedenssicherung unterstützt haben, Sicherheit vor Verfolgung und Gewalt bieten können." Binnen weniger Wochen hat die Terrororganisation Taliban fast das gesamte Land eingenommen und am vergangenen Sonntag (15. August) die Macht an sich gerissen.

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