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Bislang 83 Infizierte

Wie Virologin Jana Schroeder den Corona-Ausbruch nach der Partynacht in Münster erklärt

Münster

83 Infektionen wurden nach einer Partynacht in Münster mittlerweile registriert. Auch für Virologin Jana Schroeder ist dieser Fall überraschend, aber kein Grund zur Sorge.

Von Sohrab Dabir

Die 83 Infizierten nach der Partynacht in Münster weisen nur leichte oder keine Symptome auf. (Symbolbild) Foto: picture alliance / dpa / Archiv

Nach einem Diskobesuch im Cuba Nova sind mittlerweile 83 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Die folgenreiche Partynacht von Münster vom 3. September schlägt mittlerweile auch medial hohe Wellen. Am Donnerstag (16. September) kommentierte Karl Lauterbach den Anstieg der Infektionszahlen.

"Spricht das gegen 2G? Nein, klar dafür. Ohne 2G wären viel mehr Partybesucher schwer erkrankt. Das Beispiel zeigt, dass Normalität erst mit viel höherer Impfquote denkbar ist", betonte der SPD-Gesundheitsexperte auf Twitter und machte sich weiter für die Impfung stark. Dennoch ist der Fall aus Münster verwunderlich, aber kein Grund zur Sorge – wie auch Virologin Jana Schroeder findet.

Jana Schroeder: Durchbruchsinfektionen wie in Münster eine Seltenheit

Auf Anfrage unserer Redaktion betonte die Chefärztin des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der Stiftung Mathias-Spital in Rheine, dass auch sie "überrascht" sei über die hohe Anzahl an infizierten Partygästen – trotz 2G-Regel. "Grundsätzlich ist es so, dass die sogenannte 'sterile Immunität' eine gewisse Zeit nach der vollständigen Impfung abnimmt. Das heißt, dass man dann schon die Möglichkeit hat, sich selber mit leichten Symptomen zu infizieren und dann auch andere zu infizieren", erklärt Jana Schroeder.

Dieses Phänomen sei schon länger bekannt und scheine sich derzeit zu häufen, sagt die in Münster lebende Virologin weiter. Jedoch passiere dies nur ganz selten. So gab es bislang in Deutschland erst etwas mehr als 30.000 Fälle von sogenannten Durchbruchsinfektionen, also Infektionen bereits vollständig geimpfter Personen. "Dem gegenüber stehen ca. 52 Millionen vollständig Geimpfte", erklärt Jana Schroeder, die bereits mehrfach bei Markus Lanz zum Thema Coronavirus diskutierte

Trotz Corona-Ausbruch in Münster: Die Impfung wirkt

Müssen sich Geimpfte nun Sorgen über die Wirksamkeit des Impfstoffs machen? Mitnichten, wie die Virologin weiter erklärt. Der Fall aus Münster sei kein Hinweis darauf, dass die Impfung weniger gut wirke. So gebe es bei den unter 60-Jährigen bisher nur einen Todesfall unter den komplett Geimpften. "Die Menschen mit den Durchbruchsinfektionen haben dann auch weniger ansteckendes Virus im Rachen und sind auch weniger lange ansteckend als Ungeimpfte", beschreibt Jana Schroeder die Folgen bei einer Durchbruchsinfektion.

Geimpfte Menschen, die sich neu infizieren, seien daher auch weniger infektiös und erkrankten zudem nicht so schwer an Corona wie diejenigen ohne Impfung. Unterstützt wird diese Aussage durch die Tatsache, dass auf den Intensivstationen fast ausschließlich ungeimpfte Personen stationiert sind. Wie die Stadt Münster am Donnerstag mitteilte, weisen die Infizierten aus der Partynacht Anfang September nur milde beziehungsweise keine Symptome auf. Das vom Cuba Nova zuvor eingebrachte Hygienekonzept sei zudem "vorbildlich" gewesen, heißt es weiter. In der Domstadt sind von den knapp 335.000 Bürgern bis heute 239.000 vollständig geimpft – das entspricht knapp über 71 Prozent der Gesamtbevölkerung von Münster.

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