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Brandstiftung auf Mallorca

Kegelbrüder wieder frei – ist der Fall damit abgeschlossen?

Münster/Palma de Mallorca

Die Kegelbrüder aus Münster, die beschuldigt werden einen Brand auf Mallorca verursacht zu haben, sind wieder frei. Hat ihr Alptraum nun ein Ende?

Von Sven Haverkamp und Dario Teschner

Update: 18. Juli, 8.45 Uhr. Alle 13 Kegelbrüder aus Münster sind wieder frei. Am Samstag landeten die verbliebenen acht Männer, die acht Wochen lang auf Mallorca in U-Haft saßen, am Flughafen Münster/Osnabrück. Medienberichten zufolge war es ein emotionales Wiedersehen mit Familie, Freunden und Angehörigen, die sich bei ihrer Ankunft auf der Besuchertribüne des Terminals versammelt hatten. 

"Oh, wie ist das schön", jubelte die Menge, nachdem die Boeing 737-800 der Fluggesellschaft Rynair aus Palma auf dem Rollfeld des FMO im Münsterland aufgesetzt hatte. Die Freude über das Wiedersehen war groß. Erst vor einigen Tagen hatte die spanische Staatsanwaltschaft selbst beantragt, die Beschuldigten aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Gegen eine Kautionszahlung in Höhe von jeweils 12.000 Euro waren die Kegelbrüder aus Roxel und Albachten frei gekommen.

Aber nicht nur die hinterlegte Sicherheitszahlung von 500.000 Euro führte zur Haftentlassung der Münsteraner. Ein Bild und Aufzeichnungen aus dem Hotel sollen die Kegelbrüder entlasten. Auf dem Foto, das von einem der Kegelbrüder aufgenommen wurde, seien zwei Vereinsmitglieder zu sehen. Im Hintergrund befinde sich zudem ein junger Mann, der nicht zur Gruppe gehört und mit einer brennenden Zigarette in der Hand auf dem Balkon des Hotelzimmers steht, das sich unmittelbar über der Terrasse des in Brand geratenen Restaurants "Why not Mallorca" befindet. Aus einem Gutachten ergibt sich, dass eine brennende Zigarette das Feuer auf dem Dach des Lokals ausgelöst hat. Mit ihrer Freilassung endet der Alptraum für die Kegelbrüder aber nicht. Die Ermittlungen gegen sie laufen auf Mallorca offenbar weiter, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. 

U-Haft auf Mallorca endet: Kegelbrüder kommen wohl auf Kaution frei

Update: 15. Juli, 17.03 Uhr. 13 Kegelbrüder aus Münster wurden nach einem Feuer in einer Bar auf Mallorca verhaftet, weil sie Brandstiftung begangen haben sollen. Während fünf Männer wieder freigelassen wurden, sitzen bis heute die verbliebenen acht Mitglieder in Untersuchungshaft. Die Auswertung eines aufgenommenen Fotos soll sie entlasten. Bezüglich einer baldigen Haftentlassung äußerten sich ihre Anwälte zuletzt optimistisch.

Doch die Hoffnungen noch in dieser Woche auf freien Fuß zu kommen, wurden trotz des neuen Beweismaterials etwas getrübt. Der Grund: Der zuständige Ermittlungsrichter befinde sich im Urlaub und werde von einer Richterin vertreten. Eine Entscheidung über die vorzeitige Haftentlassung der Kegelbrüder werde daher voraussichtlich nicht vor dessen Rückkehr am kommenden Montag erwartet. 

Die Freilassung der acht Männer scheint dennoch nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Medienberichten zufolge können die Münsteraner aus der U-Haft entlassen werden, sobald eine Kaution in Höhe von 12.000 Euro gezahlt wurde. Vier weitere Mitglieder des Kegelclubs waren schon vor einigen Wochen gegen eine Geldzahlung freigekommen. Die noch im Gefängnis sitzenden Männer, die am Donnerstag erneut von Angehörigen im Gefängnis besucht wurden, sitzen nun mehr seit fast zwei Monaten auf Mallorca fest. Am Dienstag (19. Juli) findet ein Anhörungstermin vor der nächsthöheren Instanz, dem Landgericht in Palma, statt.

Mallorca: Werden die Kegelbrüder am Donnerstag aus U-Haft entlassen?

Update: 14. Juli. Nun könnte alles doch viel schneller gehen als zunächst angenommen. Wurde bis vor einigen Tagen noch davon ausgegangen, dass die verbleibenden acht Münsteraner, die noch immer auf Mallorca in U-Haft sitzen, den Sommer über dort bleiben müssen, besteht jetzt Hoffnung auf eine frühzeitige Entlassung.

Eine spanische Anwältin der Männer sagte, wie der WDR berichtet, dass die Staatsanwaltschaft beantragt habe, diese aus der Untersuchungshaft auf Mallorca zu entlassen. Grund sei, dass das jüngst aufgetauchte Foto berechtigte Zweifel an der Schuld der Kegelbrüder aufkommen lasse. Für die Entlassung sprächen zusätzlich die hinterlegte Sicherheitszahlung von 500.000 Euro und der soziale Hintergrund der Beschuldigten. Die Anwältin hoffe, dass die Männer schon am Donnerstag oder Freitag freikommen. 

Foto könnte Münsteraner Kegelclub entlasten

Update: 13. Juli. Nach den schlechten Nachrichten der letzten Tage könnte es nun doch einen Hoffnungsschimmer für die Kegelbrüder aus Münster und Umgebung geben. Ein Foto* ist aufgetaucht, welches zwei der Männer auf dem Balkon ihres Zimmers zeigt. Die beiden sitzen ruhig an einem Tisch. Von einer wilden Feier ist nichts zu sehen. 

