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Ermittler decken Taten auf

Missbrauchsfall Wermelskirchen: Verdächtiger hatte Kontakt zu Adrian V.

Wermelskirchen/Münster

Ein neuer Missbrauchsfall erschüttert eine Region und die Ermittler. Ein Mann soll über Jahre hinweg zahlreiche Kinder brutal missbraucht haben. Die Spur führt auch nach Münster.

Von Sohrab Dabir

Der Verdächtige aus Wermelskirchen soll Kontakt zu Adrian V. gehabt haben, der in dieser Gartenlaube in Münster zahlreiche Kinder missbraucht hatte. Foto: Marcel Kusch/dpa

Die Ermittler sprechen von einer bislang nie dagewesenen Dimension an Brutalität: Ein 44-Jähriger aus Wermelskirchen (NRW) soll über Jahre hinweg zahlreiche Kinder schwer misshandelt und die Taten gefilmt haben. 33 Opfer sowie 73 weitere Verdächtige konnten in dem Zusammenhang bislang identifiziert werden.

"Das, was ich gesehen habe, hat mich bis ins Mark erschüttert", so Oberstaatsanwalt Joachim Roth auf einer Pressekonferenz am Montag (30. Mai). Er berichtet von "gefühlloser Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid von kleinen Kindern, ihren Schmerzen und Schreien und ihrer offensichtlichen Angst". Über 32 Terabyte an Filmmaterial wurden in der Wohnung des Beschuldigten gefunden – knapp 3,5 Millionen Fotos sowie 1,5 Millionen Videos. Dort sollen brutalste Vergewaltigungen von Säuglingen und Kleinkindern zu sehen sein, die teilweise betäubt wurden.

Missbrauch in Wermelskirchen: Spur führt auch nach Münster

Der 44-Jährige hatte bis 2018 seine Dienste als Babysitter im Internet angeboten und so Kontakt zu seinen Opfern bekommen, die er zum Teil jahrelang betreut hatte. Wie NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) berichtete, soll der Verdächtige unter anderem Kontakt zu Adrian V. gehabt haben, dem Haupttäter im großen Missbrauchsfall aus Münster. Der ehemalige IT-Fachmann wurde 2021 wegen ähnlicher Taten zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren verurteilt.

Der Mann aus Wermelskirchen soll bei einer der Taten von Adrian V. per Videochat zugesehen und Anweisungen zum Missbrauch an den Opfern gegeben haben. Zudem habe der 44-Jährige Buch über die Neigungen anderer Täter, wie dem Verurteilten aus Münster, geführt. Auch Herbert Reul zeigte sich "tief erschüttert" über das, was in den vergangenen Jahren hinter verschlossenen Türen offenbar geschehen ist. Der Beschuldigte wurde bereits im vergangenen Dezember festgenommen und befindet sich seitdem in U-Haft. Erst jetzt informierten die Kölner Polizei und Staatsanwaltschaft über das Ausmaß des Missbrauchsfalls. Der 44-Jährige soll die Taten gestanden haben.

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