1. www.hallo24.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Hunderte Münsteraner protestieren gegen den Auftritt des AfD-Politikers Volker Münz am Katholikentag in Münster

  6. >

Gegendemo am Katholikentag 2018

Münster protestiert: "Kein Frieden mit der AfD!"

Gegen die Einladung und den Auftritt von Volker Münz, dem kirchenpolitischen Sprecher der Alternative für Deutschland, demonstrierten am Samstag rund 1000 Münsteraner vor der Halle Münsterland.

Von Lea Sarah Wolfram

AfD-Gegendemo in Münster Foto: Lea Wolfram

Münster – "Kein Mensch ist illegal, Bleiberecht überall!", "Nationalismus raus aus den Köpfen" und "Ganz Münster hasst die AfD": So schallte es am Samstagmittag (12. Mai) durch die Innenstadt. Das münsterische Bündnis "Keinen Meter den Nazis" hatte zum Protest geladen – zum Protest gegen den Auftritt von AfD-Politiker Volker Münz, um genau zu sein. Etwa 1000 Münsteraner folgten dem Aufruf und setzten ein klares Zeichen gegen Rassismus.

Um Ausladung wurde gebeten

Volker Münz, kirchenpolitischer Sprecher der AfD, war anlässlich des Katholikentages zu einer Podiumsdiskussion in die Halle Münsterland geladen worden – dies hatte im Vorfeld für viel Diskussionsstoff und Aufregung gesorgt: In einer offiziellen Erklärung sprachen sich 47 Theologen gegen die Einladung aus.

Auch das Bündnis "Keinen Meter den Nazis", das kürzlich erst auf die Drohungen in Münster gegen Politiker aufmerksam machte, wandte sich in einem offenen Brief an die Leitung des Katholikentages: Man forderte sie auf, Münz wieder auszuladen. Doch es blieb dabei: Der AfD-Politiker kam in die Domstadt. Und das ließen sich viele Münsteraner nicht gefallen.

Demonstrationsbanner am Ludgerikreisel, AfD-Gegendemo in Münster Foto: Lea Wolfram

Keine Bühne der AfD

Um 12 Uhr trafen sich die AfD-Gegner am Servatiiplatz. Carten Peters, Pressesprecher des Aktionsbündnisses, begrüßte die vielen Menschen, die sich der Demo anschlossen: "Münster beweist mal wieder: Hier ist kein Platz für die AfD".

Vom Servatiiplatz aus verlief der scheinbar endlose Demonstrationszug durch die Klosterstraße und über den Ludgerikreisel. Die Protestler waren gewappnet mit Bannern und Plakaten. Als sie den Kreisel erreicht hatten, lag der Verkehr erstmal einige Zeit lahm. Die Polizei war stets vor Ort und sorgte dafür, dass alles gesittet ablief.

Demonstrationszug am Ludgerikreisel Foto: Lea Wolfram

Zur Abschlusskundgebung auf der Straße zum Hawerkamp, direkt neben der Halle Münsterland, versammelten sich die Demonstranten schließlich. An sie richtete sich unter anderem Lothar König, Jugendpfarrer aus Jena. König ist bekannt für sein starkes Engagement gegen Rechtsextremismus. Er bedankte sich für den Einsatz der antifaschistischen Gruppen, kritisierte die Zunahme der "braunen Brut" in Thüringen und sprach sich klar gegen die Finanzierung der Kirchentage durch Stadt, Land und Bund aus.

Podiumsdiskussion durch Demonstranten unterbrochen

Doch der Protest drang auch bis in die Halle Münsterland vor: Demonstranten hatten sich in den ersten Minuten der Podiumsdiskussion samt Banner vor die Bühne gestellt und störten die Veranstaltung. Sie wurden schließlich von der Polizei aus dem Saal begleitet.

Das Bündnis "Keinen Meter den Nazis" zog aus der Veranstaltung ein positives Fazit:

[W]ir hoffen, dass die Katholikentagsleitung ihre Lehren aus den vergangenen Wochen zieht, ihre Entscheidung überdenkt und zukünftig den eigenen Worten auch Taten folgen lässt. [...] Menschenverachtende Positionen werden nicht akzeptabel, wenn man sie nur oft genug wiederholt. Wir werden uns der schleichenden Normalisierung extrem rechter Inhalte und Parteien weiterhin in den Weg stellen. [...] [E]s darf keine Bühne für Rassismus geben.

Auch die Kirche steht immer wieder in der Kritik: Zuletzt forderten Atheisten und Konfessionslose mit ihrer Säkularen Buskampagne in Münster, dass Staat und Kirche endlich konsequent getrennt werden.

Schlappe für Rechtspopulisten: Bei der Europawahl erreichte die AfD in Münster nur 4 Prozent.

Startseite
ANZEIGE