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Taliban erobert Kabul

"Bereit, diese Menschen in Münster aufzunehmen": CDU fordert rasche Hilfe für Afghanistan

Kabul/Münster

Die Terrorgruppe Taliban hat Kabul binnen kürzester Zeit erobert und die Macht im Land an sich gerissen. Angesichts der verheerenden Lage vor Ort plädiert die CDU Münster für sofortige Hilfe.

Von Sohrab Dabir

Die Bilder aus Kabul gehen derzeit um den Globus und versetzen die westliche Welt in Schockstarre: 20 Jahre nach dem in Afghanistan begonnenen Krieg, ist das Land binnen kürzester Zeit erneut von den Taliban eingenommen worden. Am Sonntag (15. August) eroberte die Terrororganisation die Hauptstadt Kabul und riss die Macht an sich.

Angesichts der drastischen Lage im Land und der ungewissen Zukunft der Menschen vor Ort, vor allem für Mädchen und Frauen, hat die CDU in Münster die Stadt aufgefordert, den bedrohten Menschen in Afghanistan als "sicherer Hafen" zu dienen. 

CDU Münster fordert: Stadt soll Zeichen setzen

"Die Szenen aus Afghanistan bedrücken mich sehr. Mit dem Taliban-Vorstoß auf Kabul fällt fast ganz Afghanistan in die Hände der Terroristen. Zahllose Frauen und Mädchen werden Opfer gesellschaftlicher Unterdrückung, viele westlich orientierte Männer Opfer brutaler Gewalt werden", erklärte Münsters CDU-Chef Hendrik Grau in einem Statement. Auch die Helferinnen und Helfer deutscher Einsatzkräfte müssten derzeit um ihr Leben bangen.

"Wir müssen schnell eine Lösung finden, wie wir den Menschen, die unsere Einsatzkräfte vor Ort bei der Friedenssicherung unterstützt haben, Sicherheit vor Verfolgung und Gewalt bieten können", forderte Grau weiter. Zwar könne Münster angesichts der dramatischen Lage in Kabul auf kommunaler Ebene nicht viel tun, so der CDU-Chef weiter, dennoch schlägt er vor, ein klares Zeichen der Solidarität zu setzen und als Stadt der Bundesregierung zu signalisieren: "Wir sind bereit, diese Menschen in Münster aufzunehmen." Es gehe dabei nicht um Wirtschaftsflüchtlinge, sondern um Menschen , "die uns unterstützt haben im Glauben an eine bessere, freiheitliche Zukunft".

Ein Transportflugzeug startet am frühen Morgen auf dem Fliegerhorst Wunstorf in Richtung Kabul. Angesichts des rasanten Vormarsches der Taliban in Afghanistan beginnt die Bundeswehr mit der Evakuierung deutscher Staatsbürger und afghanischer Ortskräfte. Foto: Moritz Frankenberg/dpa

In der Nacht zu Montag (16. August) ist das erste Flugzeug nach Kabul geflogen, um deutsche Staatsbürger aus Afghanistan zu holen. Laut Informationen der Deutschen-Presse-Agentur (dpa) sind 40 Mitarbeiter der Botschaft in Doha (Katar) gelandet. Auch die Bundeswehr ist inzwischen auf dem Weg in die afghanische Hauptstadt. Am Flughafen in Kabul spielten sich in der Nacht tumultartige Szenen ab, als viele Menschen verzweifelt versuchten, in Flugzeuge gelangen, um vor den Taliban zu fliehen.

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