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Mehr Gehalt gefordert

"Maßlos enttäuscht": Bundesweiter Streik in Kitas am Dienstag

Münster

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft die Kita-Beschäftigten dazu auf, ihre Arbeit am Dienstag niederzulegen. Die Branche sieht sich stark vernachlässigt.

Von Sohrab Dabir

Verdi fordert mehr Gehalt für die Kita-Beschäftigten. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Am kommenden Dienstag (8. März) sollen deutschlandweit die Kitas bestreikt werden. Dies kündigte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi an. "Dass die Arbeitgeber in den Verhandlungen am vergangenen Freitag die Chance vertan und kein Entgegenkommen bezüglich der Entlastungen für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst gezeigt haben, hat die Beschäftigten maßlos enttäuscht", betonte die stellvertretende Vorsitzende Christine Behle.

Die Arbeitgeber hätten die aktuell brisante Lage in den Kitas nicht ernst genommen, so der Vorwurf. "Nach zwei Jahren besonderer Herausforderungen durch die Pandemie fühlen sie sich im Regen stehen gelassen. Das hat zu großem Unmut geführt." Um den eigenen Forderungen nun mehr Nachdruck zu verleihen, soll es am Dienstag in den Streik gehen. Wie viele Einrichtungen im Münsterland und Ostwestfalen betroffen sein werden, ist noch unklar.

Streik in Münster und NRW: Gleichstellung für Kita-Beschäftigte gefordert

In Münster haben Streikende geplant, einen roten Teppich auszurollen und Merkmale ihres Berufsfeldes ins Licht zurücken. Die Familien, die vom Kita-Streik ebenfalls betroffen sein werden, scheinen die Maßnahme zu begrüßen. "Was wir absolut unterstützen können ist, abgesehen von den Entgeltforderungen, die Forderung nach einer Entlastung und Attraktivierung des Berufsfeldes", sagte Daniela Heimann vom Landeselternbeirat der Kitas in NRW gegenüber RP-Online.

Die Branche beklage seit Jahren eine starke Fluktuation, was vor allem an schlechten Arbeitsbedingungen und Gehältern läge. Daher solle für die knapp 330.000 Beschäftigten ein besseres Arbeitsumfeld geschaffen werden. Zudem solle die Gehalts-Schere zu anderen, vor allem männerdominierten Berufen, geschlossen werden. "In der heutigen Zeit ist es nicht nachvollziehbar, dass beispielsweise Sozialarbeiterinnen weniger verdienen als Ingenieure, bei gleichwertigem Studienabschluss", so Christine Behle. Ingenieure verdienten bis zu 280 Euro mehr im Monat. Daher gehe es, passend zum Weltfrauentag am Dienstag, auch um die Gleichstellung der Frauen im Arbeitsleben.

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