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Missbrauchskomplex

Ließ sie den Missbrauch an ihrem Sohn zu? Prozess gegen Freundin von Adrian V. gestartet

Münster

Es sind schlimme Vorwürfe: Sabrina K., die Mutter des Opfers im Missbrauchskomplex, soll gewusst haben, dass Adrian V. ihr Kind missbraucht. Nun hat der Prozess gegen sie begonnen.

Von Sohrab Dabir

Der Prozess gegen die Mutter des Opfers aus Münster hat begonnen. Foto: Guido Kirchner/dpa

Mit dem Urteil gegen Adrian V. Anfang Juli war der Missbrauchsprozess von Münster noch lange nicht beendet. Zwölf weitere Anklagen gibt es bisher gegen weitere Tatverdächtige – darunter auch die Mutter des Kindes, das vom Münsteraner und vielen weiteren Männern über Monate hinweg brutal missbraucht wurde.

Vergangenen Mai hatte die Staatsanwaltschaft Münster Anklage gegen Sabrina K. (31) erhoben. Der Vorwurf: Die Frau soll gewusst haben, dass Adrian V. ihren eigenen Sohn missbraucht, die Taten gebilligt und sich teilweise sogar daran beteiligt haben. Seit Donnerstag (5. August) steht sie vor Gericht. 

Prozessbeginn in Münster: Missbrauchsopfer droht Aussage vor Gericht

Wie schon in den Verhandlungen im Hauptprozess, wurde die Öffentlichkeit nach wenigen Minuten vom Gerichtssaal ausgeschlossen – zum Schutz des heute elfjährigen Opfers. Erst danach verlas die Staatsanwaltschaft die Anklage gegen Sabrina K. aus Münster. Wie es in der öffentlichen Anklageschrift Anfang Mai hieß, soll ihr Adrian V. in einem gemeinsamen Urlaub gestanden haben, ihr Kind zu missbrauchen. Nicht nur soll sie bis zum Mai 2020 nichts dagegen unternommen haben, sondern ihren Sohn in mehreren Fällen sogar dazu animiert haben, sexuelle Handlungen an dem heute verurteilten 28-Jährigen vorzunehmen.

Bislang hat sich die Beschuldigte nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sollte Sabrina K. in den kommenden Verhandlungstagen weiterhin keine Angaben machen, droht dem Kind eine Aussage vor Gericht. Das Urteil gegen die 31-Jährige ist für den 29. September anberaumt. Bei einer Verurteilung droht der Angeklagten eine Haftstrafe zwischen zwei und 15 Jahren.

Anfang Juli wurde Adrian V. vom Landgericht Münster zu einer 14-jährigen Haftstrafe verurteilt. Anschließend muss der 28-Jährige in Sicherungsverwahrung. Die Mittäter Enrico L., Tobias S. und Marco S. bekamen ebenfalls langjährige Haftstrafen. Das Urteil gegen den Haupttäter ist jedoch nocht nicht rechtskräftig, da die Verteidigung nach dem Urteilsspruch in Münster in Revision gegangen ist

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