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  5. Münster: Strafbefehl gegen AfD-Politiker Schiller nach Bücherei-Eklat

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Verurteilung am Amtsgericht Münster

Nach Eklat bei Lesung: Strafbefehl gegen AfD-Ratsherrn Martin Schiller erlassen

Nachdem AfD-Politiker Martin Schiller einen Mann aus der Stadtbücherei rauswarf, soll nun am Amtsgericht Münster ein Strafbefehl erlassen worden sein.

Von Lea Sarah Wolfram

AfD-Gegendemo am 25. April 2018 vor der Stadtbücherei Münster. Foto: Lisa Fraszewski

Update: 8. April. Münster – Fast ein Jahr ist bereits seit dem Vorfall in der Stadtbücherei vergangen: Am 25. Mai 2018 hatte die Alternative für Deutschland (AfD) die Räume für eine Lesung gemietet. Doch dabei war es zum Eklat gekommen: AfD-Politiker und Ratsherr Martin Schiller setzte mit Unterstützung eines weiteren Mannes einen vermeintlichen Eindringling vor der Tür, der sich eingeschlichen haben solle. Dabei wurde der Herausgeschmissene verletzt.

Nun soll gegen Martin Schiller ein Strafbefehl erlassen worden sein. Kurz gesagt bedeutet dies: Schiller wurde in einem verkürzten Verfahren ohne Verhandlung vom Amtsgericht wegen seines Übergriffes verurteilt. Dies berichtet das aus Münster stammende Bündnis "Keinen Meter den Nazis", das kürzlich erst auf die Drohungen in Münster gegen Politiker aufmerksam machte, in einer Pressemitteilung.

Der Mann, der damals unter anderem von Schiller aus der Stadtbücherei geworfen wurde, soll Fingerstauchungen und eine Rippenprellung davon getragen haben. Schiller berief sich bei seiner Aktion auf das Hausrecht – doch das lag auch während der Lesung in den gemieteten Räumen weiterhin bei der Stadtbücherei.

„Mit der Erlassung des Strafbefehls gegen Martin Schiller tritt die juristische Aufarbeitung in die nächste Phase ein, was wir begrüßen“, wird Carsten Peters, Pressesprecher des Bündnisses, zitiert. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig.

Nach Eklat: Stadtbücherei Münster vermietet nicht mehr an AfD

Erstmeldung: 28. Mai 2018. Münster – Am 25. April hatte die AfD zu einem Auftritt des streitbaren Historikers und Buchautorens Karlheinz Weißmann (59) in die Stadtbücherei geladen. Wir berichteten von der Demo, die AfD-Gegner vor dem Gebäude abhielten.

Es kam an diesem Tag in den Räumen der Stadtbücherei zu einem Eklat, der eine Strafanzeige nach sich zog. Nun zieht auch die Stadtbücherei Konsequenzen aus dem Vorfall: Die AfD kann sich weitere Lesungen dort erst einmal abschminken.

Um welchen Vorfall geht es? Um den Rauswurf eines Besuchers durch die AfD. Dieser soll dabei Verletzungen erlitten haben. Der Mann weigerte sich, das Gebäude zu verlassen. Er hielt sich in der dortigen Herrentoilette auf. Mit Berufung auf das Hausrecht legte unter anderem AfD-Ratsherr Martin Schiller selbst Hand an und beförderten den Mann aus dem Gebäude.

Zwei Jahre lang wird die Stadtbücherei ihre Räume nun nicht mehr an den AfD-Kreisverband vermieten. Beginnen soll die Sperre rückwirkend am 25. April, am Tag der Gegendemo und des Zwischenfalls. An diesem Tag habe der Kreisverband nämlich mit der Durchsetzung des Hausrechtes gegen den Mietvertrag verstoßen, den sie mit der Stadtbücherei geschlossen hatte. In der Hausordnung werde nämlich ganz klar festgehalten: "Die Büchereileitung hat das Hausrecht."

Der herausgeworfene Mann soll durch Martin Schiller Verletzungen erlitten haben. Es folgte eine Strafanzeige gegen Martin Schiller, wie WN berichtete. SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Jung wandte sich in einem Brief an den Oberbürgermeister und forderte die Aufklärung des Zwischenfalls. Auch die Initiatoren der Gegendemo forderten Konsequenzen für die Aktion.

Happy End nach blutiger Attacke: Nachdem ein Wolf im Allwetterzoo Münster von seinem Rudel angegriffen wurde, reagierten die Verantwortlichen. In Münster wollte ein Pärchen nach dem Disko-Besuch mit dem Auto nach Hause fahren. Nachdem sie einen Unfall gebaut hatten, wollten sie flüchten.

Schlappe für Rechtspopulisten: Bei der Europawahl erreichte die AfD in Münster nur 4 Prozent. Erneut sorgte die Partei für Negativ-Schlagzeilen: Nachdem ein neues Nürnberger Christkind gewählt wurde, hetzte die AfD gegen die 17-Jährige. Ein Politiker aus Münster will nun ein Zeichen setzen.

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