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Urteil erwartet

Mutter von Missbrauchsopfer legt Geständnis ab

Münster

Die Mutter des Opfers, das von Adrian V. und anderen Männern sexuell missbraucht worden war, hat überraschend ein Teilgeständnis abgelegt. Ihr droht eine lange Haftstrafe.

Von Sohrab Dabir

Zu Beginn des Prozesses im Missbrauchskomplex Münster wird die Sabrina K. von einer Justizbeamtin in den Saal des Landgerichts Münster geführt. Foto: Guido Kirchner/dpa

Sabrina K., die Mutter des Jungen, der von Adrian V. und vielen anderen Männern unzählige Male schwer missbraucht worden war, hat am achten Prozesstag überraschenderweise ein Teilgeständnis abgelehnt. Zuvor hatte sie sich zu den Vorwürfen nicht geäußert. 

Die 31-Jährige gab vor dem Landgericht an, dass sie den Missbrauch an ihrem Kind ab Oktober 2019 für möglich gehalten habe. Jedoch sei sie nicht in der Lage gewesen, die Beziehung zu Adrian V. aus Münster, der zu 14 Jahren Haft verurteilt worden war, zu beenden.

Missbrauchsprozess in Münster: Staatsanwaltschaft fordert lange Haftstrafe

In ihrem Schlusswort, das wie der Großteil des Prozesses unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, drückte die Mutter des Missbrauchsopfer ihr Bedauern aus. Entgegen der Einlassung der Frau geht die Staatsanwaltschaft Münster jedoch davon aus, dass die Angeklagte bereits seit dem Oktober 2018, also ein Jahr früher, vom Missbrauch an ihrem Sohn gewusst haben soll. Zudem soll sie das Kind während eines gemeinsamen Urlaubs in Dänemark dazu ermuntert haben, sexuelle Handlungen an Adrian V. vorzunehmen. Später soll sie Zeugin des schweren Missbrauchs gewesen sein. 

Die Staatsanwaltschaft hat in ihrem Plädoyer eine Haftstrafe von zehn Jahren für Sabrina K. wegen Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes durch Unterlassen  gefordert. Zudem sieht es die Anklage als erwiesen an, dass die Frau im Beisein des Kindes Sex mit Adrian V. hatte und es anschließend zum sexuellen Missbrauch kam. Einer der zwei Verteidiger hält eine sechsjährige Haftstrafe für ausreichend. Ein anderer sprach sich für eine milde Strafe aus. Das Urteil gegen die 31-Jährige wird am kommenden Mittwoch (6. Oktober) erwartet. Im August hatte der Prozess gegen die Mutter aus Münster begonnen.

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