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Missbrauchsprozess

Termin für Urteil gegen Adrian V. steht fest – Angeklagte hatten das letzte Wort

Münster

Das Ende des Missbrauchsprozesses steht bevor: Enrico L., Marco S., Adrian V. und dessen Mutter bekommen bald ihr Urteil verkündet. Die Begründung soll öffentlich vorgelesen werden.

Von Sohrab Dabir

Der Hauptangeklagte Adrian V. (vorne rechts) vor dem Prozessbeginn in Münster. In wenigen Tagen bekommt er sein Urteil gefällt. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa-Pool/dpa

Im November 2020 begann der Prozess gegen vier Menschen, die mehreren Kindern unvorstellbares Leid angetan haben sollen. Adrian V., ein 28-jähriger,  unscheinbar aussehender Mann aus Münster, soll vor allem seinen Ziehsohn etliche Male vergewaltigt haben – oft mit anderen Männern zusammen. Das Grauen spielte sich zum Großteil in einer Gartenlaube in Kinderhaus ab.

Über 50 Verhandlungstage waren am Landgericht seitdem angesetzt worden. Zeugen und Ermittler wurden gehört, Beweise begutachtet – darunter auch Bild- und Videoaufnahmen, in denen die Gewalttaten an den Kindern zu sehen waren. Adrian V. hatte über 100 Terrabyte an Material vom selbstgedrehten Kindesmissbrauch angehäuft. Nun geht der Prozess in Münster auf die Zielgeraden zu.

Missbrauchsprozess in Münster: Urteil in wenigen Tagen

Am kommenden Dienstag (6. Juli) um 9 Uhr wird das Urteil im Hauptprozess gegen Adrian V. und dessen Mutter sowie gegen Marco S. und Enrico L. gesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Hauptangeklagten eine Haftstrafe von 14 Jahren gefordert und blieb damit ein Jahr unter der möglichen Höchststrafe. (Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar vor dem Urteil in Missbrauchsprozess von Münster.) Die Verlesung des Urteils ist öffentlich – Interessierte können sich um einen Platz im Saal 23 bemühen. Die Plätze sind aufgrund der Corona-Schutzverordnung jedoch rar gesät, zudem sind einige Stühle für Pressevertreter reserviert. 

Der letzte Prozesstag vor dem Urteil ging am Dienstag (29. Juni) über die Bühne. Die vier Angeklagten hatten dabei das letzte Wort. Enrico L. und Marco S. entschuldigten sich für ihre Taten. Adrian V. und seine Mutter schwiegen wie auch schon während des gesamten Prozesses in Münster und schlossen sich lediglich den Ausführungen ihrer Verteidiger an. Erst am Tag zuvor wurde ein Mann aus Ostbevern verurteilt, der den Ziehson des Hauptangeklagten dreimal schwer missbraucht hatte.

Münster wird am Dienstag wieder im medialen Interesse Deutschlands stehen

Ganz Deutschland wird am kommenden Dienstag gespannt auf die Urteilsverkündung schauen. Das Ausmaß der Taten schockierte damals auch die Ermittler. Welche Strafe werden die vier Menschen bekommen, die für den Missbrauch mehrerer Kinder verantwortlich sind?

Mit dem Urteil ist das Kapitel Missbrauchskomplex aus Münster jedoch noch nicht zuende. Die Lebensgefährtin von Adrian V. muss sich ebenfalls bald vor dem Landgericht Münster verantworten. Sie soll vom Missbrauch an ihrem Sohn nicht nur gewusst, sondern sich daran auch beteiligt haben. Auch einem Mann aus Wuppertal wird bald der Prozess gemacht, der den heute elfjährigen ebenfalls schwer missbraucht haben soll.  

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