Viel spannender ist jedoch, was sich im Hintergrund abspielt. Dort ist nämlich ein Mann zu sehen, der nicht zu der Gruppe gehört. Dieser hält eine Zigarette in der Hand und lehnt sich über das Balkongeländer – genau an jener Stelle, wo sich das Schilfdach der später ausgebrannten Bar befindet. Das Bild wurde am 20. Mai um 14.49 Uhr aufgenommen, also kurz vor dem Ausbruch des Feuers. 

Der möglicherweise entscheidende Wendepunkt: Laut den Aussagen eines Polizisten sei das besagte Zimmer 1202, auf dessen Balkon der Mann steht, zum Zeitpunkt des Brandausbruchs leer gewesen, da die beiden Bewohner kurz zuvor ausgecheckt seien. Doch nicht nur das Foto beweist das Gegenteil, auch die Zimmerkarte von 1202 wurde noch um 14.47 Uhr genutzt. Sollte also der Mann auf dem Foto für den Brand verantwortlich sein, würde sich dies mit den Aussagen der drei Kegelbrüder auf dem vorderen Balkon (die zwei Männer auf dem Foto und der Fotograf) decken. Diese gaben nämlich an, erst auf den besagten Balkon gerannt zu sein, nachdem sie Feuer gerochen hatten. Anschließend hätten sie andere Hotelgäste vor dem Brand gewarnt.

*Das Foto ist unter anderem bei mallorcazeitung.es zu sehen.

Belastet Brand-Gutachten die Münsteraner Kegelbrüder?

Update: 11. Juli. Wie unter anderem die Bild-Zeitung berichtet, wurde jüngst das Gutachten der spanischen Polizei zu dem Brand der Bar "Why Not" auf Mallorca veröffentlicht. Demnach wurde das Feuer "wahr­scheinlich durch den Wurf eines brennbaren, zuvor entzündeten Elements, wie es eine Zigarette oder Ähnliches sein kann", ausgelöst. Der Brand sei also durch eine "externe Entzündungsquelle" entstanden, die auf das Schilfdach gefallen sei. Eine Steckdose oder ein Kurzschluss innerhalb der Bar als Ursache können demnach ausgeschlossen werden. 

Dieses Gutachten scheint zunächst gegen die Kegelbrüder aus Münster zu sprechen. Ob die Zigaretten, die als mögliche Entzündungsquelle angegeben werden, jedoch tatsächlich von den Männern auf das Dach geworfen worden waren, muss noch geklärt werden. 

Vorerst keine Chance auf Entlassung für Münsteraner Kegelklub

Erstmeldung vom 8. Juli. Ende Mai geriet auf Mallorca eine Bar in Brand. Ein Münsteraner Kegelclub, bestehend aus 13 Männern im Alter von 24 bis 29 Jahren, soll für den Brand verantwortlich sein. Angeblich feierten die Kegelbrüder auf den Balkonen ihres direkt an die Bar grenzenden Hotels und warfen Zigarettenkippen auf das Strohdach der Bar, was letztendlich zu dem Feuer geführt haben soll. 

Kegelclub aus Münster: Spanischer Richter sieht Fluchtgefahr

Von den 13 Kegelbrüdern, die seit Ende Mai in einem mallorquinischen Gefängnis in U-Haft sitzen, konnten fünf bereits wieder nach Hause fliegen. Vier von ihnen gegen eine Kaution von jeweils 12.000 Euro, einer ohne Auflagen, da er nachweislich bei Ausbruch des Feuers unter der Dusche stand.

Für die restlichen acht Mitglieder sieht die Lage jedoch finster aus. Der zuständige Richter sieht laut dem WB, welches sich auf spanische Medienberichte beruft, eine "maximale Fluchtgefahr". Dies läge daran, dass sie nicht in Spanien verwurzelt seien. Besonders brisant: Ab August geht die spanische Justiz in die Sommerpause, was jede Chance auf eine Rückkehr vorerst zunichtemachen würde.

Die Familien der Inhaftierten aus Münster zahlten Anfang Juli eine Solidarhaftung in Höhe von 500.000 Euro in der Hoffnung, die Kegelbrüder so auf freien Fuß zu bekommen – jedoch vergebens. Laut spanischer Justiz diente das Geld lediglich als Ausgleich für die entstandenen Schäden. 

Brand auf Mallorca: Kegelbrüder beteuern Unschuld

Bislang beharren alle Kegelbrüder, die aus Roxel und Albachten stammen, ihre Unschuld. Einige von ihnen sind sogar Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. WhatsApp Nachrichten sollen sogar belegen, dass die Männer versucht hätten, andere Hotelgäste zu warnen, als der Brand ausbrach. 

Ein Video soll zudem zeigen, wie zwei unbekannte Männer, die nicht zu der Gruppe gehören, kurz vor Ausbruch des Feuers vor der Bar standen. Wie die Mallorca Zeitung berichtet, würden die Inhaftierten auch im Gefängnis ein höfliches und besonnenes Auftreten an den Tag legen, welches "so gar nicht mit dem Bild von Ballermann-Krawallbrüdern zusammenpasst." Bei einer Verurteilung wegen fahrlässiger Brandstiftung drohen den Kegelbrüdern Haftstrafen von einem bis zu mehreren Jahren. Wie lange die verbleibenden Männer noch in U-Haft bleiben müssen und ob es zu einer Anklage kommt, ist aktuell noch offen.

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