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Gegenveranstaltung angekündigt

Hitlergruß bei Corona-Demo: Erneuter Querdenker-Protest in Münster geplant 

Münster

Über 1000 Corona-Leugner gingen vergangenen Montag auf die Straße. Unter ihnen tummelten sich einmal mehr Neonazis und AfD-Politiker. Nun ist ein erneuter Protest geplant.

Von Sohrab Dabir

Unter den Verschwörungstheoretikern tummeln sich viele Neonazis. Foto: Georg Wendt/dpa

Seit Wochen gehen Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker und Neonazis gemeinsam in verschiedenen deutschen Städten montags auf die Straße, um gegen die Maßnahmen und eine mögliche Impfpflicht zu demonstrieren. In Münster gab es in dieser Woche ebenfalls einen Protest der Querdenker.  

1200 Demonstranten sollen laut Polizeiangaben durch Münster marschiert sein. Während die Beamten im Nachhinein von einer friedlichen Demo sprachen, soll es unter den Protestlern neben AfD-Mitgliedern und Neonazis auch gewaltbereite Schläger gegeben haben. Eine Person soll gar den Hitler-Gruß gezeigt haben. Am kommenden Montag (20. Dezember) wollen sie erneut auf die Straße gehen.

Corona-Leugner machen in Münster mobil: Gegendemo geplant

Dagegen wehrt sich einmal mehr das Bündnis "Keinen Meter den Nazis" und ruft dazu auf, sich den Querdenkern entgegen zu stellen. "Angriffe auf demokratische Politiker*innen, Ärzte und Pflegekräfte sind Alltag geworden. Diese 'neue Normalität' akzeptieren wir nicht", heißt es. Laut dem Bündnis sollen Teilnehmer nach der vergangenen Demo in Chats dazu aufgefordert worden sein, "dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Sharon Fehr, 'Briefe' zu schreiben". Gemeint sei damit das Versenden von Drohbriefen, in denen ein "blutiger Widerstand" angekündigt wird.

"Machen wir deutlich, dass Münster kein Tummelplatz für Rechtsoffenheit und die Normalisierung extrem rechten Gedankenguts ist. Lasst uns gemeinsam dieser unappetitlichen Mischung aus Verschwörungsirrsinn, Egoismus und Antisemitismus entgegentreten", fordert das linke Bündnis die Bürger Münsters dazu auf, gegen die Verschwörungstheoretiker auf die Straße zu gehen. Treffpunkt ist um 17.30 Uhr auf dem Prinzipalmarkt.

Kommentar: Münster muss sich der neuen Bedrohung entgegenstellen

Die Münsteraner sind seit Jahren dafür bekannt, gegen Nazis in breiter Masse auf die Straße zu gehen. Dies bewiesen sie einmal mehr, als die rechte Alternative für Deutschland (AfD) in der Domstadt ihren Neujahrsempfang abgehalten hatte. Auch zu Demonstrationen gegen rechte Gewalt konnten die Bürger der Stadt stets in großen Massen mobilisiert werden – und bei Wahlen hat die AfD in Münster glücklicherweise noch nie viel holen können.

Doch nun macht sich eine neue, nicht minder gefährliche, Bedrohung in der Stadt breit. Corona-Leugner, Impfgegner und Neonazis gehen Hand in Hand montags auf die Straße, um ihre kruden Theorien nach außen zu tragen. Beim vergangenen "Montagsspaziergang" war die Anzahl der Gegendemonstranten noch überschaubar – doch das muss sich ändern. Die Münsteraner müssen zeigen, dass auch solche Menschen in dieser Stadt nicht willkommen sind. Welche Gefahr von den Querdenkern ausgeht, ist unter anderem in Sachsen zu sehen, wo offen zum Mord am Ministerpräsidenten Michael Kretschmer aufgerufen worden war. Weder Nazis, noch verschrobene Querdenker haben in dieser Stadt etwas zu suchen.

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