1. www.hallo24.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Münster: Großrazzia in Hiltrup – Moscheeverein verboten

  6. >

Großrazzia

Islam-Verein in Münster verboten – Reul spricht von einem "wichtigen Tag"

Münster

Mit einem Großaufgebot war die Polizei in Münster-Hiltrup im Einsatz, um das Imam Mahdi Zentrum zu durchsuchen. Reul verriet, was bisher gefunden wurde.

Von Dario Teschner

In Münster sind rund 50 Beamte im Einsatz, um das schiitische Imam Mahdi-Zentrum zu durchkämmen (Symbolbild). Foto: Jens Wolf/zb/dpa

Update: 17. März, 11.59 Uhr. Mit sofortiger Wirkung hat das NRW-Innenministerium am Donnerstag den Verein Imam Mahdi Zentrum verboten. Um das Verbot zu vollstrecken, kam es in Münster-Hiltrup sowie im niedersächsischen Delmenhorst zu einem größeren Polizeieinsatz. Die Moschee in Hiltrup sowie mehrere Gebäude wurden durchsucht.

"Bei den durchsuchten Objekten handelt es sich um Wohnungen von führenden Köpfen des Vereins und um die Moscheeräume. Bislang wurden dabei Mobiltelefone, Laptops, USB-Sticks sowie diverse Schriftstücke sichergestellt, darunter auch Malbücher mit dem Vereinslogo für Kinder", erklärte NRW-Innenminister Herbert Reul in einem Pressestatement. Zusätzlich seien in Niedersachsen rund 10.000 Euro an Bargeld sichergestellt worden.

Nach Angaben des Ministeriums steht der Verein mit Sitz in Münster der Hisbollah nah. Einmal sei sogar ein Funktionär von Hisbollah vor Ort gewesen. "Wir nehmen an, dass dieser Botschafter von der Hisbollah nach Deutschland geschickt wurde, um Informationen auszutauschen mit Hisbollah-nahen Vereinen", so Reul weiter. Das Imam Mahdi Zentrum in Münster habe viel Geld gesammelt, um die Kinder und Hinterbliebenen von Hisbollah-Kämpfern zu versorgen. Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen sprach in seinem Statement von einem "wichtigen Tag", denn ein wichtiger Außenposten der Hisbollah sei dicht gemacht worden.

Münster: Polizei duchsucht Islamzentrum in Hiltrup

Erstmeldung: 17. März, 8.06 Uhr. Am frühen Donnerstagmorgen (17. März) gegen 6 Uhr haben etwa 50 Beamtinnen und Beamte das Imam Mahdi Zentrum an der Hünenburg in Münster aufgesucht, um Beweise zu sichern. Während des Großeinsatzes wurden auch mehrere Wohnungen durchsucht.

Die Moschee in Hiltrup, zu der auch eine Islam-Schule gehört, ist seit mehr als 20 Jahren unter Beobachtung des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes und wird dem schiitisch-extremistischen Spektrum zugeordnet. Nach WDR-Informationen bestehe der Verdacht, dass von hier aus die in Deutschland verbotene Hisbollah unterstützt wird.

Großrazzia in Münster: Reul soll Durchsuchung des Islamzentrums angeordnet haben

In dem Islamzentrum in Münster waren vor einiger Zeit Handyaufnahmen von einem Hassprediger aufgetaucht. Im Jahr 2020 war schließlich ein bundesweites Betätigungsverbot für die Hisbollah-Bewegung in Deutschland ausgesprochen worden. Schon damals wurde die Moschee in Hiltrup durchkämmt.

Die erneute Durchsuchung des Islamzentrums in Münster habe Herbert Reul angeordnet, berichten die Westfälischen Nachrichten. Zudem sei ein Vereinsverbot erlassen worden. Der NRW-Innenminister wird sich voraussichtlich noch im Laufe des Tages zu der Großrazzia äußern.

Startseite
ANZEIGE