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Kommentar

Starke Grüne, schwache Rechte: Was der Bund von Münster lernen kann

Münster

Die Grünen schafften hier das, was sie sich für den Bund gewünscht hatten. Das Ergebnis der Bundestagswahl in Münster sollte dem Land als Beispiel dienen. Ein Kommentar.

Von Sohrab Dabir

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, wollte mit ihrer Partei das, was in Münster gelungen ist: Stärkste Kraft werden. Foto: Kay Nietfeld/dpa

"Bin noch ganz überwältigt", begann die Grünen-Kandidatin aus Münster, Maria Klein-Schmeink, ihren Tweet, nachdem sich abgezeichnet hatte, dass ihre Partei nicht nur die stärkste Kraft werden, sondern sie auch das Direktmandat holen und sich gegen ihre Herausforderer von CDU und SPD durchsetzen würde.

Das Ergebnis der Grünen in Münster ist ein historisches – 30,72 Prozent der Zweitstimmen gab es bei der Bundestagswahl. Auf den ersten Blick eine große Überraschung, auf den zweiten dann doch nicht allzu sehr. Münster ist seit Jahren im Herzen grün und progressiv. Der Bund kann von der Stadt einiges lernen. 

Bundestagswahl in Münster: Die Bürger haben ein Zeichen gesetzt

Die Münsteraner haben bei der Bundestagswahl deutlich gemacht, auf welches Thema es ihnen ankommt: Dem nicht mehr aufzuhaltenden Klimawandel mit entsprechender Politik entgegenzuwirken. Keine Partei hat sich der Klimapolitik so sehr verschrieben wie die Grünen. Das wissen auch die Wähler und haben in Münster Prioritäten gesetzt. Das sollte ganz Deutschland als positives Beispiel dienen. Denn wer möchte, dass seine Enkelkinder noch schöne Jahre auf diesem Planeten verbringen werden, der muss hoffen, dass die Politik in Sachen Klima so schnell wie möglich ihren Kurs ändert. Ansonsten wird es für die kommenden Generationen düster.

Doch das Ergebnis der Bundestagwahl in Münster brachte noch eine weitere erfreuliche Nachricht mit sich. Einmal mehr hat die Stadt gezeigt, dass sie rechte Hetze in ihrer Mitte nicht duldet. Mit nur 2,86 Prozent gab es für die Alternative für Deutschland (AfD) ein desaströs schlechtes Ergebnis. Das antifaschistische Bündnis in der Stadt ist seit jeher groß – das zeigen nicht nur alle paar Jahre die Wahlen, sondern auch die tausenden Menschen, die seit vielen Jahren gegen Rechts auf die Straße gehen. Münster hat gezeigt, dass eine rechte Partei keine Alternative ist und keine Antworten auf die dringenden gesellschaftlichen und sozialen Fragen und Herausforderungen unserer Zeit hat. Und die Stadt hat verdeutlicht, dass grüne Politik die Zukunft ist. Das macht Hoffnung für den Bund.

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