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Am Landgericht

Kindesmissbrauch in Münster: Urteil gegen Mutter gefallen

Münster

Die Mutter des Opfers, das schwer sexuell missbraucht worden war, musste sich wegen Beihilfe zum Missbrauch verantworten. Nun ist das Urteil gegen sie gefallen.

Von Sohrab Dabir

Sabrina K. muss sieben Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Foto: Guido Kirchner/dpa

Mit Spannung wurde das Urteil gegen Sabrina K. aus Münster erwartet. Ihr Sohn wurde von Adrian V. und vielen weiteren Männern über Monate hinweg schwer missbraucht. Auch die Mutter des Kindes soll von den Taten gewusst und diese gebilligt haben.

Am Landgericht Münster wurde nach acht Prozesstagen am Mittwoch (6. Oktober) das Urteil gegen die 32-Jährige gesprochen. Die Mutter des Opfers muss wegen Beihilfe durch Unterlassung für sieben Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich Sabrina K. am Missbrauch ihres Sohnes mitschuldig gemacht hatte, blieb jedoch unter der von der Staatsanwaltschaft gefordert zehnjährigen Haft.

Urteil in Münster: Sabrina K. hatte Teilgeständnis abgelegt

Adrian V., der im Juli am Landgericht Münster zu einer 14-jährigen Haftstrafe verurteilt worden war, soll seiner Freundin während eines gemeinsamen Urlaubs anvertraut haben, ihren Sohn sexuell zu missbrauchen. Anstatt die Beziehung zu beenden, ließ Sabrina K. den verurteilen Täter gewähren. In einem Fall soll sie den Jungen sogar dazu aufgefordert haben, sexuelle Handlungen an Adrian V. vorzunehmen.

Im letzten Prozesstag vor dem am Mittwoch gefällten Urteil hatte die Beschuldigte aus Münster ein Teilgeständnis abgelegt und ihr Bedauern ausgedrückt. Sie habe es seit Oktober 2019 für möglich gehalten, dass ihr Sohn von Adrian V. missbraucht werde. Jedoch sei sie nicht in der Lage gewesen, die Beziehung zu ihm zu beenden. Beim Prozessbeginn im August hatte sie die Vorwürfe noch bestritten.

Einer der beiden Verteidiger hatte zuvor eine sechsjährige Haft gefordert, der zweite plädierte für eine milde Strafe. Der Missbrauchskomplex Münster kam im Juni 2020 ans Tageslicht und sorgte bundesweit für Entsetzen. Mehrere Männer wurden seitdem bereits verurteilt, einige andere sitzen noch in U-Haft. 

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