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Urteil

Ziehsohn von Adrian V. schwer missbraucht: Mann aus Ostbevern muss ins Gefängnis 

Münster

Er war einer der vielen Männer, die den Ziehsohn von Adrian V. aus Münster schwer missbraucht hatten. Nun wurde ein 35-Jähriger aus dem Kreis Warendorf verurteilt.

Von Sohrab Dabir

Der Mann aus Ostbevern hatte den Ziehsohn von Adrian V. (vorne) aus Münster mehrmals missbraucht. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa-Pool/dpa

Im November 2020 wurde er festgenommen, Anfang Mai dieses Jahres begann der Prozess gegen einen 35-Jährigen aus Ostbevern (Kreis Warendorf). Der Vorwurf: Er soll den heute elfjährigen Ziehsohn von Adrian V. dreimal schwer missbraucht haben.

Zwischen Ende 2019 und Frühjahr 2020 hatten sich die Taten abgespielt. In einem der beiden Fälle sollen beide Männer das Kind in einem Auto nahe des Flughafens Münster/Osnabrück (FMO) gemeinsam missbraucht haben. Am Montag (28. Juni) wurde der Angeklagte nun verurteilt.

Urteil in Münster: Täter aus Ostbevern muss über sechs Jahre hinter Gitter

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs in drei Fällen muss der 35-Jährige für sechs Jahre und drei Monate hinter Gitter. Die Staatsanwaltschaft Münster hatte zuvor eine Haftstrafe von 7,5 Jahren gefordert. Strafmildernd wirkte sich für den Mann aus Ostbevern jedoch aus, dass er sich überwiegend geständig gezeigt und den Beamten bei den Ermittlungen geholfen hatte. Zudem war er nicht vorbestraft, wie Gerichtssprecher Steffen Vahlhaus berichtet.

Den Großteil der Beweise konnten die Ermittler aus dem Chatverlauf zwischen dem Ostbeverner und Adrian V. sicherstellen. Der Verurteilte, der bereits seit vielen Jahre eine pädophile Neigung gespürt hatte, begab sich 2014 in Therapie, die jedoch keinen Erfolg zeigte. Die Ermittler fanden bei dessen Festnahme zudem über 100 kinderpornografische Bilder. Neben der jahrelangen Haftstrafe muss der Mann aus dem Kreis Warendorf noch 5000 Euro an das Opfer zahlen.

Münster: Urteil gegen Adrian V. steht kurz bevor

Der Hauptprozess am Landgericht Münster steht derweil vor dem Abschluss. Am Dienstag (29. Juni) wird das letzte Wort gehalten – in der kommenden Woche wird mit einem Urteil gegen Adrian V. und den drei anderen Beschuldigten gerechnet. Auch die Mutter des 28-Jährigen ist Teil des Hauptprozesses um den großen Missbrauchs-Skandal. Sie war die Besitzerin der Gartenlaube in Kinderhaus, in der monatelang Kinder schwer missbraucht worden waren, und soll von den Taten gewusst haben.

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