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  5. Münster – Urteil im Missbrauchsprozess: Diese Strafe bekommt Adrian V.

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Das Urteil ist gefallen: Adrian V. muss für 14 Jahre ins Gefängnis

Münster

Deutschlandweit wurde am Dienstag auf das Landgericht Münster geschaut, wo der Missbrauchsprozess gegen Adrian V. und vier weitere Angeklagte ein Ende nahm. Nun ist das Urteil gefallen.

Von Sohrab Dabir

Der Hauptangeklagte (m.) wurde vom Landgericht Münster zu 14 Jahren Haft verurteilt. Foto: Guido Kirchner/dpa pool/dpa

Das Urteil im Missbrauchsprozess ist soeben gefallen. Adrian V. wurde wegen schweren Kindesmissbrauchs in 29 Fällen zu einer Haftstrafe von 14 Jahren verurteilt. Zudem muss er nach Absitzen der Haft in Sicherungsverwahrung. Seine Mutter Carina V., die Besitzerin der Gartenlaube in Kinderhaus, muss wegen Beihilfe zum Kindesmissbrauch für fünf Jahre ins Gefängnis. Auch zwei weitere Angeklagte bekamen am Dienstag ihr Urteil gesprochen

Enrico L. (34) aus Schorfheide wurde wegen schweren Kindesmissbrauchs zu einer Haftstrafe von elf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Marco S. aus Hannover, muss wegen vier Fällen für zehn Jahre hinter Gitter. Der fünfte Angeklagte, Tobias S. (31) aus Staufenberg wurde vom Landgericht zu einer zwölfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Ihm wurden sechs Fälle schweren Kindesmissbrauchs nachgewiesen. Auch die drei anderen Männer müssen nach ihrer Haft in Sicherungsverwahrung. Im Gegensatz zu Adrian V. und seiner Mutter aus Münster hatten die anderen Verurteilten während des Prozesses am Landgericht Münster Reue gezeigt und sich für ihre Taten entschuldigt. Der 28-jährige Münsteraner schwieg zu den Vorwürfen.

Missbrauch in Münster: Der Fall schlug hohe Wellen

Wie ein großer Schatten hing dieser seit Monaten laufende Prozess über der Stadt. Was sich in einer Gartenlaube in Münster über Monate hinweg unbemerkt abspielen konnte, war für viele Bürger und auch für die Ermittler nur schwer zu begreifen. Hauptverantwortlich dafür war Adrian V. Der 28-Jährige wurde zum Gesicht des Prozesses.

Mit viel Spannung wurde daher das Urteil erwartet, das am heutigen Dienstag (6. Juli) gefällt wurde. Der Fall hatte nicht nur bundesweit für Aufsehen gesorgt, sondern auch für ein Umdenken in der Politik. Die Justizministerin kündigte im vergangenen Jahr an, Kindesmissbrauch wie in Münster ab sofort wie Totschlag zu bestrafen.

Anonyme und kostenlose Beratungsangebote

Sie haben den Verdacht, dass in Ihrem Umfeld ein Kind misshandelt oder missbraucht wird? Sie haben etwas gesehen, das Ihnen Sorgen bereitet? Dann können Sie sich (anonym) ans „Hilfetelefon Sexueller Missbrauch“ wenden: 0800 22 55 530.

Kinder und Jugendliche, die Missbrauch erlebt haben, bekommen montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter der „Nummer gegen Kummer“ 116 111 Unterstützung. Auf der Internetseite gibt es auch die Möglichkeit, mit den Beratern zu chatten.

Wer das Gefühl hat, pädophile Neigungen zu besitzen, findet Ansprechpartner beim Projekt „Kein Täter werden“ von der Berliner Charité. Auf der Website und unter 030 450 529 450 gibt es kostenlose Informationen. Es gilt die ärztliche Schweigepflicht.

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