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Lange Strafen erwartet

Ende im Missbrauchs-Prozess: Am Dienstag wird das Urteil gegen Adrian V. gefällt

Münster

In über 50 Verhandlungstagen mussten sich Adrian V. und drei weitere Angeklagte schwerwiegenden Tatvorwürfen stellen. Am Dienstag wird das mit Spannung erwartete Urteil im Missbrauchsprozess gesprochen. 

Von Sohrab Dabir

Welche Strafe bekommt Adrian V. (vorne rechts)? Diese Frage wird am Dienstag am Landgericht Münster entgültig geklärt. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa-Pool/dpa

+++ Das Urteil in Münster ist gefallen: Alles dazu lesen Sie hier +++

Seit Beginn des Prozesses am Landgericht, das ein enormes Medienaufkommen nach sich gezogen hatte, schwieg der Hauptangeklagte zu den Vorwürfen. Über mehrere Monate soll er insbesondere seinen damals neunjährigen Ziehsohn sowie den Sohn (5) eines weiteren Angeklagten unter anderem in einer Gartenlaube in Münster schwer missbraucht haben. Viele Male waren auch andere Männer aus ganz Deutschland dabei. Die Jungen wurden mit K.O.-Tropfen gefügig gemacht.

Im  April wurde ein Mann aus Berlin verurteilt, der ebenfalls zum Missbrauchskomplex Münster gehört hatte. Vor wenigen Tagen wurde gegen einen Täter aus dem Kreis Warendorf eine über sechsjährige Gefängnisstrafe verhängt. Der Fall aus der Domstadt, der bundesweit für Entsetzen gesorgt hatte, zieht auch Monate nach Beginn des Prozesses immer weitere Kreise. Ein Ende der Ermittlungen ist nicht in Sicht – im Hauptprozess jedoch schon. 

Missbrauchsprozess in Münster: Staatsanwaltschaft fordert 14 Jahre Haft für Adrian V.

Neben Adrian V. waren auch dessen Mutter Carina V., Eigentümerin der Gartenlaube in Kinderhaus, sowie Enrico L. (31) aus Schorfheide und der Hannoveraner Marco S. Teil des Hauptprozesses am Landgericht Münster. Am Dienstag (6. Juli) wird um neun Uhr das Urteil gegen die vier Angeklagten gefällt.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Haftstrafe von 14 Jahren gegen den 28-Jährigen aus Münster gefordert. Sie blieb zwar ein Jahr unter der möglichen Höchststrafe, die in diesem Fall verhängt werden kann, jedoch soll Adrian V. ihrem Vernehmen nach anschließend in Sicherheitsverwahrung gesteckt werden. Der einstige IT-Techniker soll seinen Ziehsohn nicht nur wiederholt missbraucht und die Taten auf Bild und Video festgehalten, sondern den Jungen auch immer wieder anderen Männern zum Missbrauch angeboten haben. 29 Opfer konnten im Zuge der Ermittlungen bislang identifiziert werden. Ein Dutzend Anklagen hat es gegeben.

Münster: Prozess gegen Mutter des Opfers steht bevor

Zuletzt wurde ein Mann aus Regensburg festgenommen, der ebenfalls zum Tatkomplex gezählt wird. Auch gegen die Mutter des Jungen aus Münster wurde Anklage erhoben. Sie soll nicht nur gewusst haben, dass Adrian V. ihr Kind missbraucht, sondern sich an den Taten zum Teil beteiligt haben. Bei hallo24.de werden sie über die aktuellen Geschehnisse bei der Urteilsverkündung auf dem Laufenden gehalten. Lesen Sie auch unseren Kommentar zum bevorstehenden Urteil im Missbrauchsprozess aus Münster.

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