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Ronja Maltzahn

Musikerin aus Münster darf nicht bei "Fridays for Future auftreten – wegen ihrer Dreadlocks

Münster/Hannover

Eigentlich sollte die Musikerin Ronja Maltzahn auf der Demo von "Fridays for Future" in Hannover singen. Nun wurde der Auftritt abgesagt. Die Begründung sorgt für scharfe Kritik.

Von Sohrab Dabir

Die Münsteranerin Ronja Maltzahn darf auf der FFF-Demo in Hannover nicht auftreten. (Symbolbild) Foto: Federico Gambarini/dpa

"Hallo Ronja, es tut uns sehr leid, dass die Nachricht so spontan kommt", beginnt die Nachricht von "Fridays for Future", die die Sängerin Ronja Maltzahn aus Münster erhielt und auf ihrer Instagram-Seite veröffentlichte. Am kommenden Freitag (25. März) sollte die Musikerin eigentlich auf der Demo der Klimaaktivisten in Hannover auftreten. Nun wurde die 27-Jährige wieder ausgeladen.

Der Grund: Die Organisatorinnen und Organisatoren von "Fridays for Future" in Hannover stören sich an den Dreadlocks der Münsteranerin. "Dreadlocks bei weißen Menschen sind eine Form der kulturellen Aneignung, da es [...] in den Zeiten der Sklaverei von weißen Menschen als ein Zeichen der Unterdrückung genutzt wurde", heißt es in der Nachricht der Umweltaktivisten an Ronja Maltzahn weiter.

Musikerin aus Münster darf auftreten, falls sie sich Dreadlocks abschneidet

Man wolle, so "Fridays for Future" weiter, bei den globalen Streiks auf ein "antikolonialistisches und antirassistisches Narrativ setzen". Die Absage sorgte bei der Musikerin aus Münster für Unverständnis. "Schade dass wir aufgrund von äußerlichen Merkmalen davon ausgeschlossen werden. Wir möchten keinen Menschen aufgrund von seiner/ihrer kulturellen Herkunft diskriminieren, sondern vielmehr kultureller Vielfalt eine Bühne geben, sie wertschätzen und zelebrieren [...]", zeigt sich Ronja Maltzahn enttäuscht von der Absage.

Die 27-Jährige könne in Hannover wie geplant auftreten, sollte sie sich vorher ihre Dreadlocks abschneiden, heißt es im Statement von "Fridays for Future" aus Hannover weiter. Diese Meldung sorgte bei den Followern von Ronja Maltzahn für Unverständnis und Entsetzen. "Das ist sowas von frech und unverschämt. #fridaysforfuture das ist einfach nur peinlich!", schrieb ein User auf Instagram. "Erwarten Toleranz und Vielfalt von anderen aber selber tun sie es nicht. Doppelmoral und Heuchlerisch", lautet die Kritik an anderer Stelle. Insbesondere das Angebot, sich die Haare abzuschneiden, um doch noch auftreten zu dürfen, empfinden viele User als übergriffig.

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