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Coronavirus

Inzidenzwert in Münster steigt wieder – Clubs bald wieder zu?

Münster

Das erste Party-Wochenende nach rund eineinhalb Jahren ist gerade vorüber, da steigen die Corona-Zahlen erneut. Müssen Clubs und Diskotheken in Münster bald wieder schließen?

Von Dario Teschner

Am vergangenen Wochenende (10./11. Juli) durften die Betreiber von Clubs und Diskotheken in der Domstadt erstmals seit Beginn der Coronavirus-Pandemie wieder ihre Türen für Besucher öffnen. Die Gäste konnten im Innenbereich ohne Mundnasenschutz und Abstandsregeln feiern und tanzen, wenn sie  geimpft, genesenen oder getestet waren. Das geringe Infektionsgeschehen in Münster und in NRW hatte diesen Öffnungsschritt erst möglich gemacht. Die Vorfreude war immens, jedoch standen einige Clubinhaber auch vor großen Herausforderungen. 

"Inzidenzstufe 0": Münster öffnet Clubs und Diskotheken

Das Land NRW hatte am Mittwoch (7. Juli) die "Inzidenzstufe 0" eingeführt und den Betreibern von Diskotheken und Clubs so die Möglichkeit gegeben, ihre Tanzflächen für Gäste wieder zu öffnen, wenn die 7-Tage-Inzidenz stabil unter 10 liegt. Doch mit der kurzfristigen Freigabe der Landesregierung hatte in der Branche wohl kaum jemand gerechnet. Innerhalb kürzester Zeit musste in Münster fehlendes Personal eingestellt und leere Getränkelager aufgefüllt werden. 

Einige Clubbesitzer waren so schnell nicht in der Lage, die neuen Vorgaben des Landes NRW umzusetzen, weshalb nicht alle Einrichtungen ihre Pforten öffneten, obwohl der Inzidenzwert ihnen die Möglichkeit dazu gegeben hätte. Folgende Clubs und Diskotheken in Münster waren am Wochenende jedoch teilweise geöffnet: 

  • Das Heaven am Hawerkamp begrüßte am Freitagabend (9. Juli) wieder Kundschaft.
  • Am Samstag (10. Juli) öffnete In Bahnhofsnähe die Gazelle. 
  • Die Rote Lola am Cineplex erklärte ihren Außenbereich zur Tanzfläche.
  • Das Cuba Nova und das Schwarze Schaf luden am Freitag- und Samstagabend zum Feiern ein.

Lange Schlangen vor Clubs und Diskotheken in Münster

Die Clubs und Diskotheken durfen unter Corona-Auflagen wieder öffnen, jedoch schreiben die Hygienevorgaben in der Domstadt eine Auslastung von 5 Prozent vor. Die Nachfrage überstieg am Wochenende jedoch das Angebot und somit bildeten sich vor einigen Einrichtungen lange Schlangen. Etwa vor dem Cuba Nova oder dem Schwarzen Schaf war viel los, berichtet Antenne Münster am Montag (12. Juli). 

Die Meinungen zu den Öffnungsschritten in Nordrhein-Westfalen gingen schon im Vorfeld weit auseinander. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) kritisierte die NRW-Lockerungen und fügte als Grund die massive Ausbreitung der Delta-Variante an. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hält die neuen Regeln hingegen für "angemessen und absolut vertretbar".

Inzidenz in Münster steigt über 10: Droht Clubs die Schließung?

Wie es mit den Clubs und Diskotheken weiter geht, ist aktuell ungewiss. Der Inzidenzwert in Münster ist am Montag (12. Juli) auf 11,0 gestiegen. Damit müsste die Domstadt die Öffnungsschritte für die Partyszene wieder zurücknehmen. Für die Betreiber wäre dies ein Schlag ins Gesicht. "Wir hatten eine unglaublich tolle Stimmung am Wochenende, auch wenn es zwei unglaublich stressige Tage davor für uns Betreiber waren. Und wir haben nun keine Ahnung, wie es in der nächsten Woche weitergeht", erklärte Yassine Klinkenberg, Betreiber des Cuba Novas im Interview mit Antenne Münster.

Sollte die 7-Tage-Inzidenz in Münster den Werst 10 an acht aufeinanderfolgenden Tagen überschreiten, müssten die Lockerungen zurückgenommen werden. Die Partyszene müssten dann wieder schließen. Mit einem massiven Anstieg bei den Corona-Zahlen haben aktuell auch die Niederlande zu kämpfen. Im Nachbarland war es nach den Öffnungen von Clubs und Diskotheken zu mehreren Corona-Ausbrüchen gekommen. Als Grund wurde hier die Delta-Variante angegeben. Auch NRW könnte nun ein ähnliches Schicksal ereilen. 

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