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Ausweisung beantragt

Mörder aus Münster: Warum sitzt Ralf H. noch immer im niederländischen Knast?

Münster

Er versuchte vor seiner Haft zu fliehen, wurde jedoch in den Niederlanden gefasst. Dort befindet sich der Mörder Ralf H. noch immer. Wieso das so ist, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Von Sohrab Dabir

Der 56-Jährige war 2020 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Foto: Bernd Thissen/dpa/Archiv

Es war eine spektakuläre Flucht, die Ralf H. Ende vergangenenen Jahres gelungen war. Am Tag, an dem das Urteil gegen ihn rechtskräftig wurde, legte der verurteilte Mörder aus Münster seine Fußfesseln ab und machte sich aus dem Staub.

Drei Tage nach seiner Flucht, am 24. Dezember, konnte der Mörder der 16-Jährgen Denise Schalla aus Dortmund im niederländischen Enschede letztlich gefasst werden. Dort sitzt der 56-Jährige Münsteraner noch immer in Untersuchungshaft.

Mörder aus Münster soll bald ausgeliefert werden

Wieso der zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilte Mörder noch immer in den Niederlanden in der JVA sitzt, erklärte Staatsanwalt Henner Kruse gegenüber den "Ruhr Nachrichten". So sei die Auslieferung des Mannes am Montag (3. Januar) beantragt worden. Dieser Prozess sei auf Basis eines europäischen Haftbefehls jedoch ein "relativ förmliches Verfahren", so Kruse. Die dafür notwendigen Unterlagen müssten zunächst aus dem Niederländischen ins Deutsche übersetzt werden.

Jedoch geht der Staatsanwalt davon aus, dass die Auslieferung des Mörders Ralf H. in den kommenden Tagen bevorstehen werde. Ursprünglich sollte der 56-Jährige in die JVA nach Bielefeld-Senne gebracht werden, Kruse geht nun davon aus, dass der Mörder von Nicole Schalla in die JVA Werl ausgeliefert werde. Auch die Verlobte des Mannes könnte schon bald hinter Gittern sitzen. Nachdem die Frau dem Münsteraner bei seiner Flucht geholfen hatte, wurde gegen sie Haftbefehl erlassen.

Am 14. Oktober 1993 hatte Ralf H. die damals 16-Jährige Nicole Schalla auf ihrem Nachhauseweg zunächst vergewaltigt und dann erwürgt – erst 25 Jahre später konnte der Mann durch DNA-Spuren identifiziert und gefasst werden. Vergangenes Jahr musste er sich schließlich vor Gericht verantworten und wurde für den Mord für schuldig befunden.

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